Sport mit Diabetes: Zuckerkrank, nicht leistungsschwach
Für viele Sportler ist die Diagnose niederschmetternd: Diabetes mellitus. Mit dem Wissen um die schwere Stoffwechselkrankheit scheint die sportliche Karriere vor dem Aus zu stehen. Doch trotz Diabetes Typ I kann man Leistungssport betreiben; ohne Nachteile gegenüber einem gesunden Sportler.
Die Zahl der Diabetes-Kranken in Deutschland nimmt explosionsartig zu. In jedem Jahr erkranken laut der Internationalen Diabetes-Föderation rund 350.000 Menschen an der Zuckerkrankheit. Schuld ist häufig Übergewicht durch mangelnde Bewegung und eine zu fette Ernährung. Diese Erkrankung nennt man Diabetes Typ 2. Dass man unter diesen Voraussetzungen keinen Spitzensport treiben kann, sollte einleuchtend sein.
Diabetes - für Sportler kein Problem
Für Sportler ist Diabetes Typ 1 deutlich schlimmer. Bei dieser Erkrankung kann der Körper das Hormon Insulin nicht mehr selber herstellen. Eine Hauptaufgabe des Insulins ist es, die Zellen mit Energie aus der Nahrung zu versorgen. Fehlt dem Körper Insulin, ist er nicht mehr leistungsfähig. Ein Typ 1 Diabetes ist also gerade für Spitzensportler ein großes Problem. Könnte man meinen.
„Wenn der Betroffene richtig „eingestellt“ ist und weiß, wie viel Insulin er spritzen muss, ist die Erkrankung kein Hindernis“, sagt Dr. Peter Zimmer, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Sport e.V. Ein Sportler mit Diabetes Typ 1 kann genauso leistungsfähig sein wie ein gesunder Sportler. Das haben Athleten wie beispielsweise Torwart Dimo Wache vom 1. FSV Mainz 05 oder Eishockey-Nationalspieler Michael Hackert bewiesen. „Entscheidend ist eben, dass man die genaue Dosis des Insulins kennt, die man sich spritzen muss.“
Die richtige Dosis Insulin
Kennt man seine persönliche Dosis, gibt es keine Einschränkung. Laut Dr. Zimmer ist jeder Sport möglich. Problematisch ist die Krankheit bei Sportarten, bei denen man die ganze Zeit hochkonzentriert sein muss, da dabei lebensbedrohliche Situationen entstehen könnten. Beispiele sind Motorsport, Paragliding oder Tauchen, da man dort nicht auf plötzliche Schwankungen im Blutzuckerspiegel reagieren kann.
Grundsätzlich ist der Blutzuckerspiegel für jeden Betroffenen entscheidend. Sinkt der Insulinspiegel, kommt es zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels (Überzucker). Anzeichen für Überzucker sind Müdigkeit, Lustlosigkeit, Durst, Sehstörungen, Muskelkrämpfe oder Juckreiz. Zusätzlich kommt es zu einem Leistungsabfall. Im Wettkampf kann dieser Leistungsabfall über Sieg oder Niederlage entscheiden.
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