Workout-Bulimie - Gewogen und für zu leicht befunden
Sport tut dem Körper gut. Es ist erwiesen, dass sportliche Menschen attraktiver wirken und zudem im Alltag selbstbewusster, konzentrierter und belastbarer sind als der Durchschnitt. Allesamt positive Aspekte - sofern man weiß, wann es des Guten zu viel wird. Andernfalls droht eine Workout-Bulimie.
Wer würde den folgenden Aussagen schon widersprechen? Sport ist gesund. Wer viel Sport treibt, nimmt ab. Beides ist an sich richtig, und doch kann zweimal Plus in gewissen Fällen auch Minus ergeben. Wenn man nämlich sowohl beim Sport treiben als auch beim Wunsch abzunehmen übertreibt, kann das krankhaft werden. Im Extremfall droht entweder die so genannte Sport-Bulimie. Dabei werden Essanfälle durch exzessiven Sport kompensiert. Oder man bekommt Sport-Anorexie: Man versucht, durch intensiven Sport das Körpergewicht bzw. den Körperfettanteil zu reduzieren. Das Gefährliche dabei: Die Betroffenen sind sich meistens gar nicht bewusst, wie es um sie steht.
Auf der Suche nach dem Ich: (Selbst-)Definierung über Leistung
In unserer modernen Gesellschaft zählen häufig nur Erfolge. Der Sport ist ein Gebiet, auf dem Erfolge schnell sichtbar werden. Wer immer größere Gewichte stemmt, wird irgendwann einen Zuwachs an Muskelmasse verzeichnen. Wer richtig trainiert, wird irgendwann eine neue persönliche Bestleistung erlaufen, erspringen, ersprinten. Wenn man erfolgreich ist, fühlt man sich nicht nur selber aufgewertet, sondern erhält auch Zuspruch von Außenstehenden.