Schutz vor dem Ermüdungsbruch – Bessere Diagnose mit Ultraschall

Schutz vor dem Ermüdungsbruch – Bessere Diagnose mit Ultraschall

Wer zu viel trainiert, riskiert einen Ermüdungsbruch. Mit einer frühzeitigen Ultraschall-Untersuchung kann man das Risiko erkennen und diese Verletzung möglicherweise verhindern.

Wer sportlich ambitioniert ist, egal ob als Leistungssportler, Amateur oder nur als Hobby, neigt leicht dazu, eher zu viel als zu wenig zu trainieren. Hier läuft man Gefahr, seinen Bewegungsapparat zu überlasten. Besonders gefährdet sind Sportler wie Läufer, Tänzer oder Fußballspieler, die beim Laufen besonders stark ihre Bein- und Fußknochen belasten. „Überlastungsschmerzen sind vor allem bei professionellen Langstreckenläufern und ambitionierten Amateuren keine Seltenheit“, berichtet Dr. med. Rainer Berthold, Facharzt für Orthopädie aus Wetzlar und Leiter des Arbeitskreises Bewegungsorgane der DEGUM. Gönnt man den strapazierten Knochen keine Pause, kann die Überlastung sogar zu einem Ermüdungsbruch führen, der eine wochenlange Pause nach sich zieht.

Das Problem ist in den meisten Fällen, dass die Schmerzen verharmlost werden. Spätestens wenn der Fuß keine Probleme mehr bereitet, wird wieder trainiert. Doch teilweise kann das Gewebe schon so weit geschädigt sein, dass es zum Ermüdungsbruch kommt, sobald man die nächste harte Trainingseinheit absolviert. Aufschluss über die Struktur im Knochen könnte eine Kernspintomographie geben. Diese Untersuchung ist aber relativ teuer und einen schnellen Termin zu bekommen, ist meistens nicht möglich.

Einfach und kostengünstig

Mit dem Ultraschall gibt es eine deutlich einfachere und bei weitem preisgünstigere Methode, drohende Frakturen zu erkennen. Auch unter dem Ultraschall lassen sich Strukturschäden erkennen, was ambitionierten Sportlern helfen kann, rechtzeitig Trainingspausen einzulegen, um die Stressfraktur zu vermeiden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hin. Eine Ultraschalluntersuchung ist dabei deutlich kostengünstiger und kann von entsprechenden Ärzten oft auch ohne Voranmeldung durchgeführt werden.

Zugrunde liegt eine griechische Studie, bei der 113 Hochleistungssportler mit einer vermuteten Stressfraktur per Ultraschall untersucht wurden (Am J Sports Med 2012; Apr; 40(4): 915-9). Von den 110 Sportlern mit einer Stressverletzung zeigten 90 auch mit der Ultraschallanwendung eine Schmerzreaktion. Nur in einem Fall wurde ein Verdacht in der Ultraschallanwendung durch die Kernspintomografie nicht bestätigt, so die DEGUM.



Dr. Berthold sieht daneben auch einen pädagogischen Aspekt. Denn viele ambitionierte Sportler sehen trotz Schmerzen die Gefahren einer Stressfraktur nicht und trainieren wie gewohnt weiter, bis es eben zu der Verletzung kommt. Zumal ein drohender Ermüdungsbruch auf dem Röntgenbild nicht sichtbar ist. Erst bei einem Bruchspalt wird es sichtbar, dan ist es aber bereits zu spät. Wird der schmerzende Körperteil dagegen durch Ultraschall abgetastet, können die Sportler die Strukturschäden sehen und können eher davon überzeugt werden, „dass eine Anpassung des Trainings oder gar eine Trainingspause der einzig richtige Weg sind, um einen drohenden Knochenbruch und seine langfristigen Folgen zu vermeiden“, so Dr. Berthold: „Je früher die Stressverletzungen diagnostiziert und behandelt werden, desto geringer sind die Auswirkungen auf die sportliche Karriere der Betroffenen.“

Hier gehts zur Studie

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