Kaffee und der Herzrhythmus

Kaffee und der Herzrhythmus

Einige Menschen trinken morgens Kaffee, um in Schwung zu kommen. Aufgrund der anregenden Wirkung des Koffeins auf Herz und Kreislauf hält sich aber hartnäckig das Gerücht, dass Kaffee den Herzrhythmus aus dem Takt bringt. Doch eher ist das Gegenteil der Fall.

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Kaffee beeinflusst das Herz und regt es an. Durch das Koffein steigt die Herzfrequenz, und auch der Blutdruck nimmt zu. Daher gilt Kaffee als Wachmacher. Wer etwas empfindlich ist, kann die anregende Wirkung am eigenen Leib spüren. Man fühlt so genannte Palpitationen. Umgangssprachlich kann man sagen: Das Herz schlägt dann bis zum Hals. Dies wird von den Betroffenen als unangenehm, teilweise sogar als gefährlich empfunden.

Da das Herz schneller und kräftiger schlägt, wird häufig angenommen, dass Kaffee auch den Herz-Rhythmus aus dem Takt bringen kann. Daher bekommen Menschen mit Herzrhythmus-Störungen häufig die Empfehlung, auf die morgendliche Tasse Kaffee zu verzichten. Doch es gibt eine gute Nachricht für Kaffee-Liebhaber. Denn der Herzrhythmus wird durch Kaffee nicht gestört.

Zu diesem Ergebnis gelangte der Kardiologe Professor Arthur Klatsky aus Oakland, der den Einfluss von Kaffee auf den Herzrhythmus untersuchte. Bei einer Langzeitstudie analysierten Klatsky und sein Team die Daten von mehr als 130.000 Menschen, die in eine Klinik eingewiesen wurden. Sie wollten wissen, wie häufig Herzrhythmusstörungen für die Einweisung verantwortlich waren und ob der Kaffeekonsum eine Rolle für die Arrhythmien spielt.

Kaffee hält das Herz im Takt


Bei dieser Untersuchung gelangte das Forscherteam zu einem überraschenden Ergebnis. Denn die Kaffeetrinker wurden seltener wegen Herzrhythmusstörungen in die Kliniken eingewiesen als die Menschen, die keinen Kaffee tranken. Die Wissenschaftler fanden sogar eine so genannte „Dosis-Wirkungs-Beziehung“. Das heißt, je mehr Kaffee die Menschen tranken, desto seltener traten die Rhythmusstörungen auf.

Wer vier Tassen Kaffee oder mehr am Tag trank, hatte ein um 18 Prozent geringeres Risiko, wegen Rhythmusstörungen ins Krankenhaus zu kommen. Bei zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag verringerte sich das Risiko immerhin noch um 7 Prozent.



Insgesamt wurden von den untersuchten Patienten 2,6 Prozent wegen Herzrhythmusstörungen in eine Klinik eingewiesen. Dabei stellten die Wissenschaftler die positive Wirkung nur bei Kaffee fest. Wer statt Kaffee Tee trank, hatte kein verringertes Risiko für Herzrhythmusstörungen. Klatsky vermutet, dass Koffein die Wirkung von Adenosin hemmt, das Arrhythmien auslösen kann.

Obwohl Kaffee mit hoher Wahrscheinlichkeit vor Herzrhythmusstörungen schützen kann, sollte man jetzt nicht anfangen, Kaffee zu trinken, um Arrhythmien zu vermeiden. Dafür reichen laut Prof. Klatsky die erhobenen Daten nicht aus. Es gibt in dieser Hinsicht aber keinen Grund, morgens auf die Tasse Kaffee zu verzichten.


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