Therapie

Das Piriformis-Syndrom äußert sich im Anfangsstadium als entzündliche Reaktion auf eine Überlastung, ein Trauma oder Haltungsschäden. Wenn der Piriformis stark entzündet ist, führt dies dazu, dass der Ischiasnerv eingeklemmt wird. Eine Behandlung mit nicht rezeptpflichtigen nichtsteroidalen Entzündungshemmern lindert die Schmerzen und verringert die Entzündung. Darüber hinaus empfiehlt sich eine Behandlung der Schmerzen mit anderen konservativen Mitteln, z. B. Ruhe, Kompression und Kühlung des schmerzhaften Bereichs.

Bei fortscheitender Erkrankung kommt es zu einem Kreislauf von Muskelspasmen, Schmerzen und Kompensation durch die Körperhaltung. In diesem Stadium wird der Patient in der Regel zu einem Physiotherapeuten überwiesen. Zur Behandlung der Entzündung und Verringerung der Muskelspasmen können Ultraschall und Eisspray eingesetzt werden. Probleme mit dem Weichgewebe können manuell therapiert werden, z. B. durch myofasziale Triggerpunkte zum Lösen von Verspannungen. Mit sportlichen Übungen und Stretching wird der verkürzte Muskel dann gedehnt, der Beckengürtel gestärkt und Haltungsschäden werden korrigiert. In einer 10-Jahres-Studie kamen Wissenschaftler aus New York zu dem Ergebnis, dass eine Physiotherapie, die bis zu 3 Monate lang 2- bis 3-mal wöchentlich durchgeführt wird, bei den meisten Patienten zu einer Verbesserung um 60–70 % führt.(3)

Obwohl die Symptome meistens nur an einem Bein auftreten, sollte das schmerzfreie Bein auf jeden Fall mit behandelt werden. Die New Yorker Studie ergab, dass Überanstrengung (43 % von 876 Patienten) und eine Verletzung (18 % von 892 Patienten) die häufigsten Ursachen des Piriformis-Syndroms sind. Im Rahmen der besagten Studien untersuchte man bei den Patienten mit Piriformis-Syndrom auch die Nervenleitung des symptomfreien Beins. Die Untersuchungsergebnisse dabei fielen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne Piriformis-Beschwerden deutlich schlechter aus. Da Überanstrengung und Verletzungen normalerweise immer an beiden Beinen auftreten, sollten die Therapiemaßnahmen ebenfalls immer beidseitig durchgeführt werden.

Falls konservative Maßnahmen erfolglos bleiben, besteht die Möglichkeit, eine Injektion gegen die Piriformis-Schmerzen zu verabreichen. In der genannten kalifornischen Studie gingen die Wissenschaftler so vor, dass sie Patienten, bei denen sie ein Piriformis-Syndrom vermuteten, Anästetika und Corticoide injizierten.(2) Wenn die Symptome ganz oder fast ganz verschwanden, galt dies als Bestätigung für ein Piriformis-Syndrom. Patienten, bei denen die Symptome in weniger als 1 Woche zurückkehrten, wurden zur Weiterbehandlung an einen Chirurgen überwiesen. Dauerte es länger als 1 Woche, bis die Symptome wiederkamen, erhielten die Patienten im Abstand von 4 Wochen bis zu 2 weitere Injektionen. Waren die Schmerzen auch nach diesen zusätzlichen Injektionen noch nicht völlig beseitigt, wurden diese Patienten ebenfalls zur Weiterbehandlung an einen Chirurgen überwiesen.

Bei 68 % der 239 untersuchten Patienten wurde ein Piriformis-Syndrom diagnostiziert. Davon waren 23 % nach 1 oder 2 Injektionen vollkommen beschwerdefrei. Bei 37 % bewirkten die Injektionen eine längerfristige Schmerzlinderung (länger als 6 Monate), bevor die Symptome erneut auftraten. Allerdings war im Anschluss an die Injektionsbehandlung keine Physiotherapie durchgeführt worden. Dies erklärt, warum sich die Symptome wieder einstellten.

Bei einem operativen Eingriff wird die Spannung an der Sehne des Piriformis gelöst, so dass der Ischiasnerv nicht mehr zusammengedrückt wird. Es wird dabei auch untersucht, ob der Ischiasnerv Vernarbungen oder Gewebeverklebungen aufweist, die zu Irritationen führen könnten. 59 % der Patienten, die im Rahmen der kalifornischen Studie an einen Chirurgen überwiesen worden waren, waren mit dem Ergebnis der Operation äußerst zufrieden. Auch nach langer Zeit (nach mehr als 2 Jahre nach der Operation) berichteten Patienten in 62 % der Fälle von sehr guten Ergebnissen.

