Maria Riesch ist die derzeit beste deutsche Skiläuferin. Die Olympia-Saison steht an und die Slalom-Weltmeisterin kann es kaum erwarten, dass es nach der strapaziösen Vorbereitung endlich losgeht. Wir haben uns mit der Powerfrau getroffen, um einen Einblick in ihr Leben und ihren Sport zu bekommen.
netzathleten: Maria, kramen wir zu Beginn doch ein wenig in der Vergangenheit. In einem Interview von 2002, Du warst 17, hattest Du keine große Lust mehr auf die Schule. Wie zufrieden bist Du, dass Du das Abitur doch gemacht hast? Maria Riesch: Damals, mit 16, 17, konnte ich das alles noch nicht so ganz einschätzen. Wie schnell die Skikarriere vorbei sein kann und wie viel Geld man letztlich mit dem Skifahren verdienen kann, oder auch nicht. Natürlich bin ich heute sehr froh, dass ich die Schule durchgezogen habe, ganz klar.
netzathleten: Du bist der gleiche Geburtsjahrgang wie Felix Neureuther, und Ihr kommt beide aus Garmisch-Partenkirchen. Kennt Ihr Euch bereits seit dem Kindergarten? Maria Riesch: Ja, der Felix und ich kennen uns schon ewig. Er hat nur ein paar Straßen weiter gewohnt. Wir waren im gleichen Kindergarten und in der gleichen Grundschule, er ist wirklich wie ein Bruder für mich.
netzathleten: Wie häufig seht Ihr Euch jetzt während der Vorbereitung? Maria Riesch: Wir laufen uns schon hin und wieder über den Weg. Wir trainieren beide am selben Olympiastützpunkt in Garmisch. Aber oft ist er beim Skitraining, während ich zu Hause Kondition bolze, oder umgekehrt. netzathleten: Haben Deine Eltern Dein Talent entdeckt? Maria Riesch: Na ja, wenn man in Garmisch wohnt, ergibt sich das eben so. Da wird man nun mal von den Eltern in den Skikurs gesteckt und dann wächst man da Schritt für Schritt rein. So kam eines zum anderen, aber dass meine Eltern das entdeckt hätten würde ich nicht sagen.
netzathleten: Du bist recht groß (1,81 Meter, Anm. d. Red.) für die Technikdisziplinen, die ja Deine Spezialität sind. Ist die damit verbundene Dynamik auch förderlich für die Technik? Maria Riesch: Ich fahre ja alle Disziplinen und gerade für die Abfahrt und den Super G ist es mit Sicherheit ein Vorteil, dass sich hier das Gewicht, das man als großer Athlet mitbringt, positiv auswirkt. Im Slalom ist es aber vor allem wichtig, dass man sich trotz der Größe schnell bewegen kann, und das kann ich eigentlich. Die einzige Disziplin, in der mir meine Größe vom Gefühl her eher hinderlich ist, ist der Riesenslalom. Gerade bei schwierigen, steilen Strecken und weil man dort bei relativ kurzem Torabstand immer an den Stangen vorbei fahren muss. Beim Slalom sind die Torabstände zwar noch geringer, aber da boxt man die Stangen weg und muss mit dem Oberkörper nicht immer an den Stangen vorbei.