Erinnern und gemeinsam handeln

Erinnern und gemeinsam handeln

Nicht erst seit Bekanntwerden der NSU-Mordserie wissen wir, dass Neonazis in vielen gesellschaftlichen Bereichen aktiv sind und rechtsextremistisches Gedankengut auch in der Mitte der Gesellschaft zu finden ist. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Es gilt vielmehr, noch intensiver dagegen vorzugehen, anstatt wegzusehen oder zu resignieren.

Rechtsextremismus und Diskriminierung sind in keiner Erscheinungsform akzeptabel, dürfen nicht geduldet oder gar verharmlost werden. Dies gilt überall, auch im Sport, der von rechtsextre-mistischen und rassistischen Sprüchen und Handlungen nicht verschont bleibt. Verletzt werden dadurch nicht nur die Geschmähten, deren Menschenwürde mit Füßen getreten wird. Geschadet wird auch dem Sport, den Fans, dem Ansehen der Vereine und der Gesellschaft insgesamt. Wer schweigt und untätig bleibt, trägt dazu bei, dass sich Rechtsextremismus mit seiner menschen-verachtenden Gesinnung verbreitet und immer größeren Einfluss bekommt.

Der organisierte Sport, allen voran der Deutsche Olympische Sportbund, die Deutsche Sport-jugend, der Deutsche Fußballbund und die Landessportbünde, nehmen ihre Verantwortung ernst und haben bereits vieles getan, um gegen Rechtsextremismus vorzugehen. Um wirklich erfolg-reich zu sein, braucht der Sport aber die Unterstützung aller Vereine, Verbände und ihrer Mitglieder, der Fans und Zuschauer und natürlich der Sportlerinnen und Sportler selber. Und es braucht die Unterstützung aller gesellschaftlicher Gruppen.

Es genügt auch nicht, gegen die Täter vorzugehen und sie zu bestrafen, denn das hilft den Opfern nicht. Rechtsextremisten muss frühzeitig Einhalt geboten werden und es darf gar nicht erst zu Opfern kommen. Das kann nur gemeinsam erreicht werden und braucht eine klare Positionierung der Gesellschaft insgesamt, die Rechtsextremisten, wo immer sie aktiv werden, die rote Karte zeigt. Dies lässt sich staatlich nicht verordnen, sondern dafür müssen die Men-schen vor Ort gewonnen werden, die in den Vereinen, auf den Zuschauerrängen und in ihrem sonstigen Umfeld deutlich machen, dass sie Rechtsextremismus ablehnen und sich gemeinsam dagegen zur Wehr setzen.

Das zu erreichen, ist Ziel der im Januar 2011 gestarteten Kampagne „Sport und Politik verein(t) gegen Rechtsextremismus“. Damit die Menschen hinhören, hinsehen, aktiv werden und sich zum Anwalt der Opfer machen, nicht nur im Sport. Das hilft den Opfern, grenzt die Täter mit ihrer menschenverachtenden Haltung aus und schützt unsere Demokratie, die nicht selbstverständlich ist, sondern von uns gelebt und verteidigt werden muss. Und es zeigt, dass wir uns nicht nur erinnern, sondern dass wir aus der Geschichte gelernt haben. Mit verein(t)en Kräften können wir unser Ziel erreichen: eine Gesellschaft ohne Rechtsextremismus und Diskriminierung.

Prof. Gunter A. Pilz

(Der Autor ist Vorsitzender des Beratungsnetzwerks zur Kampagne „Sport und Politik verein(t) gegen Rechtsextremismus“ und Träger des DOSB-Ethikpreises 2012)

Quelle: DOSB-Presse

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