So trainiert unsere Ski-Elite – Ein Trainingstag mit dem DSV

So trainiert unsere Ski-Elite – Ein Trainingstag mit dem DSV

Bei den Athleten des Deutschen Ski Verbandes (DSV) wissen vor allem die Damen zu überzeugen. Drei Goldmedaillen bei Olympia und zwei Kristallkugeln in der letzten Saison sprechen für sich. Aber auch bei den Männern gibt es wieder einen Siegfahrer. Wir haben die Skifahrer im Training besucht, um zu sehen, wie die Erfolge gemacht werden.

 

Sölden, 3.000 Meter Höhe. Auf dem Rettenbachferner hat es bereits Anfang Oktober Neuschnee gegeben. Für die Alpin-Athleten des Deutschen Skiverbandes sind die Bedingungen dennoch nicht optimal, die Piste ist zu weich. Die Skifahrer, allen voran die Olympiasiegerinnen Maria Riesch und Victoria Rebensburg, Weltmeisterin Kathi Hölzl und Weltcupsieger Felix Neureuther, mögen vereiste, brettharte Strecken. Nach einem 15-minütigem Aufwärmprogramm, das laut Riesenslalomweltmeisterin Kathi Hölzl „ein wenig an die Skigymnastik im Fernsehen erinnert, aber absolut unverzichtbar ist“, geht es auf die Piste.

Die Sieger werden im Sommer gemacht

Hinter dem Team liegt zum jetzigen Zeitpunkt bereits eine lange Vorbereitung, schließlich besagt ein altbekannter Leitsatz, dass die Gewinner des Winters bereits im Sommer gemacht werden. In einer langen Saison, in der im Februar die Alpine Ski-WM im heimischen Garmisch-Partenkirchen wartet, sind konditionelle Grundlagen die Grundvoraussetzung für Erfolg. Ausdauercamps auf dem Rennrad in Spanien und Laufen und Kraftausdauer im Trainingszentrum von Kienbaum, wo sich auch die deutschen Leichtathleten auf Großereignisse vorbereiten, standen auf dem Programm. Dazu mehrwöchige Trainingslager in den Skigebieten Neuseelands und Chiles – so sieht der Sommer der deutschen Skiprofis aus.

Fotostrecke

Trainingsfotos


Zusätzlich motiviert das Trainerteam die Fahrer, indem diese ihre Ziele für die Saison bereits im Sommer zu Papier bringen müssen. „Sie sollen sich ständig bewusst sein, dass sie Rennfahrer sind und für ihre Ziele arbeiten müssen“, sagt DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier, der ständig an strukturellen Verbesserungen im Verband arbeitet. An den Kosten der Trainingslager in Übersee müssen sich die Skifahrer übrigens selbst beteiligen. Der Etat des DSV beträgt nur ein Drittel dessen, was die Skigroßmächte Österreich und Schweiz zur Verfügung haben. Eine finanzielle Diskrepanz, die der Hauptgrund für die ständigen strukturellen Reformen Wolfgang Maiers ist.

Der Feinschliff auf der Piste

Nachdem die konditionellen Grundlagen gelegt wurden, wird kurz vor der Saison (Weltcupauftakt in Sölden am 23./24. Oktober) am technischen Feinschliff gearbeitet. Die Kurse für die Trainingseinheit sind nicht zu anspruchsvoll und aufgrund der äußeren Bedingungen in Sölden nicht in den Ausmaßen eines Weltcups gesteckt. 10 bis 15 Fahrten absolvieren die Fahrer während der morgendlichen Trainingseinheit. Erholung gibt es jeweils in der Gondel auf dem Weg nach oben.

Harter Konkurrenzkampf im DSV

Am Ende der Strecke warten die DSV-Trainer, die nach jeder Fahrt mit Ratschlägen und Kritik auf die Athleten zugehen. Jedoch sind es nur Nuancen, für das ungeübte Auge kaum wahrnehmbare Fehler, auf die sie aufmerksam machen. Und die Profis wirken selten zufrieden. Nach vielen Fahrten gehört Kopfschütteln zur ersten Reaktion der Riesch-Schwestern und der anderen Fahrer. Diese Unzufriedenheit zeigt die Ambitionen, mit denen die deutschen Skifahrer an den Start gehen. Sie arbeiten hart für den Erfolg – und das zahlt sich aus.

Auch die während des Trainings genommenen Zeiten werden zur Analyse herangezogen, schließlich soll immer das Optimum aus den Fahrten herausgeholt werden. Teamintern fordert der Konkurrenzkampf auch gerade die Nachwuchsfahrer, immer an ihre Grenzen zu gehen. Eine bessere Trainingszeit als Doppelolympiasiegerin Maria Riesch zu fahren, ist für die Jüngeren wohl Ansporn genug, in jedem Training alles zu geben. Mehr dazu auch von Christina Geiger, in unserem Video über das DSV-Training:

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Kraftraum, Laufen, Radfahren – entspannen!

Steht im Sommer noch häufig der Kraftraum auf dem Trainingsprogramm, dient er so kurz vor der Saison nur noch sporadisch zu Trainingszwecken. Vielmehr dient er meistens zur Behandlung individueller Probleme einzelner Athleten. Diejenigen, die fit sind, machen am Nachmittag leichtes Lauftraining, fahren Rad und absolvieren schließlich ausgiebige Dehnübungen. Im Anschluss wird anderweitig Abwechslung vom Trainingsalltag gesucht.


Doppelolympiasiegerin Maria Riesch, die in der trainingsfreien Zeit schon mal mit Lindsay Vonn ein paar Bälle auf dem Tennisplatz schlägt, versucht dann zu entspannen: „Einen Ausgleichssport braucht man in der heißen Phase der Saisonvorbereitung nicht mehr. Da ist man froh, wenn man auch mal die Füße hochlegen kann.“ Verständlich, bei ihrem Pensum und dem Rummel um ihre Person.

 

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