Wandern im Herbst – Darauf musst Du achten TVB Kaiserwinkl

Wandern im Herbst – Darauf musst Du achten

  • geschrieben von  Christian Riedel
Auch wenn der Hebst naht, zieht es viele Bergsteiger noch ein letztes Mal ins Gebirge, bevor der Winter kommt. Damit Du nicht von Wind und Wetter überrascht wirst, gibt Bergführer Andreas Gschwentner Tipps, worauf Du bei Deiner letzten Bergtour 2014 achten solltest.

In den Herbstferien haben viele Bergfreunde die letzte Gelegenheit, noch einmal auf Tour zu gehen. Doch leider werden im Herbst immer wieder Bergsteiger vom Schnee überrascht und müssen vom Helikopter gerettet werden. Zu den größten Gefahren zählt, wenn man auf dem Weg zum Gipfel von einem Schneesturm überrascht wird.

Im Grunde genommen ist Wandern im Herbst sogar sicherer als im Frühling oder im Sommer. Das sagt auch Bergführer Andreas Gschwentner aus Kössen im Kaiserwinkl: „Im Prinzip sind Wanderungen im Herbst auf Berge unter 2.000m kein Thema. In der Regel hat man sichere Wetterbedingungen. Sofern der Herbst in diesem Jahr auch wieder das hält, was er in den letzten Jahren versprochen hat. Das heißt, die Gewittergefahr ist spät im Jahr sehr klein und man kann die Tour gut planen.“

Erst planen, dann starten


Allerdings sollte man nicht einfach losmarschieren. Gute Planung ist gerade im Herbst das A und O. Trotz vieler Warnungen bereiten sich einige Bergfreunde nicht richtig vor und setzen sich und ihre Begleiter großen Gefahren aus. „Was im Herbst immer ein Thema ist, ist der erste Schneefall“, warnt Andreas. „Den gibt es normalerweise schon im September. Das Wetter muss man in jedem Fall im Auge behalten, wenn man eine alpine Wanderung plant. Gerade wenn man eine Überschreitung plant, einen Höhenweg gehen will oder einen Gipfel besteigen möchte, sollte man in jedem Fall eine genaue Wettervorhersage einholen.“ Die besten Informationen, wie es mit dem Schnee aussieht, gibt es dann bei den Hüttenwirten, die direkt an den entsprechenden Wegen leben.

Wichtig ist, wo man gehen möchte. Je nachdem, ob der Hand nach Norden oder Süden ausgerichtet ist, kann es große Unterschiede geben. Wenn es im September schon geschneit hat, muss man damit rechnen, dass der Schnee auf Nordhängen liegen bleibt während er auf Südhängen im Normalfall schnell wieder abtaut.

Vorsicht vor der Winterpause


„Plant man eine längere Tour und möchte man auf Almen oder Hütten einkehren oder übernachten, muss man sich in jedem Fall im Vorfeld informieren, ob die Hütten überhaupt noch offen haben“, sagt der Bergführer. „Viele Hütten schließen schon Ende September und das kann dann eine unliebsame Überraschung darstellen, wenn man vor verschlossenen Türen steht.“ Am besten reserviert man schon im Vorfeld die Übernachtung, dann weiß auch der Hüttenwirt, dass noch Gäste kommen.

„Worauf man unbedingt achten sollte, ist richtige Winterkleidung“, sagt Gschwentner, der in Kössen ein eigenes Outdoor-Unternehmen betreibt. „Ich empfehle leichte Daune oder einfach eine dicke Jacke. Denn in höheren Regionen hat man schnell nur noch ein paar Grad plus. Feste Schuhe sind ohnehin ein Muss, zumal man damit rechnen muss, dass die Wege im Herbst nass und matschig und daher rutschig werden. Ich würde Handschuhe und eine Mütze in jedem Fall noch mitnehmen. Denn auch wenn man im Tal bei 20 Grad los läuft, kann es oben leicht nur noch vier oder fünf Grad kalt sein. Im Oktober sinkt der Gefrierpunkt schnell unter die 2.000m Grenze. Kommt dann noch Wind dazu, freut man sich über jedes warme Kleidungsstück.“

Was tun im Schnee


Wird man doch vom Schnee überrascht, sollte man so schnell es geht den Weg ins Tal suchen. Das sagt auch der Experte: „Wenn es möglich ist, sollte man sofort absteigen, sofern es natürlich nicht in direkter Nähe einen Unterstand, ein Biwak oder eine Hütte gibt. Schneeschauer werden aber im Normalfall sehr genau vom Wetterbericht vorhergesagt. Wer also vom Schnee überrascht wird, ist normalerweise selber Schuld. Hat es geschneit, ist es meistens besser, den Weg zurück zu nehmen, den man schon kennt und nicht ins Ungewisse zu laufen, wenn man nicht genau weiß, wie der Weg verläuft. Speziell in alpinen Lagen kann das zum Problem werden. Schnell hat man sich verlaufen und findet den Weg zurück nicht mehr. Auch die Rettungskräfte suchen zuerst auf den bekannten Wegen und erst dann im Gelände. Also sollte man besser direkt umdrehen und den Weg zurück gehen, solange man den noch sehen kann.“

Mehr Infos zu Andreas Gschwentner gibt es unter www.sportundnatur.com

Mehr Infos zum Kaiserwinkl unter www.kaiserwinkl.com

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