Physiologie: Muskeln wachsen schneller durch mTOR-Aktivierung
Weniger ist mehr. Eine hohe Trainingsintensität bei minimalem Energieverbrauch steigert die mTOR-Aktivität und führt zu maximalem Muskelaufbau. Das erreicht man am Besten durch Negativtraining.
Ob Olympioniken oder Gladiatoren, bereits in der Antike nutzten Sportler Krafttraining, um ihre Muskulatur aufzubauen. Auch wenn die damaligen Athleten nicht über das heutige Wissen verfügten, so wussten Sie dennoch, dass Training mit Gewichten die eigene Kraft steigert.
Beim Krafttraining kommt es darauf an, regelmäßig zu trainieren und systematisch die Intensität zu erhöhen. Mit der Zeit passt sich der Körper an, und man kann mehr Gewicht heben. Die Theorie dahinter heißt Überlastungsprinzip. Obwohl dieses Prinzip schon seit Langem bekannt ist, streiten Wissenschaftler immer noch darüber, wie oft, wie lang und wie intensiv eine Belastung sein sollte, um einen maximalen Kraftzuwachs zu erzielen.
Warum wachsen Muskeln
Um diese Frage beantworten zu können, muss man erst mal verstehen, warum Muskeln überhaupt wachsen. Genau hier ist aber der Knackpunkt. Trotz jahrelanger Forschung gibt es nur Theorien, die eine Muskelhypertrophie erklären sollen. In allen wissenschaftlichen Modellen hat sich aber eine Gemeinsamkeit gezeigt: Unser Körper reagiert auf intensives Krafttraining als erstes mit einem gesteigerten Proteinaufbau.
Eine zentrale Rolle beim Muskelproteinaufbau spielt das Protein mTOR (engl. mammalian target of rapamycin). mTOR fungiert als Enzym, das an- und ausgeschaltet werden kann. Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der mTOR-Aktivität und der Trainingsintensität. Somit besteht auch eine Beziehung zu Muskelwachstum und Muskelkraft.