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Haarausfall durch Krafttraining

  • geschrieben von  Christian Riedel
Verfrühter Haarausfall ist für viele Männer ein Problem. Was optisch vielleicht nicht unbedingt gut aussieht, kann bei den Betroffenen zu psychischen Problemen führen. Gerade in Fitnessstudios sieht man oft junge Männer, die nur noch wenig Haare auf dem Kopf haben. Die Vermutung liegt also Nahe, dass Krafttraining zu Haarausfall führen kann. Dr. Sport weiß, ob das stimmt.

Hallo Dr. Sport,

ich habe gehört, dass man durch zu viel Krafttraining Haarausfall bekommen kann. Ich würde gerne etwas für meinen Körper machen, habe aber Angst, dass ich eine Glatze bekomme. Daher würde ich gerne wissen, ob das stimmt und ob einem wirklich die Haare ausfallen können, wenn man zu viel Gewichte stemmt.

LG
Dennis



Hallo Dennis,

ich kann Dich beruhigen. Wenn Du normal trainierst, musst Du keine Angst davor haben, dass Du eine Glatze bekommst. Wenn einem jungen Menschen die Haare ausfallen, hat das im Normalfall entweder genetische oder medizinische Gründe. Das Training an sich hat mit verfrühtem Haarausfall nichts zu tun, auch wenn man theoretisch davon ausgehen könnte.

Dass man schon in jungen Jahren eine Glatze bekommt, kann beispielsweise an einem erhöhten Testosteronspiegel liegen. Krafttraining erhöht den Testosteronspiegel. Deswegen hat sich das Gerücht entwickelt, dass es einen Zusammenhang zwischen Krafttraining und Glatzenbildung gibt. Allerdings steigt das männliche Geschlechtshormon nicht so stark, dass es einen Einfluss auf unser Haarwachstum nehmen kann. Insofern musst Du keine Angst davor haben, dass Deine Haartracht unter den Hanteln leiden muss.

Dass viele „Pumper“ nur noch wenige Haare auf dem Kopf haben, kann allerdings an einem Hormonmissbrauch liegen. Wenn man sich mit Steroiden einen Extra-Schub beim Training geben will, fährt der Körper seine eigene Testosteronproduktion herab. Die Testosteronkonzentration in verbotenen Mitteln ist deutlich höher, als für den Körper eigentlich gesund wäre. Zu den unangenehmen Nebenwirkungen von Testosterondoping kann dann auch Haarausfall gehören. Wer aber mit Verstand trainiert und auf Doping verzichtet, muss keine Angst um seine Haarpracht haben.

Viel Spaß beim Training und keine Angst vor schütternem Haar

Alexander Haas
Dipl. Sportwissenschaftler

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