Matthias Bühler
Leichtathletik / Deutscher Meister 110 Meter Hürden 2009, WM-Teilnehmer 2009
Matthias Bühler, geboren am 2. September 1986, stammt aus Haslach im Kinzigtal und startet für die LG Offenburg. 2008 konnte er seine Ausbildung zum IT-System-Kaufmann erfolgreich abschließen. 2009 vertrat er Deutschland bei der Mannschafts-Europameisterschaft im Juni in Leiria und gewann im Juli in persönlicher Bestzeit seinen ersten Deutschen Meistertitel über 110 Meter Hürden.
Matthias Bühler: „In Berlin geht ein Kindheitstraum in Erfüllung“
110-Meter-Hürden-Meister Matthias Bühler nimmt kurz vor der Leichtathletik-WM in Berlin Stellung. Er spricht im netzathleten-Interview über seine Ziele, seine Zukunft und auf welchen Umwegen er zum Hürdensprint gekommen ist.
netzathleten: Zunächst einmal Glückwunsch zum Deutschen Meistertitel über 110 Meter Hürden in persönlicher Bestzeit (13,36 Sekunden) und zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Was war das für ein Gefühl, als Du realisiert hast, dass Du dabei sein würdest?
Matthias Bühler: Nun ja, der Bundestrainer hat uns schon im Vorfeld gesagt, dass die Entscheidung über die WM-Tickets in Ulm bei den Deutschen Meisterschaften fällt. Klar war: Wer nach Berlin will, muss unter die ersten Drei. Als ich dann im Ziel war, wusste ich direkt, dass ich mindestens Zweiter geworden bin. Die Qualifikation war also schon geschafft. Der Druck war sehr hoch vor den Meisterschaften, ich bin sehr erleichtert, dass ich im entscheidenden Rennen die Nase vorne hatte.
netzathleten: Was bedeutet es für Dich, sich in Berlin mit den Allerbesten der Welt messen zu können?
Matthias Bühler: Mit der Teilnahme an der Weltmeisterschaft geht natürlich ein Kindheitstraum in Erfüllung. Es ist meine erste WM, und dann noch im eigenen Land. Das ist eine einmalige Möglichkeit, und ich werde es natürlich genießen. Schließlich wird während meiner aktiven Laufbahn wohl kaum nochmal eine WM in Deutschland stattfinden.
netzathleten: Vor einem Jahr hast Du Deine Ausbildung zum IT-System-Kaufmann abgeschlossen. War es für Dich ernsthaft ein Thema, in diesem Beruf zu bleiben?
Matthias Bühler: Man muss natürlich die finanzielle Sicherheit sehen, die ein geregelter Beruf mit sich bringt. Doch für mich war eigentlich immer klar, dass ich mich nach der Ausbildung voll auf den Sport konzentrieren würde. Nach dem Motto „Wenn nicht jetzt, wann dann.“
netzathleten: Du bist auch ein guter 100-Meter-Läufer, Deine Bestzeit steht bei 10,52 Sekunden. Was hat Dich dazu bewogen, Dich auf die 110 Meter Hürden zu konzentrieren?
Matthias Bühler: Bis ich 17 war, habe ich Leichtathletik nur als Breitensport betrieben und zu Hause in Haslach etwa 3-mal pro Woche trainiert. Damals war ich noch 100-Meter-Sprinter, da es in Haslach nur eine Aschenbahn gab. Und da ist es natürlich sehr schwierig, Hürden zu trainieren. Ich bin dann schließlich wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten nach Offenburg gewechselt. Mein Trainer Wilhelm Seigel erkannte sofort meine Begabung für den Hürdensprint, da ich einen sehr schnellen kurzen Schritt hatte, was einen für den Hürdensprint geradezu prädestiniert. Sein Sohn Quentin Seigel (Deutscher Junioren-Meister 2008 über 400 Meter Hürden, d. Red.) war zu diesem Zeitpunkt noch Kurzhürdensprinter, was natürlich für mich optimal war.
netzathleten: Bei der Mannschafts-Europameisterschaft in Leiria (Portugal) im Juni durftest Du Deutschland auf den 110m-Hürden vertreten und folglich das Nationaltrikot tragen. Verleiht einem der Adler auf der Brust tatsächlich Flügel?
Matthias Bühler: Das tut er. Zumal es das erste Mal war, dass ich Deutschland vertreten durfte. Schließlich war ich vorher nie bei einer Junioren-WM oder Ähnlichem dabei. Es gibt einem schon noch einmal einen Extraschub, wenn man für sein Land starten darf.
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