WUSHU (chin. „Kampfkunst“) ist ein Sammelbegriff für die chinesischen Kampfkünste. Andere Bezeichnungen dafür sind Gúoshù (chin. „Nationale Kunst“) oder Quánfa (chin./ kant. Kuen Fat „Methode der Faust (-kampftechnik)“). Im Westen wird häufig fälschlicherweise der Begriff Kung Fu (chin. Gongfu „Etwas durch geduldige/harte Arbeit Erreichtes“) verwendet.
STILE
In China gibt es eine etliche hundert Jahre alte Tradition der Kampfkünste. Heutzutage sind mehrere hundert traditionelle und moderne Kampfkunststile und -systeme bekannt.
Wushu beinhaltet sowohl Nord- und Südstile, als auch so genannte innere- und äußere Stile, wobei eine Trennung von inneren und äußeren Stilen nicht immer klar gegeben ist, und diese Thematik heutzutage in China viel Stoff für wissenschaftliche Diskussionen bietet.
Eine Einteilung in "traditionelles Wushu", "modernes Wushu" (ab ca. Anfang des 20.Jhdts) und "athletisches Sportwushu" (seit Ende des 20. Jhdts.) scheint uns sinnvoll.
Gemeinsamkeiten
Als Ursprung der meisten Stile werden häufig die Kampfkunst der buddhistischen Mönche des Shaolin-Klosters (Shaolin-Quanfa) oder die Kampfkünste der daoistischen Mönche aus den Wudang-Bergen betrachtet. Generell dienen oder dienten viele Stile nicht nur der Selbstverteidigung oder der Anwendbarkeit im Kampf, sondern auch der Meditation, der Fitness oder der Gesundheitspflege. Vor allem heutzutage kommt zunehmend der Aspekt der Schaustellerei hinzu.
Viele Kampfkunststile beinhalten sowohl waffenlose als auch bewaffnete Techniken, wobei die unterschiedlichsten Waffen gebräuchlich sind.
Innere und äußere Stile
Häufig wird zwischen den sogenannten äußeren oder harten Stilen und den inneren oder weichen Stilen unterschieden. Während in den äußeren Stilen viel Wert auf Geschicklichkeit, Stärke und Geschwindigkeit gelegt wird, d.h. mit direkten kraftvollen Bwegungen, die sehr auf den Angriff ausgerichtet sind, soll in den inneren Stilen der Gegner durch Weichheit besiegt werden, also in dem dem Gegner kein direkter Widerstand entgegengesetzt wird; als charakteristisch könnte man hier die oft kreisförmige Bewegungen mit Körpereinsatz bezeichnen. Die äußeren Stile werden meistens mit den Kampfkünsten der buddhistischen Shaolin-Tempel und deren Nachfolgern in Verbindung gebracht, die inneren Kampfkünste hingegen mit den daoistischen Klöstern im Wudang-Gebirge. Die populärsten Beispiele für äußere Stile sind die Shaolin-Kampfkünste selbst oder Tongbei quan, Pigua quan, Fanzi quan und sogar Wing Chun, Bruce Lees Jeet Kune Do, Hung Gar Kuen und noch etliche mehr. Beispiele für innere Stile wären: Taìjí quán, Baguazhang, Xingyi quan, Yi quán, und zahlreiche weitere Stile...
In der sinologischen Forschung wird die Einteilung mittlerweile als nutzlos eingestuft, da die meisten Stile sowohl innere als auch äußere Techniken beinhalten.
Nördliche und südliche Stile
In China werden die Stile häufig auch in nördliche und südliche Stile eingeteilt. Wesentliche Merkmale nach dieser Unterteilung sind:
nördlich: weite Bewegungen, schnelle Läufe, auch Sprünge und hohe Tritte.
südlich: kurze, explosive Bewegungen, wenige Lauf- und Sprungbewegungen.
Die Entwicklung dieser Unterschiede ist darauf zurückzuführen, dass die Chinesen im Norden statistisch größer sind als die Südchinesen, außerdem meist größere freie Flächen zur Verfügung haben.
