Juliane Schenk
Badminton /
Juliane Schenk wurde 1982 geboren. Sie ist derzeit als Zeitsoldatin bei der Bundeswehr und profesionelle Badmintonspielerin. Juliane hat den Olympischen Spielen 2004 und 2008 teilgenommen. Ihre größten Erfolge sind unter anderem WM-Bronze 2007, EM-Bronze 2006,Gewinn der Spanish, Italian, Norwegian und Turkish Open 2007. 2009 holte sie die Siege bei den Dutch International, Finnish International und Austrian International.
Interview mit Juliane Schenk
Juliane Schenk zählt zu den erfolgreichsten Deutschen Badmintonspielerinnen. Die Olympiateilnehmerin von Peking spricht über Leistungsdichte, Reisestrapazen und was sie in ihrer Karriere noch für möglich hält.
Netzathleten: Zunächst einmal Herzlichen Glückwunsch zu Deinem tollen Erfolg beim Final-Turnier in Malaysia. Als zweite Deutsche nach Xu Huaiwen warst Du beim Masters-Finalturnier in Malaysia dabei, hast dort dann auch gleich das Finale erreicht. Gegen die Malaysierin Wong Mew Choo bist Du sogar leicht favorisiert gegangen. Überwiegt jetzt im Nachhinein die Freude über Deinen bisher größten Erfolg, oder die Enttäuschung, dass es doch nicht zum ganz großen Wurf gereicht hat?
Juliane Schenk: Für mich ist ein Spieler, der im Finale vor heimischem Publikum aufschlägt, in der Regel immer favorisiert. Ich hatte mir vorgenommen, dieses Finale vollkommen erwartungsfrei zu spielen und konnte demnach nicht enttäuscht sein. Die Freude über das Erreichte zu genießen habe ich gelernt, und dazu gehört, in dem Moment die Gier nach Mehr nicht aufkommen zu lassen.
Netzathleten: Du bist Sportsoldatin und kannst professionell trainieren. Wie sieht Dein Tagesablauf genau aus?
Juliane Schenk: In einer normalen Trainingswoche ist der Rhythmus in der Regel folgendermaßen: Vormittags sowie nachmittags jeweils rund eine dreistündige Trainingseinheit – zwischen den Einheiten stehen Physiotherapie, Termine und organisatorische Dinge an. Mittwochs ist so genannter Regenerationstag, hier wird nur einmal trainiert.
Netzathleten: Wie sieht es mit den Reisestrapazen aus, Ihr seid häufig in Asien unterwegs. Leidet die Leistung darunter?
Juliane Schenk: Mit Sicherheit ist es eine Belastung, regelmäßig nach Asien zu fliegen. Wenn es zu häufig hinter einander vorkommt, merke ich durchaus, dass die Kräfte nachlassen. Hier ist es wichtig, eine bestens abgestimmte Turnierplanung vorzunehmen, die allerdings nicht immer gelingt. Das richtige Maß an Belastung und Regeneration ist wichtig.
Netzathleten: Wie kräfteraubend ist so ein Turnier? Mehrere Spiele innerhalb einer Woche gegen Top-Gegnerinnen, da braucht man wahrscheinlich etwas Regenerationszeit im Anschluss?
Juliane Schenk: Natürlich sollte man nach einer intensiven Turnierwoche ausreichend Regeneration folgen lassen. Zumeist kommt dieser Punkt aber zu kurz, da es die verschiedenen Interessengruppen gibt, die einen fordern, wie z. B. Bundesliga, Bundeswehr, Bürokraten.
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