Marc Zwiebler
Badminton / 3x Deutscher Meister
Marc Zwiebler (* 13. März in Bonn) ist amtierender Deutscher Meister im Badminton. Insgesamt holte er bereits drei nationale Meiscterschaften (2005, 2008, 2009). Der deutsche „Spieler des Jahres 2008“ feierte im Oktober 2009 mit der Finalteilnahme bei den Denmark Open seinen größten Erfolg bei der Super-Series Tour. Zudem erreichte er bei den Olympischen Spielen in Peking das Achtelfinale und konnte in kleineren Turnierserien bereits mehrere Turniersiege feiern. Neben seiner aktiven Karriere studiert Marc Zwiebler BWL an der Universität Saarbrücken.
Interview mit Badmintonspieler Marc Zwiebler
Bei den Denmark Open sorgte Badmintonspieler Marc Zwiebler für den bislang größten Erfolg des Deutschen Badminton-Verbands (DBV). Zwar verlor er das Finale gegen den Indonesier Simon Santoso, dennoch war Rang zwei die bisher beste Platzierung eines DBV-Athleten bei einem Super Series-Turnier. Im netzathleten-Interview spricht Zwiebler über seinen Erfolg und seine Ziele für 2010.
netzathleten: Herzlichen Glückwunsch erst einmal zu Deinem Erfolg. Wie hast Du denn das Turnier empfunden?
Marc Zwiebler: Es war schon ein sehr außergewöhnliches Turnier. Ich bin eigentlich eher mit gemäßigten Erwartungen an den Start gegangen und habe nur versucht, von Spiel zu Spiel zu denken.
netzathleten: Hast Du Dich dann in einen Rausch gespielt oder wie erklärst Du Dir Deinen unerwarteten Erfolg?
Marc Zwiebler: Es war mit Sicherheit kein Selbstläufer. Ich musste mich in das Turnier hineinkämpfen und habe in dem einen oder anderen Spiel auch das nötige Quäntchen Glück gehabt. Das hat mir dann auch das nötige Selbstvertrauen gegeben, was sich dann am Ende auch ausgezahlt hat. In einen Rausch habe ich mich sicher nicht gespielt. Allerdings habe ich im Vorfeld des Turniers sehr viel mit meinem Trainer gesprochen. Das hat mir sehr viel im taktischen und mentalen Bereich gebracht.
netzathleten: Hast Du Dich denn auf das Turnier anders vorbereitet als sonst?
Marc Zwiebler: Die Vorbereitung war eigentlich nicht anders als sonst. Aber ich konnte mich besser auf das Turnier konzentrieren. Am Wochenende davor war Pause in der Bundesliga. Dadurch konnte ich viel schlafen und war körperlich und im Kopf fitter als sonst.
netzathleten: Wie enttäuschst bist Du denn, dass es mit dem Turniersieg am Ende nicht gereicht hat?
Marc Zwiebler: Ich sehe das Turnier mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich hatte eine tolle Woche, in der ich auch Indonesiens Nr. 1 geschlagen habe. Im Finale dann gegen Indonesiens Nr. 3 zu verlieren, war schon schade, zumal ich ja auch eine gute Chance hatte, ihn zu schlagen. Aber er hatte den Vorteil, im Turnier weniger Sätze gespielt zu haben, weil er jedes Spiel klar gewonnen hat. Ich musste öfter über 3 Sätze gehen. Das zehrt an den Kräften. Ich habe dann schnell gemerkt, dass meine Beine zumachten. Auch eine leichte Muskelentzündung unter dem Knie hat mir zu schaffen gemacht. Aber das soll keine Ausrede sein. Ich habe dann auch versucht, im Spiel meine Taktik umzustellen und ihn aus der Reserve zu locken. Das hat nicht geklappt. Santoso war an diesem Tag der bessere. Das muss man auch einmal anerkennen.
netzathleten: Das Ergebnis hört sich mit 14:21 und 6:21 deutlich an. Warst Du chancenlos?
Marc Zwiebler: Das mit Sicherheit nicht. Im ersten Satz habe ich einige leichte Punkte vergeben. Im zweiten Satz war dann irgendwann ein bisschen die Luft raus. Aber das Spiel war um einiges knapper als es das Ergebnis aussagt. Wir haben im 2. Satz fast 40 Minuten gespielt, was im Badminton schon verdammt lange ist. Leider musste ich mehr riskieren, was sich leider nicht ausgezahlt hat. Einige Bälle sind knapp ins Aus gegangen oder an der Netzkante hängen geblieben.
netzathleten: Was überwiegt nun? Freude oder Enttäuschung?
Marc Zwiebler: Auf jeden Fall die Freude. Ich habe gezeigt, dass ich mithalten kann und hoffe, dass das nicht mein letztes Finale auf der Tour war.
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