Verbessert Dehnen die Leistung?

Mythos II: Dehnen verbessert die Leistung

Erst wenn der Muskel gedehnt, gelockert und entspannt ist, kann er seine wahre Stärke entfalten. Das ist der zweite, weit verbreitete Irrglaube. „Diese Aussage ist ebenso falsch wie gefährlich“, sagt Diplom-Sportwissenschaftler Uli Kussin. „Statisches Dehnen ist ähnlich anstrengend wie eine Kraftbelastung und ermüdet die Muskulatur, da der Muskel einer einwirkenden Kraft von außen widerstehen muss.“

Dazu gab es schon Untersuchungen mit Sprintern, die bestätigt haben, dass der Muskel durch Dehnen ermüdet. Die Läufer wurden in zwei Gruppen unterteilt und mussten zwei 40-Meter-Sprints absolvieren. Zwischen den beiden Sprints legten sie eine 15-Minütige Pause ein. Die eine Gruppe konnte sich zwischen den Läufen ausruhen, die andere absolvierte ein intensives Dehnprogramm.

Das Ergebnis spricht klar gegen das Dehnen. Während sich die Zeiten der Dehner deutlich verschlechterten, blieben die Laufzeiten der Kontrollgruppe nahezu gleich.

Der Grund für den Leistungseinbruch liegt im Aufbau der Muskulatur. Im Muskel überlagern sich kleinste Muskelfasern, die so genannten Aktin- und Myosinfilamente. Je weiter sich diese Muskelfasern überlappen, desto mehr Kraft kann der Muskel entfalten. Wenn man einen Muskel dehnt, zieht man auch die Aktin- und Myosinfilamente auseinander. Da es dann weniger Verbindungen zwischen den Filamenten gibt, kann der Muskel weniger Kraft entwickeln. Je weiter man also einen Muskel dehnt, desto weniger Kraft kann er entfalten. Kussin empfiehlt: „Vor einer körperlichen Belastung sollte man höchstens leichte dynamische oder federnde Dehnübungen machen, da sie die Muskulatur aktivieren.“


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Es gibt 3 Kommentare

Thomas G. schrieb am 23.09.09 um 19:58
Thomas G.
Sorry, aber der zweite Teil "Verbessert Dehnen die Leistung" ist hier nicht ganz richtig.

Dehnen senkt den Muskeltonus, was für Kraftaktivitäten eher hinderlich ist. Das Sprinten benötigt Explosiv-/Reaktiv-/Schnellkraft und dahingehend ist Dehnen natürlich "der Tod", da hierfür ein hoher Muskeltonus förderlich ist.

Hingegen bei Sportarten, die eine vergrößerte Bewegungsamplitude bzw. niedrigen Muskeltonus benötigen (Turnen, RSG), kann das Dehnen eine Leistungssteigerung von 5% bewirken.
Diesen Mythos muss man differenzieren ;)
Martin U. schrieb am 23.09.09 um 13:58
Martin U.
Cooler Artikel! Und auch danke für die Ergänzung Nader.
Nader D. schrieb am 23.09.09 um 10:31
Nader D.
Was mir beim Dehnen hier fehlt ist das Ansprechen der Bänder und Sehnen ! Ich stimme dem Autor voll zu aber ,wenn man z.B. verletzt war und sich wieder an die alte Leistungsfähigkeit wieder rantastet sind die Bänder und Sehnen schnell verkürzt und die dauern 8-12 Wochen bis sie sich anpassen und die muss man Dehnen und das oft und regelmässig in der Rehaphase. Meine Art der Dehnübungen nach dem Leistungssport sind Saunagänge! Es sind passive Muskeldehnungen und ich riskiere nichts. Was auch viel bringt sind direkte Massagen in den Muskel mit der Hand ,wenn es Mal verhärtet ist. Dabei darf es ruhig etwas weh tun. Aber nach wenigen Augenblicken geht der Schmerz weg.

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