Wie die Deutschen lieben

: Wie die Deutschen lieben

Sexstudien haben mittlerweile fast schon Tradition. Dabei sind die Ergebnisse oft ähnlich: Im internationalen Vergleich schneiden die Deutschen fast immer mittelmäßig ab. Ziemlich frustrierend. Schaut man sich aber nur innerhalb der Landesgrenzen um, gelangt man zu überraschenden Erkenntnissen.

Anonym + ehrlich = repräsentativ?

Die Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung hat in Zusammenarbeit mit der City University of London eine Sex-Studie mit mehr als 55000 Deutschen durchgeführt. Die Probanden wurden anonym über das Internet befragt, ihre Antworten waren dementsprechend authentischer als in einem Vieraugengespräch. Die größte Überraschung dabei: Nicht nur Frauen sind überzeugende Schauspieler.

Vorgetäuschter Orgasmus: keine Frauendomäne mehr

Im Rahmen der Studie gaben 20 Prozent der befragten Männer zu, mindestens einmal einen Orgasmus vorgetäuscht zu haben. Man kann sich fragen: Wie geht das und warum merkt die Partnerin so etwas nicht? Während die Frau zumindest mit einer gewissen Geräuschkulisse und Körpersprache ihrem Partner einiges vorgaukeln kann, hat der liebe Gott eigentlich dafür gesorgt, dass der Mann nach dem Orgasmus ein anderer ist als davor – nämlich um ein paar Gramm leichter und ein paar Proteine ärmer. Das vorzutäuschen, ist weitaus schwerer.

Die andere Frage, die sich stellt, ist: Warum sollte ein Mann überhaupt einen Orgasmus vortäuschen? Der Studie zufolge sehen sich auch Männer einem gewissen Druck ausgesetzt: Wenn ein Mann nicht zum Finale kommt, könnte sich am Ende die Frau hinterfragen. Aber auch Müdigkeit und Lustlosigkeit seitens der Männer soll ein Faktor sein. Allerdings stehen die männlichen Laiendarsteller den Damen noch in Einigem nach: Den 20 Prozent stehen 68 Prozent auf Seiten der Frauen entgegen, die in ihrem Leben mindestens einmal einen Höhepunkt nur vorgetäuscht hat.

Darf es noch ein bisschen mehr (Sex) sein - YouPorn & Co.

Die Studie hat ebenso ergeben, dass sich die meisten Deutschen (68 Prozent) mehr bzw. abwechslungsreicheren Sex wünschen. Zugleich nimmt aber nach längerfristigem Zusammensein die Sex-Häufigkeit ab (von durchschnittlich 104-mal auf 58-mal pro Jahr). Sexkiller Nummer eins ist Stress.

Um dennoch sexuelle Befriedigung zu erlangen, greifen viele Menschen auf Pornos zurück (60 Prozent der Männer, 11 Prozent der Frauen). Das Internet mit seinen zahlreichen Pornoportalen ist für zahlreiche Deutsche – und nicht nur für Singles – zu einer Art Ersatzbefriedigung geworden. Auf der Suche nach immer stärkeren Reizen verlieren der Studie zufolge viele Menschen denn Blick für die Realität und vergleichen sich und ihren Partner mit Pornodarstellern. Nur so ist zu erklären, dass 53 Prozent der befragten Männer angaben, mit ihrem Penis unzufrieden zu sein.

Do it yourself statt Auseinandersetzung mit dem Partner

30 Prozent der befragten Männer gaben an, sich täglich selbst zu befriedigen. Angesichts der Zerrbilder, die der Pornomarkt kreiert, fühlen sich viele Menschen mittlerweile einem solchen Druck ausgesetzt, dass sie die Onanie dem zwischenmenschlichen Kontakt vorziehen, obwohl sich die große Mehrheit (90 Prozent der Probanden) insgeheim dauerhafte Zweisamkeit wünscht – und zwar mit einem Partner aus der realen Welt.

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Es gibt einen Kommentar

Alexandra L. schrieb am 01.12.13 um 10:17
Alexandra L.
Witzig, daß Sperma immer noch mit Protein assoziiert wird. Hauptsächlich besteht Sperma nämlich aus Wasser (ca. 95%) Der Anteil an Eiweiß ist somit sehr gering;-)

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