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Laktose-Intoleranz senkt Krebsrisiko

  • Jörg Birkel
Schwedische Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen Laktose-Intoleranz und Krebsrisko entdeckt. Demnach erkranken betroffene Menschen seltener an Brust-, Eierstock- und Lungenkrebs. Die genauen Gründe dafür sind aber noch unklar.

Forscher der Universität Lund in Schweden haben die Daten von 22.788 Menschen ausgewertet, die an einer Milchzucker-Unverträglichkeit leiden. Dabei haben die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Laktose-Intoleranz und dem Risiko entdeckt, an bestimmten Krebsarten zu erkranken.

Genetische Ursache für das niedrigere Krebsrisiko schlossen die Forscher um Jianuang Ji aber aus, denn auf enge Verwandte der betroffenen Personen würde das nicht zutreffen. Stattdessen vermuten die Wissenschaftler die Gründe im Ernährungsverhalten.

Den Schluss, dass ein hoher Konsum von Milchprodukten das Krebsrisiko steigern könnte, wollten die Forscher aber noch nicht ziehen, denn es gäbe zu viele Faktoren, die in der bisherigen Untersuchung unberücksichtigt geblieben seien.

Dennoch gäbe es Hinweise darauf, dass der häufige Verzehr von Milchprodukten das Risiko erhöhen könnte, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Deshalb seien weitere Studien zum Thema erforderlich, um andere, möglicherweise relevante Faktoren zu ermitteln oder auszuschließen.

Das unterschiedliche Krebsrisiko bei Laktose-intoleranten Menschen und denen, die nicht unter der Unverträglichkeit leiden, könnte an Inhaltsstoffen in Milchprodukten liegen . Eine andere Erklärung wären eventuell schützende Stoffe in Ersatzprodukten, welche die betroffenen Personen statt der Milchprodukte konsumieren.

Unsere Meinung:
Die Milch macht’s schon lange nicht mehr. In den letzten Jahren häufen sich die Hinweise, das ein übermäßiger Milchkonsum längst nicht so gesund ist, wie uns die Agrarindustrie Jahrzehnte eingetrichtert hat.

Milch aus dem Supermarkt hat mit dem Naturprodukt aus der Kuh ohnehin nicht mehr viel gemein. Im Gegensatz zur Rohmilch, die man frisch vom Bauernhof beziehen kann, ist die Milch aus dem Kühlregal in der Regel stark erhitzt (pasteurisiert, ultrahocherhitzt, etc.) und gefiltert (homogenisiert) worden, was die Inhaltsstoffe durchaus verändert.

Zudem kommt die meiste Milch aus konventionellen Mastbetrieben und weist Antibiotika-Rückstände und eine messbare Östrogenbelastung auf. Ob Biomilch eine Alternative ist, ist unklar, daher solltest Du Deinen täglichen Milchkonsum lieber einschränken und ggf. auf Alternativen ausweichen.

Quelle: Britisch Journal of Cancer

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