Fitness für Taucher – Tipps im Experteninterview thinkstockphotos.de

Fitness für Taucher – Tipps im Experteninterview

Wer ans Tauchen denkt, denkt zunächst an die Schwerelosigkeit des Körpers im Wasser. Ganz so einfach ist es jedoch nicht – wer taucht, muss körperlich fit sein. Tauchlehrer und Personal Trainer Roland Debald gibt im Interview Fitnesstipps für Taucher.
netzathleten.de: Herr Debald, was hat Tauchen mit Fitness zu tun oder anders gefragt: Wie fit muss ein Taucher sein?
Roland Debald: Tauchen hat sehr viel mit Fitness zu tun. Das Tauchen selbst ist relativ einfach, aber das Drumherum erfordert Fitness. Man muss bedenken: Die Tauchausrüstung wiegt etwa 35 Kilogramm. Die muss ich zunächst erst einmal zum Wasser heruntertragen. Wer nicht fit ist und nach dem Tragen völlig aus der Puste ins Wasser steigt, kann sich in Gefahr begeben. Es kann passieren, dass ich beim Tauchen abgetrieben werde oder gegen die Strömung schwimmen muss, da brauche ich Luft und eine gewisse Grund-Fitness, um zurückzukommen. Es geht also auch um die eigene Sicherheit, um Eigenverantwortung. Aber auch um den vermeintlichen Tauchpartner – wenn der verunglückt und ich ihm helfen muss.

netzathleten.de: Was kann denn passieren, wenn ich als Taucher nicht fit bin?
Roland Debald: Dazu greife ich vorausgegangenes Szenario auf: Mein Tauchpartner verunglückt, ich muss ihn zurück an die Wasseroberfläche und an Land befördern. Wenn ich meine Atmung nicht trainiert habe und nicht über eine gute Fitness verfüge, dann sehe ich als Taucher in Notsituationen alt aus. Ich muss als Taucher jederzeit in der Lage sein, mir selbst und meinem Tauchpartner zu helfen.

netzathleten.de: Welche Sportarten bieten sich an, um als Taucher fit zu werden?
Roland Debald: Pauschal kann man sagen, je mehr man den Tauchsport auskosten möchte, umso fitter muss man sein. Ich kann nicht von einem Urlaubstaucher verlangen, dass er das ganze Jahr über Fitness macht. Aber jemand, der das Tauchen intensiv betreibt, auch in deutschen Seen,  der sollte richtig fit sein. Als ergänzende Sportarten bieten sich Schwimmen, Streckentauchen und Schnorcheln an – allein, weil diese Sportarten auch im Wasser ausgeübt werden. Zweimal 30 Minuten Krafttraining in der Woche sind ebenfalls angemessen plus eine Ausdauersportart – das kann zum Beispiel Joggen oder Radfahren sein. Man kann sich auch überlegen, einmal die Woche im Tauchsportverein beim Flossentraining mitzumachen.

netzathleten.de: Und welche Übungen kann ich außerhalb des Wassers machen?
Roland Debald: Das Beste, was man machen kann, ist das Fitnessstudio, um die allgemeine Fitness zu stärken. Das Tauchspezifische muss man gesondert trainieren, das kann man nicht simulieren.

netzathleten.de: Welche Rolle spielt die Koordination? Ich muss mich als Taucher ja auch unter Wasser kontrolliert bewegen können.
Roland Debald: Die Koordination spielt natürlich auch eine große Rolle beim Tauchen. Wenn ich zum Beispiel in ein Wrack tauche, muss ich teilweise auch durch Lücken hindurch und da muss ich dann auch in der Lage sein, mein Gepäck abzunehmen. Ich kann immer wieder nur an die Leute appellieren: Taucher müssen fit sein, Luft nach oben beim Training gibt es immer, das gilt auch für den Alltag.

netzathleten.de: Herr Debald, vielen Dank für Ihre Tipps!

 
Roland Debald

Du bist auf der Suche nach spektakulären Orten zum Tauchen? Das sind die Hotspots für Taucher.

Copyright © 2017 netzathleten