Der schwäbische Ironman - Interview mit Michael Göhner
Michael Göhner, Profi-Triathlet seit 2006, startet am 10. Oktober beim legendären Ironman auf Hawaii. Wir sprachen mit dem 29-jährigen Reutlinger. Nach der guten Form der letzten Monate, will der Vizeeuropameister von 2007 und Sieger der diesjährigen Challenge in Roth auch auf Hawaii in die Top Ten.
Netzathleten: Du bist ja noch recht jung für einen Triathlonprofi auf der Langdistanz. Seit 2006 betreibst Du den Sport aber schon professionell und hast einige Erfolge vorzuweisen. Wie sehen Deine Planungen für die nächsten Jahre aus?
Michael Göhner: Ich gehöre zu den jüngeren, das stimmt, so habe ich noch ein paar Jahre als Profi vor mir. Drei bis vier Jahre plane ich auf jeden Fall noch weiter zu machen, so lange die Ergebnisse stimmen.
Netzathleten: Eigentlich kommst du aus der Wirtschaftsbranche und bist Finanzplaner. Hat sich das auf Deine Entscheidung, Profi zu werden, ausgewirkt, warst Du vorsichtiger bei diesem Schritt?
Michael Göhner: Ich hatte Riesenglück, dass der Übergang so nahtlos ging. Als Amateur wurde ich 2005 Fünfter bei der Challenge in Roth, da dachte ich mir, versuche es doch mal als Profi, damit du keinen Fulltime-Job neben dem Triathlontraining zu bewältigen hast. Noch dazu bin ich nach wie vor bei meinem Arbeitgeber, der Volksbank Reutlingen angestellt und kann jederzeit dort wieder einsteigen, so dass ich abgesichert bin. Es war also in der Tat nur ein begrenztes Risiko für mich, es mal als Profi zu versuchen.
Netzathleten: Bevorzugst Du die Olympische oder die Ironman-Distanz?
Michael Göhner: Bei der Olympischen Distanz ist das Schwimmen sehr entscheidend. Ich bin leider nur ein mäßiger Schwimmer, da habe ich einfach keine Chance in den anderen Disziplinen noch etwas gut zu machen – so ehrlich muss ich sein. Außerdem hat mich die Langdistanz schon immer fasziniert. Ein Wettkampf über acht Stunden ist einfach etwas Besonderes.
Netzathleten: Wie ernährst Du Dich während eines so langen Wettkampfes?
Michael Göhner: Seitdem ich mit Dr. Wolfgang Feil zusammenarbeite, hat sich meine Wettkampfverpflegung sehr stark verbessert. Bei solch einer langen Belastungszeit wie beim Triathlon, ist der energetische ein ganz entscheidender Punkt. Wenn man im richtigen Verhältnis mehr Energie zu sich nehmen kann, wirkt sich das sehr positiv auf die Ergebnisse aus. Ich bin wirklich froh, mit Dr. Feil einen versierten Experten an meiner Seite zu haben.
Netzathleten: Wie empfindest Du die öffentliche Wahrnehmung des Triathlonsports, die Repräsentanz in den Medien?
Michael Göhner: Im Breitensport boomt der Sport ungemein, das sieht man auch an den Anmeldezahlen. Der Ironman Germany 2010 war zum Beispiel nach kurzer Zeit ausgebucht. Die Fernsehpräsenz kommt auch langsam, aber vom Aufwand her ist es schwierig, einen so langen Wettkampf zu übertragen. Da hat es die Olympische Distanz ein bisschen einfacher. Als „Ironman“ erreicht man aber auch weniger Medienpräsenz, da man nur zwei, maximal drei Wettkämpfe pro Jahr absolviert, wenn man den Sport ambitioniert betreiben will. Da haben es die Fußballer einfacher, die sieht man jede Woche, teilweise mehrfach auf der Mattscheibe.
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