Helfen Pronationsstützen wirklich?

Helfen Pronationsstützen wirklich?

Nur vier von zehn Läufern in Deutschland zählen zu den so genannten „Normalläufern”. Das bedeutet, dass sie ein neutrales Abrollverhalten haben und mit Laufschuhen ohne zusätzliche Stützen bestens bedient sind. Allen anderen wird zu speziellen Schuhen geraten. Doch sind die überhaupt nötig?

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Rund 45 Prozent der Läufer hierzulande zählt zur Gruppe der Pronierer. Das bedeutet, dass ihre Füße und ihre Fußgelenke nach dem Aufsetzen etwas nach innen kippen, um die Stoßbelastung zu verringern. Diese Bewegung ist eigentlich normal, doch ab einer Abweichung von 6 Grad sprechen Sportwissenschaftler und -mediziner von der so genannten Überpronation.

Stützen sollen Überpronation eindämmen


Eine Überpronation kann zu einer übermäßigen Belastung von Kniegelenk, Knöchel und Fuß führen und somit das Verletzungsrisiko erhöhen. Um dies zu verhindern und auch Überpronierern ein möglichst beschwerdefreies Laufen zu ermöglichen, hat die Schuhindustrie im Lauf der Zeit immer mehr Modelle mit Stützelementen auf der Innenseite produziert.

Wissenschaftler der Universität Hongkong wollten nun die Frage klären, ob diese Schuhe überhaupt Vorteile gegenüber neutralen Laufschuhen bieten, und welche Auswirkungen das Tragen des „falschen“ Schuhs für einen Überpronierer hätte.

Studie: Was bringen Pronationsstützen?


Die Forscher führten hierzu Messungen bei 25 Freizeitläufern mit Überpronation durch. Am Anfang und am Ende zweier je 1,5 Kilometer langer Läufe wurde der Fußabdruck der Probanden gemessen. Weiterhin erhielten die Sportler spezielle Einlegesohlen, die mit Sensoren ausgestattet wurden. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler die Stärke und die Verteilung des Fußdrucks während des Laufens analysieren. Der erste Lauf wurde in Spezialschuhen für Überpronierer durchgeführt, der zweite in neutralen Laufschuhen.



Nach Auswertung aller Daten kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass der Fußdruck in den Bewegungskontrollschuhen vom Anfang bis zum Ende gleich geblieben war – nämlich gleichmäßig verteilt. Trugen die Probanden jedoch neutrale Laufschuhe, so verteilte sich der Druck selbst auf dieser verhältnismäßig kurzen Strecke zunehmend auf den medialen Mittelfuß und das erste Mittelfußköpfchen. Diese Teile des Fußes wurden um 15 bzw. 8 Prozent stärker belastet als das Umfeld, Tendenz steigend.

Dieses Ergebnis verdeutlicht einmal mehr, dass es bei der Schuhwahl nicht einfach mit dem erstbesten Paar getan ist, das einem passt und optisch ansprechend ist. Schließlich liegt ein Grund für Blessuren und Wehwehchen bei Hobbyläufern immer noch in der falschen Schuhwahl. Eine Laufstilanalyse und dementsprechend der Kauf eines Schuhs, der zur individuellen Biometrie passt, gewinnen anhand dieser Ergebnisse jedenfalls immer mehr an Bedeutung.

Quelle: Physical Therapy

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