Für die Operation, die früher als größerer Eingriff galt (mit einem ähnlich großen Schnitt wie bei einer Hüftoperation), ist heute nur noch ein ca. 3 cm langer Schnitt nötig. Folglich bedeutet ein operativer Eingriff heute nicht mehr das Ende der sportlichen Karriere. Die meisten können schon nach 2 Wochen wieder ihre gewohnten täglichen Aktivitäten aufnehmen und mit einem Training im Tiefwasserlaufen oder Schwimmen bald wieder beginnen.


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Es gibt 13 Kommentare

Ludwig,Lydia schrieb am 15.05.12 um 18:23
Habe seit fast 3 Jahren das PFS und bin ständig auf Bandscheibenbeschwerden therapiert worden.MRT von LWS und Becken/Hüfte brachte keinen Befund,d.h.nur leichte Vorwölbung einzelner BS.Habe hier vom Piriformissyndrom gelesen und bin seit einigen Wochen damit in Physiotherapie.Zusätzlich absolviere ich die Dehnübungen-und JA-die tun höllisch weh-,aber mir hilft es.Habe auch nach längerer Abstinenz wieder mit leichtem Training begonnen,1 mal/Woche schwimmen,Indoorcycling und etwas Krafttraining.Es ist eindeutig besser und so konnte ich die mir vom Neurochirurgen vorgeschlagenen PRT-Spritzen erstmal abwenden.Man wird aber schon immer irgendwie als Hypo behandelt,habe ich manchmal den Eindruck.Nur ihr kennt wohl meine Schmerzen ;) Gute Besserung....
Ludwig,Lydia schrieb am 15.05.12 um 18:22
Habe seit fast 3 Jahren das PFS und bin ständig auf Bandscheibenbeschwerden therapiert worden.MRT von LWS und Becken/Hüfte brachte keinen Befund,d.h.nur leichte Vorwölbung einzelner BS.Habe hier vom Piriformissyndrom gelesen und bin seit einigen Wochen damit in Physiotherapie.Zusätzlich absolviere ich die Dehnübungen(und JA-die tun höllisch weh),aber mir hilft es.Habe auch nach längerer Abstinenz wieder mit leichtem Training begonnen,1 mal/Woche schwimmen,Indoorcycling und etwas Krafttraining.Es ist eindeutig besser und so konnte ich die mir vom Neurochirurgen vorgeschlagenen PRT-Spritzen erstmal abwenden.Man wird aber schon immer irgendwie als Hypo behandelt,habe ich manchmal den Eindruck.Nur ihr kennt wohl meine Schmerzen ;) Gute Besserung....
Lyly schrieb am 15.05.12 um 18:21
Habe seit fast 3 Jahren das PFS und bin ständig auf Bandscheibenbeschwerden therapiert worden.MRT von LWS und Becken/Hüfte brachte keinen Befund,d.h.nur leichte Vorwölbung einzelner BS.Habe hier vom Piriformissyndrom gelesen und bin seit einigen Wochen damit in Physiotherapie.Zusätzlich absolviere ich die Dehnübungen(und JA-die tun höllisch weh),aber mir hilft es.Habe auch nach längerer Abstinenz wieder mit leichtem Training begonnen,1 mal/Woche schwimmen,Indoorcycling und etwas Krafttraining.Es ist eindeutig besser und so konnte ich die mir vom Neurochirurgen vorgeschlagenen PRT-Spritzen erstmal abwenden.Man wird aber schon immer irgendwie als Hypo behandelt,habe ich manchmal den Eindruck.Nur ihr kennt wohl meine Schmerzen ;) Gute Besserung....
Lyly schrieb am 15.05.12 um 18:19
Habe seit fast 3 Jahren das PFS und bin ständig auf Bandscheibenbeschwerden therapiert worden.MRT von LWS und Becken/Hüfte brachte keinen Befund,d.h.nur leichte Vorwölbung einzelner BS.Habe hier vom Piriformissyndrom gelesen und bin seit einigen Wochen damit in Physiotherapie.Zusätzlich absolviere ich die Dehnübungen(und JA-die tun höllisch weh),aber mir hilft es.Habe auch nach längerer Abstinenz wieder mit leichtem Training begonnen,1 mal/Woche schwimmen,Indoorcycling und etwas Krafttraining.Es ist eindeutig besser und so konnte ich die mir vom Neurochirurgen vorgeschlagenen PRT-Spritzen erstmal abwenden.Man wird aber schon immer irgendwie als Hypo behandelt,habe ich manchmal den Eindruck.Nur ihr kennt wohl meine Schmerzen ;) Gute Besserung....
