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Eric Frenzels Kolumne: „Schuhfieber“

  • geschrieben von  Eric Frenzel
Seit unserem Kurzurlaub in Italien beim „Club der Besten“, den ich mit meiner Frau, Leopold und Emma, aber auch mit vielen Sport-und Mannschaftskameraden verbracht habe, gibt es bei uns zu Hause derzeit nur noch ein Thema: Schuhe!!!
Wer jetzt aber glaubt, dass meine Frau in Apulien vom Schuhvirus italienischer Frauen infiziert wurde oder dass sie gar im Handgepäck die Produkte einschlägiger, italienischer Manufakturen mit nach Hause gebracht hat, der irrt gewaltig. Nein, über Schuhe macht sich bei uns im Moment nur einer Gedanken und das bin ich selbst. Ja, richtig, ich bin regelrecht im Schuhfieber, wie übrigens jedes Jahr im Oktober. Dabei mache ich mir jedoch weder über High Heels noch über Farben meine Gedanken, sondern denke darüber nach, welche Skistiefel ich konkret auf den Schanzen in der vor uns liegenden Weltcupsaison tragen werde und dabei sind andere Parameter entscheidend als die Farbwahl.

Dem Sprungschuh kommt eine immense Bedeutung bei; er transportiert sozusagen die Befehle des Kopfes über die Füße auf den Sprungski. Sind die Schuhe zu hart, ist man in diesem Transferprozess behindert und die Skier sind schlecht steuerbar. Sind die Schuhe zu weich, kann man schnell wie bei einer Servolenkung im Auto übersteuern. Deshalb muss man sich mit der Schuhwahl intensiv beschäftigen und nach dem man diese getroffen hat, müssen die ausgewählten Schuhe auch eingesprungen werden, denn auch die gewählten Schuhe weisen am Anfang eine nicht gewünschte Härte aus, die erst nach und nach durch die Anzahl der Sprünge schwindet. Zugleich sind mehrere Paare an Skischuhen einzuspringen, denn ein Schuh kann auch schnell mal durch die Belastungen, denen er ausgesetzt ist, kaputt gehen. Würde man dann auf nagelneue Schuhe in der laufenden Saison zurückgreifen, hätte man beim Springen ein nicht zu kleines Problem.
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Deshalb sitze ich in unserem Wohnzimmer im Schneidersitz zwischen allen Schuhkartons und prüfe mechanisch die Ausgangsflexibilität der jeweiligen Schuhe und habe bisweilen auch die Qual der Wahl. Vier bis sechs Schuhpaare werde ich zu den anstehenden Sprunglehrgängen mitnehmen, um die Tests in der unmittelbaren Anwendung zu vertiefen.

Wir befinden uns nun also in der Phase der Auswahl des Equipments, die immer im Oktober liegt, bevor es dann zu den Trainingslagern auf die Schanzen und in die Loipen mit der ersten Schneeberührung geht.

Die Planungen für diese Lehrgänge sind bei den Bundestrainern im vollen Gange, während ich wählerisch zwischen all diesen Schuhe sitze.

Herzlichst
Euer Eric

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