Wissenswertes über den Skirennanzug netzathleten/Nils Borgstedt

Wissenswertes über den Skirennanzug

  • geschrieben von  Franziska Tietjen
Wenn Hirscher, Neureuther, Vonn, Grange und Co. sich die Pisten herunterstürzen, tragen sie in der Regel enge Skianzüge. So werden sie hergestellt und diese Anforderungen müssen die Skirennanzüge erfüllen.

Skirennanzug ist nicht gleich Skirennanzug. Die Ski-Disziplin entscheidet über die Beschaffenheit des Kleidungsstückes, das den unterschiedlichen Anforderungen eines Rennens angepasst werden muss.

Zusammensetzung des Skirennanzugs

Selbstverständlich ist es der Anspruch eines jeden Athleten, einen perfekten Rennanzug zu bekommen. Grundsätzlich besteht dieser aus insgesamt sechs Hauptteilen, die zusammengenäht werden: zwei Beine, zwei Arme, Brust und Rücken/Nacken. Der Stoff ist bei den meisten Rennanzügen identisch: Eine Mischung aus glänzendem Polyamid und Elasthan. „Ein Skirennanzug wird eine Saison im Voraus produziert. Von März bis Juli arbeiten wir an den Stoffen, die wir von unterschiedlichen Firmen beziehen. Die Stoffe werden vorher getestet und vom Athleten persönlich ausgesucht“, erzählt Giacomo Zerella, Sport Marketing Manager der Bekleidungsfirma Colmar. Wichtig ist die Bestimmung der Maße, damit der Skirennanzug richtig sitzt. Dazu müssen unter anderem der Armumfang, die Innenbein- und Ärmellänge, Brust-, Hüft-, Oberschenkel- und Wadenumfang des Athleten gemessen werden.

Jeder Skirennanzug ist ein Unikat

Die Oberfläche des Skirennanzugs darf weder plastifiziert noch mit chemischen Mitteln behandelt worden sein und muss eine minimale Luftdurchlässigkeit von 30 Liter pro m² und Sekunde aufweisen. 20 Athleten bedeutet 20 unterschiedliche Anzüge – ein Anzug für den Slalom besitzt beispielweise eine höhere Luftdurchlässigkeit als Anzüge für die Speed-Disziplinen, Abfahrt und Super-G. Bei den Speed-Wettbewerben ist beispielsweise darauf zu achten, dass der Skirennanzug keinerlei Falten schlägt – das gilt auch für die Skiunterwäsche. Ein Abfahrtsanzug ist so geschneidert, dass die Athleten damit nicht aufrecht stehen können. Die Hocke, die die Fahrer bei der Abfahrt einnehmen, ist bereits in den Anzug integriert. „Wichtig ist, dass man dem Athleten genau zuhört und seinen Ansprüchen gerecht wird. Jeder Sportler bekommt seinen eigenen, individuellen Anzug – es handelt sich um Spezialanfertigungen und somit um Unikate“, erklärt Zerella.

Übrigens: Für jeden Wettbewerb erhält der Athlet ein neues Bekleidungsstück – somit wird jeder Rennanzug nur einmal getragen.

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