Die zehn größten Fitnesslügen
Es existieren eine Reihe von Mythen, die sich rund um das Thema Sport ranken. Ob Krafttraining, Stretching oder die richtige Ernährung: Irreführende Behauptungen gibt es immer wieder. Damit Ihr in der nächsten Sportdiskussion auftrumpfen könnt, stellen Euch die netzathleten die zehn größten Fitnesslügen vor.
Fitnesslüge Nr. 1: Joggen schadet den Gelenken.
Die Gelenke werden beim Joggen mit dem zwei- bis dreifachen Körpergewicht belastet. Das ist aber nicht unbedingt schädlich für die Gelenke. Joggen verbessert ihre Funktionsfähigkeit und regt die Produktion der Gelenkflüssigkeit an. Diese wird dünnflüssiger, sodass der Knorpel besser mit Nährstoffen versorgt werden kann. Wer regelmäßig joggt, schützt sich sogar vor Arthrose. Wer jedoch stark übergewichtig ist, sollte erstmal mit lockerem Walking beginnen. Die Gelenke werden so behutsam an die Belastung gewöhnt. Auch die Beinstellung, sprich X- oder O-Beine, können die Gelenke ungleichmäßig belasten.
Fitnesslüge Nr. 2: Stretching ist vor und nach Sport ein Muss.
Stretching nach dem Training schützt nicht vor Muskelkater. Im Gegenteil: Das Dehnen eines vom Training möglicherweise ohnehin schon überstrapazierten Muskels kann einen simplen Muskelkater sogar noch verschlimmern.
Das heißt aber nicht, dass Dehnen gänzlich überflüssig ist. Es kommt nämlich darauf an, welchen Sport man ausübt. Statisches Stretching, wie es in der Vergangenheit in den meisten Sportarten praktiziert wurde, macht neuesten Erkenntnissen zufolge nur bei Sportarten Sinn, in denen Beweglichkeit von entscheidender Bedeutung ist. Wo Schnellkraft gefragt ist, sollte dagegen dynamisch gedehnt werden. Darüber hinaus raten viele Experten mittlerweile dazu, spezielle Stretching-Tage einzulegen; also Tage, an denen nach einem leichten Warm Up ausgiebig gedehnt und optional noch leicht stabilisiert wird.
Fitnesslüge Nr. 3: Die Fettverbrennung setzt erst nach einer halben Stunde ein.
Diese Behauptung ist aus der Luft gegriffen. Ab der ersten Minute verbrennt der Körper bei sportlicher Betätigung Fett. Wichtig ist hierbei jedoch die Belastungsintensität. Mit steigender Belastung sinkt der Anteil der Energiegewinnung aus Fett und der Anteil der Energiegewinnung aus Kohlenhydrate steigt. Um die individuell optimale Belastung festzustellen, eignen sich ein Laktatstufentest oder eine Ergospirometrie.
Fitnesslüge Nr. 4: Einmal trainieren in der Woche bringt nichts.
Das stimmt nicht so ganz. Für Untrainierte ist der Einstieg mit einer Trainingseinheit pro Woche durchaus effektiv. Sportarten wie Walking oder Radfahren bieten sich zu Beginn an. Schon eine halbe Stunde hilft, das Herz-Kreislauf-System zu stärken. Die Intensität sollte langsam gesteigert werden, dann lässt sich das Training auch auf zwei oder drei Tage in der Woche ausweiten.
Fitnesslüge Nr. 5: Krafttraining fördert eine extrem ausgebildete Muskulatur bei Frauen.
Frauen, die Krafttraining betreiben, sehen nicht gleich aus wie die extremsten Bodybuilderinnen. Ein sanftes Krafttraining sorgt dafür, dass die Muskulatur ausgebildet und gestrafft wird. Erst eine sehr hohe, regelmäßige Trainingsintensität über einen längeren Zeitraum und eine entsprechende Ernährung können beim Krafttraining dazu führen, dass die Muskeln deutlich hervortreten und die weibliche Statur etwas härter erscheinen lassen.
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