Aktion Libero – Gegen Homophobie im Fußball Aktion Libero

Aktion Libero – Gegen Homophobie im Fußball

  • geschrieben von  Marco Heibel
Homophobie, also feindseliges Verhalten gegenüber Schwulen und Lesben, ist vor allem im Fußball ein Problem. Bei der „Aktion Libero“ haben sich nun unzählige Sportblogs zusammengeschlossen, um ein Zeichen gegen Homophobie im Sport zu setzen.

In den meisten Bereichen der Gesellschaft ist Homosexualität kein Tabuthema mehr. Politiker, Schauspieler, Moderatoren oder Künstler können schon seit Jahren ganz offen zu ihren Neigungen stehen, ohne dass sie einen Nachteil befürchten zu müssen. Einzig in klassischen „Männersportarten“, vor allem im Fußball, ist Homosexualität aber immer noch ein Stigma.



Kein Wunder, dass sich bislang nur ganz wenige Kicker zu ihrer Homosexualität bekannt haben. Und diejenigen, die es getan haben, bereuten diesen Schritt später. Einer der tragischsten Fälle ist der des Briten Justin Fashanu, der sich 1990 – noch als Aktiver – zu seiner Homosexualität bekannte. Fashanus Karriere hatte bereits vor seinem Outing einen Knick erlitten, danach wurde er jedoch von der Fußballwelt wie ein Aussätziger behandelt – mit der schlimmsten aller Konsequenzen: 1998 beging Fashanu Selbstmord. Bis heute ist er der einzige Profi aus einer Top-Liga, der sich zu aktiven Zeiten geoutet hat...

Homophobie im Sport – ein leidiges Dauerthema


Homophobie im Fußball ist heute noch derart präsent, dass Leben und Zusammenleben auf unzumutbare Weise beeinflusst werden. Das lässt sich allein schon daran ablesen, wie dünnhäutig viele Kicker reagieren, wenn sie der Homosexualität „verdächtigt“ werden.

Homophobie äußert sich in diesen Tagen aber auch in Form von Voyeurismus und Sensationsgier. Wer schon einmal bei Google & Co. den Namen eines Kickers eingegeben hat, wird bei vielen Spielern nur allzu bald den Vorschlag „schwul“ erhalten. Das ist keine Boshaftigkeit der Suchmaschinenbetreiber, sondern die Konsequenz daraus, dass viele Menschen die Kombination „XY schwul“ schon eingegeben haben.

„Aktion Libero“: Mobil machen gegen Homophobie


In einer Zeit, in der es angesagt ist, sich vor allem zu seiner „Normalität“ zu bekennen, unaufgefordert und ausdrücklich, ist es überfällig, der Vernunft mehr Stimmen zu geben. Die „Aktion Libero“ macht sich gegen Homophobie im Fußball stark. Viele Prominente, darunter auch DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, „Tatort“-Kommissarin Maria Furtwängler oder Politikerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), engagieren bei diesem Projekt. Hinzu kommen bislang knapp 100 Sportblogs, die mit Beiträgen und Links sensibilisieren möchten.

Der große Aktionstag war Mittwoch, der 16. November. Jeder Blogger hat aber auch danach noch die Möglichkeit, sich anzuschließen und „auf den Zug aufzuspringen“. Jeder der mitmacht, erhöht die Chance, dass sich die Unbelehrbaren eines Besseren besinnen. Mehr Infos findet Ihr hier: http://www.aktion-libero.de/

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