Bei Quan (Nordfaust)
Bedingt durch die Landschaft, die Fortbewegungsmittel und die Größe der Menschen entwickelten die Meister (zumeist in Familienschulen) Techniken, die es ermöglichten, sowohl in langer wie auch in mittlerer Distanz ihre Körper-, Bein-, und Armlänge entsprechend als Vorteil einzusetzen. In diesen Kampfkunstsystemen werden daher auch meist mehr zum Teil hohe und gesprungene Tritttechniken im Kampf angewandt. Heute bestechen die meisten nördlichen Stile durch ihre Flexibilität und Schnelligkeit. Dabei werden ebenso Sprünge wie auch schelle Richtungswechsel bevorzugt. Die Armtechniken bestehen meist aus einer Serie und sind Überwiegend gestreckt. Aus dem Ursprungsstil entwickelten sich bis heute eine ganze Reihe von verschieden Langfauststilen (Chang Quan Lei) u.a.:Cha quan ( Cha - Familienstil) , Hua quan (Chinastil -Boxen), Tai zu chang quan (Langfauststil des Kaiser Tai zu), Pao chui ( Donnerstil), Hong quan (Hong -Familienstil), Bei Shaolin quan (nördliche Shaolinfaust), Fanzi quan ( Boxen der schnellen Angriffe)
Nan Quan (Südfaust)
Die Südliche Faust ist im südlichen Teil von China angesiedelt. In der Zeit der Ming - Dynastie (1368 - 1644) entstanden aus der Symbiose zwischen dem Inneren Boxen und den Kampfstilen der Nordfaust. Nan Quan ist nur ein Überbegriff, welcher für die vielen Stile des Südens steht. Die Ältesten Südstile wurden überwiegend wie ein Geheimnis in einzelnen Familienclans behütet. Dazu gehören auch die Stile der Hung - Familie ( Hung gar kuen ), der Li - Familie ( Li gar kuen ), der Cai - Familie ( Cai gar kuen ), der Liu - Familie ( Liu gar kuen ) und der Mo - Familie ( Mo gar kuen ).
Das Nan quan bevorzugt im Gegensatz zum Chang quan feste Stände mit tiefen Schwerpunkt, kraftvolle Hand - und Fausttechniken und kurze Kombinationen mit wenig Sprüngen. Die Techniken werden oft von lauten Schreien begleitet. Viele der bekannten Stile beruhen auf den Shaolintechniken der 8 Tiere ( Affe / Kranich / Tiger / Leopard / Bär / Pferd / Heuschrecke / Schlange). So z.B. im Hung Gar ist der Tiger und Kranich als bestimmender Bewegungscharakter integriert. Wobei nicht die Bewegung der Tiere imitiert wird sondern mehr ihr Kampfverhalten. Auf Grund der harten Schlag und Stoßtechniken entwickelten sich verschiedene Methoden der Abhärtung. Wie z.B. der Eisenarm oder das Panzerhemd.
Der bei uns populärste Stil ist das Wing Chun, entwickelt von der Nonne Ng Mui, als eine Kampftechnik die viele Vorzüge des Nan quan im Nahkampf vereinigt.
WAFFEN
In den chinesischen Kampfkünsten sind zahlreiche Waffen gebräuchlich. Besonders häufig werden verwendet:
das chinesische Schwert (chin. Jian)
der chinesische Säbel (chin. Dao)
der Dreistock (San Jie Gun)
der Langstock (chin. Gun)
der Kurzstock (chin. Duon Gun)
der Fächer (chin. Shan)
die Hellebarde (chin. Pu Dao/Da Dao)
der Speer (chin. Qiang)
die 9-Teile-Peitsche (Jiu Jie Bien)
Zu den selteneren Waffen gehören unter anderem:
die Pfeilspitze am Seil (Sheng Biao)
die Hakenschwerter (Shuang Gao)
die Peitsche (Bien)
der Meteorhammer (Liu Xing Qiu)
TRADITIONELLES WUSHU
ist eine Auslese der alten Kampfkünste und gehört zu den äußeren Schulen. Es wurde in der Republik China an den Guo-Shu-Guan (Landeskunstschulen) unterrichtet und in der Zeit der Kulturrevolution verboten.
MODERNES WUSHU
Das moderne Wushu, oft nur "Wushu" benannt, ist eine von der Regierung der Volksrepublik China anerkannte Zusammenstellung von einigen Formen der traditionellen chinesischen Kampfkünste und neu von einem Komitee erschaffenen Formen.
