Kunstturnen (auch Geräteturnen) ist eine olympische Individualsportart. Ziel ist es, an Turngeräten Übungen nach vorgegebenen Kriterien (Technik und Haltung) auch in Verbindungen auszuführen. Durch das Gerätturnen werden vor allem koordinative und konditionelle Fähigkeiten entwickelt, aber auch Mut, Willensqualitäten und Selbstbeherrschung.
Im Wettkampfbereich männlich, sind folgende sechs Geräte üblich: Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung (über Sprungtisch, Pferd, Kasten oder Bock), Barren und Reck. Im Wettkampfbereich weiblich wird an folgenden vier Geräten geturnt: Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken, Boden. Im Jugend- und Seniorenbereich sind zusätzlich Minitrampolin, Pilz und Schaukelringe im Einsatz.
Die Übungen lassen sich unter dem Blickwinkel des Verhältnisses der Wirkung von inneren und äußeren Kräften in drei Arten einteilen: Schwungübungen (z.B. Felgbewegungen, Rollbewegungen), Statische Übungen (z.B. Stütze, Stände), Übungen mit relativ langsamer Verlagerung des Körpers (Heben und Senken).
Anzumerken ist, dass Kunstturnen als Leistungssport in Deutschland schon lange Zeit umstritten ist, da Talente häufig bereits im Kindergartenalter von ihren Betreuern täglich mit schwerem Training gefördert werden; der Einstieg in den Hochleistungssport erfolgt möglicherweise viel zu früh, sodass körperliche und auch seelische Entwicklungsschäden die Folge sein können.
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