Lyly schrieb am 15.05.12 um 18:19
Habe seit fast 3 Jahren das PFS und bin ständig auf Bandscheibenbeschwerden therapiert worden.MRT von LWS und Becken/Hüfte brachte keinen Befund,d.h.nur leichte Vorwölbung einzelner BS.Habe hier vom Piriformissyndrom gelesen und bin seit einigen Wochen damit in Physiotherapie.Zusätzlich absolviere ich die Dehnübungen(und JA-die tun höllisch weh),aber mir hilft es.Habe auch nach längerer Abstinenz wieder mit leichtem Training begonnen,1 mal/Woche schwimmen,Indoorcycling und etwas Krafttraining.Es ist eindeutig besser und so konnte ich die mir vom Neurochirurgen vorgeschlagenen PRT-Spritzen erstmal abwenden.Man wird aber schon immer irgendwie als Hypo behandelt,habe ich manchmal den Eindruck.Nur ihr kennt wohl meine Schmerzen ;) Gute Besserung....
richard schrieb am 16.04.12 um 20:21
ich habe das Pfs. jetzt schon 6 Jahre !!! Neimand konnte mir bisher helfen, u.a. Prof. Grönemeyer/Bochum; knochenbrecher, Osteheopathen, Neurologen, Physiotherapeuten, etc., etc. Habe alle Behandlungen hinter mir, Triggerpunktbeh., Gymnastik, Muskelrezeptorenbeh.-> Mein Hauptproblem ist, dass ich immer Verhärtungen der Lendenmuskulatur, mittig des Rückenteils habe aus´f der die piriformisbeschwerden sind. TIPS neheme ich geren noch entgegen ... .
manfred schrieb am 08.04.12 um 15:43
habe seit ca. 4 monaten dieselben symptome. Habe bei ärzten u. physios bisher noch keine nachvollziehbare diagnose erhalten. CT und MRT zeigen keinen Unauffäülligkeiten. Habe im internet von piriformis-syndrom erfahren. Die die hier beschriebenen Schmerzen treffen genau auch auf mich zu. Stechende Schmerzen beim Aotohafhren im linken Gesäß/Oberschenkel - runter bis in die Wade. Stiegensteigen nur unter Schmerzen möglich. Habe begonnen die Dehnübungen zu machen - das tut ja höllisch weh. - ist das normal? Habe eine Frage an meine Leidensgenossen: ich habe zu Hause eine "Rüttelplatte" (power-plate) ist das hilfreich oder contraproduktiv?
barbara schrieb am 17.03.12 um 09:51
nach einem jahr voller teilweise stärkster schmerzen habe ich endlich eine für mich nachvollziehbare diagnose piriformis-s. erhalten. endlich habe ich wieder hoffnung auf heilung - nun muss ich nuir noch den arzt finden, der mir diese heilung ermöglicht. bin für jeden ratschlag sehr dankbar. barbara
Andrea K. schrieb am 19.02.12 um 22:50
Andrea K.
Nach schwerem Sturz und einem Bergab-Halbmarathon hat sich unmittelbar ein Piriformis-Syndrom eingestellt, an dem ich nun seit über einem halben Jahr herumlaboriere. Der Beitrag hier hat mir zum Verständnis sehr geholfen, weil selbst Sportärzte das Piriformis-Syndrom kaum kennen (!?)Was wirklich hilft zur Kräftigung der Hüftmuskulatur ist konsequentes Training mit Redcord, z. B. in Kombintion mit Physiotherapie. Andrea
Praxis für Osteopathie schrieb am 30.08.11 um 14:59
das einzige was beim Piriformissyndrom wirklich hilft ist die hochenegetische Stosswelle (radiale Stosswelle hilft weniger). Wir haben in unserer Praxis sehr hohen Therapieerfolg mit dieser Technik! 02832930110
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