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Sportverletzung: Der Leistenbruch

  • geschrieben von  Christian Riedel
Ein Ziehen in der Leiste ist schmerzhaft, geht aber meistens recht schnell wieder vorbei. Anders ist es, wenn in einem Teil der Leiste eine Lücke entsteht. Dieser so genannte Leistenbruch kann sehr gefährlich werden.

Der Leistenbruch ist eine Verletzung, von der überwiegend Männer betroffen sind. Nur jeder zehnte Leistenbruch ((lat. Hernia inguinalis) wird bei einer Frau diagnostiziert. Bei der Leistenhernie wird der Leistenkanal durchbrochen und es kommt zu einer sackartigen Ausstülpung des Bauchfells. Dies kann sehr gefährlich sein, da Eingeweideteile durch den Leistenkanal oder den Bauchraum treten können und dort von der Blutversorgung abgeschnitten werden. Das ist zum einen schmerzhaft und zum anderen gefährlich. Denn ist die Versorgung gekappt, können diese Teile des Darms oder anderes Gewebe absterben. Im Normalfall geschieht dies aber eher selten, sofern der Bruch rechtzeitig erkannt wird.

So entsteht ein Leistenbruch

Beim Leistenbruch muss man zwischen angeborenen und spontanen Hernien unterscheiden. Häufig haben Neugeborene einen Leistenbruch, wenn bei ihnen die Bauchwand noch nicht vollständig geschlossen ist. Bei einem akuten Leistenbruch sind Muskeln geschwächt bzw. es bestehen Faszienlücken, an denen es dann zum Durchbruch kommt. Auch eine jahrelang zurückliegende Operation, bei der ein Bauchschnitt vorgenommen wurde, kann die Ursache einer Hernie sein, da im Narbengewebe die Stabilität und Beweglichkeit des Gewebes herabgesetzt ist. Kommt es dann zu einem plötzlichen Druckanstieg im Bauchraum, beispielsweise beim Husten oder bei einer großen Kraftanstrengung, kann diese Schwachstelle nachgeben, und es kommt zum Leistenbruch. Andere Risikofaktoren sind Übergewicht, Gewebeschwäche oder Erbrechen.

So erkennt man den Leistenbruch

Der Leistenbruch ist einfach zu erkennen, da im Leistenbereich eine Wölbung nach außen sicht- oder zumindest ertastbar ist. Zudem hat der Betroffene einen leichten, ziehenden Schmerz in der betroffenen Region, der beim Ertasten stärker wird. Bei Männern kann der Schmerz auch in die Hoden ausstrahlen. Sind Teile des Darms oder anderen Gewebes eingeklemmt, sind die Schmerzen in der Regel um ein Vielfaches stärker, und der Betroffene erbricht sich. Um sicher zu gehen wird häufig per Ultraschall eine genaue Diagnose gestellt.


Sofortmaßnahmen beim Leistenbruch

Treten im betroffenen Bereich starke Schmerzen auf und kommt es zu Erbrechen, sollte man auf dem schnellsten Weg einen Arzt aufsuchen, da das Gewebe eingeklemmt und von der Blutzufuhr abgeschnitten ist. Wird er nach sechs Stunden noch nicht behandelt, droht eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung.

Ansonsten kann man bei der Leistenhernie zwischen dem reponiblen und dem irreponiblen Leistenbruch unterscheiden. Der reponible Bruch ist eine leichte Form. Das nach außen gewölbte Gewebe kann mit der bloßen Hand zurück an Ort und Stelle gedrückt werden. Allerdings ist das Gewebe an dieser Stelle geschwächt, und es kann leicht zu einem erneuten Durchbruch kommen. Reponible Brüche sind die häufigere Form der Leistenhernie und bereiten nur geringfügige Beschwerden.



Die irreponible Leistenhernie ist der schwerere Fall. Hier kann der Bruchinhalt nicht zurückgeschoben werden und das Risiko, dass Gewebe eingeklemmt ist, ist deutlich höher. In diesem Fall ist eine Operation meist unausweichlich.

Weitere Therapie

Ein Leistenbruch wird in der Regel operiert. Denn von selber heilt der Leistenbruch nicht. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die schwache Stelle sich weiter vergrößert. Nicht-operative Behandlungen, wie beispielsweise ein Stützkorsett oder eine straffe Bauchbinde sind mittlerweile veraltet. Sie verhindern zwar in der Regel einen weiteren Durchbruch, heilen aber nicht den Verursacher. Daher wird ein Leistenbruch heutzutage eigentlich immer operativ behandelt.

Die OP beim Leistenbruch wird überwiegend ambulant durchgeführt. Wie bei jeder Operation gibt es auch hier mehrere Methoden. Beispielsweise kann der geschwächte Bereich durch weitere Hautschichten verstärkt werden oder der Operateur legt ein Netz über die betroffene Stelle. Welche Operationstechnik im Einzellfall die beste ist, hängt vom Arzt und der Größe des geschwächten Bereichs ab.

Vorbeugung

Wie bei jeder Verletzung ist auch beim Leistenbruch eine Prävention nur sehr schwer. Um das Risiko einer Leistenhernie zu verringern, sollte man Übergewicht vermeiden und die Bauchmuskulatur kräftigen.

Christian Riedel

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