Kinderkrankheiten – wie gefährlich sind Masern?

Kinderkrankheiten – wie gefährlich sind Masern?

Masern galten bereits als beinahe ausgerottet. Doch aufgrund mieser Impfraten erkranken wieder immer mehr Menschen an der Viruskrankheit. Während Masern bei Kindern noch harmlos sind, kann es für Erwachsene gefährlich werden.

Eigentlich hatten viele Mediziner gehofft, Masern in Europa bis 2010 ausgerottet zu haben. Doch wie es momentan aussieht wird dieses Ziel auch bis 2015 nicht erreichbar sein. Schuld sind laut der EU-Gesundheitsexperten beim European Health Forum Gastein (EHFG) die miesen Impfquoten. Immer weniger Menschen lassen sich gegen Masern impfen. So konnte sich die Zahl der Neuerkrankungen seit 2008 vervierfachen, in den USA hingegen sind Masern so gut wie ausgerottet. Jeder fünfte Fall in Deutschland tritt bei einem Erwachsenen über 20 Jahren auf. Zudem musste auch jeder fünfte Masern-Fall laut EHFG stationär behandelt werden.

Diese Zahl ist nicht überraschend, wenn man die Tatsache zugrunde legt, dass rund 80 Prozent der Betroffenen nicht geimpft waren. Dabei müssten laut EU-Gesundheitsexperten rund 95 Prozent der Menschen geimpft sein, um die Krankheit ausrotten zu können. Problematisch ist neben der Grundeinstellung vieler Menschen, dass eine Impfung gegen Masern nicht nötig ist, dass viele Asylbewerber ohne Impfschutz aus Risikoländern einwandern und die Erreger mit sich bringen. Daher ist die Zahl der Masernfälle in Asylbewerberheimen oder Krankenhäusern auch besonders hoch.

Masern ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder betrifft. Auffallend sind besonders die roten Hautflecken, die medizinisch als (Masern-Exanthem) bezeichnet werden. Neben den Flecken kommt es oft zu teils hohem Fieber. Zudem klagen die Betroffenen über einen geschwächten Allgemeinzustand. In seltenen Fällen kann es durch Masern sogar zu lebensbedrohlichen Auswirkungen wie Lungen- und Hirnentzündungen kommen. Durch eine begleitende Entzündung des Kehlkopfes kann es außerdem zu Heiserkeit, Husten und sogar zur Atemnot kommen. Vereinfacht gesagt können die durch Masern ausgelösten Entzündungen fast alle Organe betreffen. Nachweisbar sind Masern durch einen einfachen Antikörpernachweis im Blut.

Behandlung

Gegen Masern gibt es keine spezifische Therapie. Einzig Bettruhe mit viel trinken und eventuell fiebersenkende Mittel können bei der Behandlung eingesetzt werden. Eine entsprechende Impfung, die am dem zwölften Lebensmonat verabreicht werden kann, bietet hingegen einen sehr hohen Schutz, erst gar nicht an Masern zu erkranken. Doch wie erwähnt sind viele Menschen nicht impfwillig und lassen sich nicht gegen Masern schützen.

Masern werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Inkubationszeit beträgt rund zwei Wochen. Die Ansteckungsgefahr besteht in der Regel drei bis fünf Tage vor Ausbruch des Hautausschlags und dann noch einmal vier Tage nachdem die roten Flecken zum ersten Mal aufgetreten sind.

Verlauf

Masern verlaufen in der Regel in zwei Phasen. In der ersten Phase kommt es zu einer Entzündung der Schleimhäute des oberen, teilweise auch mittleren Teils des Atemtraktes, die sich in einer trockenen Bronchitis äußert. Auch die Augenbindehäute sind oft entzündet. Zudem kann es zu teils sehr hohem Fieber (über 40 Grad), Halsschmerzen, Übelkeit und Kopfschmerzen kommen. In seltenen Fällen treten weiße, kalkspritzerartige Flecken, so genannte Koplikflecken, an der Wangenschleimhaut auf.

Spätestens nach zwei Wochen, eher nach 12-13 Tagen beginnt die zweite Phase, die mit der typischen Schleimhautrötung am Gaumen beginnt. Nach 14 bis 15 Tagen kommt ein fleckig-knotiger, großfleckiger Ausschlag hinter den Ohren beginnend hinzu, der sich innerhalb von 24 Stunden über den ganzen Körper ausbreitet. Diese Flecken bilden sich nach rund 4 bis 5 Tagen wieder zurück. Auch in der zweiten Phase kann es zu einem erneuten Fieberschub kommen.

Gefahren für Erwachsene

Masern verheilen bei Kindern in der Regel folgenfrei. Bei Erwachsenen sind die Symptome meistes schwerer als bei den Kindern. Daher können Masern bei Erwachsenen sehr gefährlich werden. Der Vorteil der Masern als Kind ist zudem, dass man eine lebenslang anhaltende Immunität entwickelt. Insofern lohnt es sich, sich schon im Kindesalter impfen zu lassen, um die Masern auch in Europa bald endgültig auszurotten.

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