Die traditionellen Kampfkünste wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in China als Volksschatz und Kulturerbe wiederentdeckt. In den 1950er Jahren wurde daher von der Regierung der Volksrepublik China ein Sportverband gegründet, in dem viele Wushu-Meister mitwirken sollten, um einen Kanon von Standardformen und Kategorien der Kampfkünste zu entwickeln. "Modernes Wushu" wurde 1959 von der chinesischen Regierung offiziell anerkannt.
Im Jahre 1990 wurde der Verband IWUF („International Wushu Federation“) gegründet, der zweijährig die Wushu-Weltmeisterschaften austrägt und als offizieller Verband für Wushu anerkannt wird.
Konflikt zum traditionellen Wushu
Als im Jahre 1959 modernes Wushu von der chinesischen Regierung offiziell anerkannt wurde, wurde auch die bisherige Trennung der traditionellen Kampfkünste nach Stilen und Systemen offiziell aufgehoben.
Bei der Zusammenstellung der modernen „Standardformen“ wurde vor allem auf Aspekte der Publikumswirksamkeit (akrobatische Elemente), Körperbeherrschung und Dynamik geachtet. Die Anwendbarkeit in der Selbstverteidigung oder im Kampf sowie die in den traditionellen Kampfkünsten häufig wichtigen Elemente der Meditation, Qigong und philosophischen oder religiösen Bezüge wurden vernachlässigt. Aus diesem Grund ist modernes Wushu bei einigen Anhängern des traditionellen Wushu sehr umstritten und nicht anerkannt.
Mittlerweile hat sich der Trend umgekehrt und der internationale Weltverband fördert auch die traditionellen Formen.
„Zukunft: Um nicht nur die sogenannten modernen oder neuen Wettkampfformen zu fördern, ist die IWUF bemüht in Zukunft auch Weltmeisterschaften für traditionelle Formen durchzuführen. Somit soll eine einseitige Entwicklung des Wushu vermieden werden. Der neueste Ansatz der ist ein loslösen von den standardisierten Wettkampfformen.“
– Seite der Deutschen Wushu Federation
WUSHU - BEWEGUNGSARTEN
Das chinesische Wushu (Kampfkunst) umfasst zwei Bewegungsarten, Wushu Taolu (Demonstration) und Wushu Sanda, auch Sanshou (Kampfform).
Wushu - Taolu (chin. Kuen oder Tao Lu, jap. Kata)
Taolu sind die chinesischen Kampfkunst Demonstrationsformen. Das Training zusammengestellter Angriffs - und Verteidigungstechniken ist seit jeher einer der wichtigsten Bestandteile des Wushutrainings.
Bei den Formen wird zwischen "Danlian" (Einzelübung) und "Duilian" (Partnerübung) unterschieden, wobei dem Letzteren sehr viel Wert auf Präzision, insbesondere im Kampf mit Waffen, gelegt wird. Die Einzelübung mit bloßen Händen wird Quanshu und Partnerübung mit bloßen Händen wird allerdings Tushou genannt.
"Qi Xie" fällt zum Teil ebenfalls unter die Kategorie "Formen" da auch hierbei bestimmte Technikabfolgen trainiert werden, jedoch mit Waffen. Wie man erahnen kann beinhaltet es Solo- und Partnerübungen.
Wushu - Sanda (oder Sanshou: wörtl. "freier Kampf")
Sanda stammt aus dem chinesischen traditionellen Wushu. Es arbeitet mit bloßen Händen: Kicken, Schlagen, Werfen und Festgreifen zum Angriff und Schutz.
Sanda ist auch ein moderner Wettkampfsport, aber ohne Festgreifen. Nach festen Regeln benutzen zwei Gegner bestimmte Techniken und Taktiken, um den Gegner zu besiegen.
Fangshengshu bezeichnet das Training der alltagstauglichen "Selbstverteidigung" mit Partner, wie auch wir sie kennen. Dabei werden einfache Schlag, Block, Tritt, Wurf und Greifübungen trainiert mit dem Ziel eventuelle Auseinandersetzungen schnellstmöglich für sich zu entscheiden.
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Diese Beschreibung basiert auf dem Artikeln www.de.wikipedia.org/wiki/Wushu aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und den Websites www.dresden-wushu.de, www.chinbeku.com, www.wuyuan.de
Ich übernehme keine Haftung für Richtigkeit, aber versichere nach bestem Verständniss und Gewissen den Artikel zusammengetragen zu haben.
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