Sportverletzung: Der Leistenbruch
Ein Ziehen in der Leiste ist schmerzhaft, geht aber meistens recht schnell wieder vorbei. Anders ist es, wenn in einem Teil der Leiste eine Lücke entsteht. Dieser so genannte Leistenbruch kann sehr gefährlich werden.
Der Leistenbruch ist eine Verletzung, von der überwiegend Männer betroffen sind. Nur jeder zehnte Leistenbruch ((lat. Hernia inguinalis) wird bei einer Frau diagnostiziert. Bei der Leistenhernie wird der Leistenkanal durchbrochen und es kommt zu einer sackartigen Ausstülpung des Bauchfells. Dies kann sehr gefährlich sein, da Eingeweideteile durch den Leistenkanal oder den Bauchraum treten können und dort von der Blutversorgung abgeschnitten werden. Das ist zum einen schmerzhaft und zum anderen gefährlich. Denn ist die Versorgung gekappt, können diese Teile des Darms oder anderes Gewebe absterben. Im Normalfall geschieht dies aber eher selten, sofern der Bruch rechtzeitig erkannt wird.
So entsteht ein Leistenbruch
Beim Leistenbruch muss man zwischen angeborenen und spontanen Hernien unterscheiden. Häufig haben Neugeborene einen Leistenbruch, wenn bei ihnen die Bauchwand noch nicht vollständig geschlossen ist. Bei einem akuten Leistenbruch sind Muskeln geschwächt bzw. es bestehen Faszienlücken, an denen es dann zum Durchbruch kommt. Auch eine jahrelang zurückliegende Operation, bei der ein Bauchschnitt vorgenommen wurde, kann die Ursache einer Hernie sein, da im Narbengewebe die Stabilität und Beweglichkeit des Gewebes herabgesetzt ist. Kommt es dann zu einem plötzlichen Druckanstieg im Bauchraum, beispielsweise beim Husten oder bei einer großen Kraftanstrengung, kann diese Schwachstelle nachgeben, und es kommt zum Leistenbruch. Andere Risikofaktoren sind Übergewicht, Gewebeschwäche oder Erbrechen.
So erkennt man den Leistenbruch
Der Leistenbruch ist einfach zu erkennen, da im Leistenbereich eine Wölbung nach außen sicht- oder zumindest ertastbar ist. Zudem hat der Betroffene einen leichten, ziehenden Schmerz in der betroffenen Region, der beim Ertasten stärker wird. Bei Männern kann der Schmerz auch in die Hoden ausstrahlen. Sind Teile des Darms oder anderen Gewebes eingeklemmt, sind die Schmerzen in der Regel um ein Vielfaches stärker, und der Betroffene erbricht sich. Um sicher zu gehen wird häufig per Ultraschall eine genaue Diagnose gestellt.