Passives Abseits - Plädoyer für eine ungeliebte Regel

Passives Abseits - Plädoyer für eine ungeliebte Regel

Das passive Abseits wird in Fußballkreisen immer wieder heiß diskutiert. Sinn und Zweck dieser Regel sind nicht für jeden einleuchtend. Unsere Partnerseite soccerdrills.de ist klar dafür. Warum erfahrt ihr hier.

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Es gibt kein passives Abseits - Eine kurze Einführung

Bei den Recherchen zu diesem Text habe ich festgestellt, dass es die Sprachregelung "passives Abseits" gar nicht mehr offiziell gibt. Es gibt nur Abseits als Regelverstoß oder kein Abseits. Ich werde den Begriff "passives Abseits" aber trotzdem verwenden, weil der Text dann verständlicher wird.
Ein Spieler kann sich in einer Abseitsposition aufhalten, dies allein ist jedoch kein Regelverstoß. Es wird erst dann zu einem Regelverstoß, wenn ein Spieler, der sich in einer Abseitsposition befindet, aktiv in Spiel eingreift oder den Gegner behindert. Ich würde dies so zusammenfassen: erlange ich durch den Aufenthalt in der Abseitsposition einen Vorteil, begehe ich einen Regelverstoß.
Die Definition ist natürlich komplexer, aber nicht Inhalt dieses Textes, dazu gibt es im Internet unzählige Seiten. Wer es genauer wissen möchte, sollte einfach googeln.

Der Fußball ist auch wegen seiner einfachen Regeln so beliebt. Nur die Abseitsregel ist komplexer und verschwindet deshalb auf Bolzplätzen und im Kinderfußball oft vollständig. Ich schreibe hier nicht über das Abseits insgesamt, obwohl viele die vollständige Abschaffung der Regel fordern. Diese Diskussion ist gefährlich für die zukünftige Entwicklung im Fußball und die Abschaffung wird deshalb auch nicht kommen.

Der Fußball hat es so gewollt

Bevor ich hier mit dem eigentlichen Thema loslege, möchte ich eins vorausschicken: ich befürworte die Regelung zum passiven Abseits.
Wer aber über das passive Abseits schimpft, sollte sich einmal intensiv mit den Zeiten beschäftigen, als es diese Regelung noch nicht gab. Immer wieder fallen dann die Namen der Teams von Ajax Amsterdam, Holland und Belgien, die die Abseitsfalle von 1970 - 1980 immer weiter perfektionierten. Fast die gesamte taktische Ausrichtung war auf das Stellen der Abseitsfalle gerichtet.

Nehmen wir es einmal ganz genau, wurde die Abseitsregel benutzt, um Regelverstöße zu provozieren. Die Belgier schafften es in einem Spiel den Gegner 25-35 Mal ins Abseits laufen zu lassen. Kein Spiel kam zustande aber die Belgier waren damals ein Weltklasse-Team und ein gefürchteter Gegner.
Durch diese Spielweise, die in den folgenden zwei Jahrzehnten von vielen Teams immer weiter verfeinert wurde drohte die Erstickung des konstruktiven Fußballspiels. Die Weiterentwicklung der Spielsysteme gab dann der alten Abseitsregel den Gnadenstoß.

Ich habe mich oft über Abseitsentscheidungen geärgert, weil sich irgendwo ein Spieler in einer Abseitsposition befand, der überhaupt kleinen Einfluss auf das Spielgeschehen hatte. Es war leicht, eine Abseitsfalle aufzustellen, denn die angreifende Mannschaft hatte nur begrenzte Möglichkeiten dies zu verhindern. Die Verteidigung rückte im richtigen Moment raus und irgendwo auf dem Feld stand ein Spieler im Abseits.

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