Die Überraschung ist ausgeblieben: Wie erwartet hat sich Wolfgang Niersbach, der derzeitige Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes, für die Nachfolge von Präsident Zwanziger aufstellen lassen.
Vertreter der fünf DFB-Regionalverbände machten sich am Montag auf einer Sitzung in Frankfurt am Main für den 61-jährigen Niersbach stark, der seit 2007 das Amt des Generalsekretärs bekleidet. Dieser erklärte daraufhin seine Kandidatur.
Dr. Theo Zwanziger war seit 2004, damals noch bis 2006 in einer Doppelspitze mit Gerhard Mayer-Vorfelder, der starke Mann im DFB. Er hatte am Freitag überraschend erklärt, sein Amt im Oktober 2012 ein Jahr vor Ende der Amtsperiode niederzulegen. Auf der Homepage des DFB erklärte er seine Zustimmung zur Kandidatur von Wolfgang Niersbach:
“Ich freue mich, dass sich Wolfgang Niersbach nach intensiver Überlegung bereit erklärt hat, im Oktober 2012 meine Nachfolge als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes anzutreten. Ich habe ihn mir bereits für den Bundestag 2010 als meinen Nachfolger gewünscht. Damals war er dazu noch nicht bereit. Umso mehr freue ich mich heute über seine Zusage. Er erhält meine volle Unterstützung. Ich arbeite seit 20 Jahren freundschaftlich, eng und vertrauensvoll mit ihm zusammen und bin daher überzeugt, dass er den Verband in Zukunft optimal führen und dabei die ehrenamtliche Basis nicht aus den Augen verlieren wird.”
Niersbach begründete seinen Schritt mit der breiten Zustimmung in den Verbänden und der Liga. "Es sind sehr viele positive Signale ausgesendet worden, die mich in meiner Entscheidung bestätigt haben. Ich habe gewaltigen Respekt vor diesem Amt", erklärte er auf einer Pressekonferenz. Aber ich bin bereit und traue es mir zu, weil ich diese gewaltige Rückendeckung bekommen habe. Ich war immer ein Mannschaftsspieler und der Präsident eines solchen Verbandes kann auch kein Solist sein."
Auch Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich erfreut über Niersbachs Entscheidung. "Es ist eine gute Entscheidung, dass Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident kandidiert. Ich freue mich auf die Fortsetzung unserer guten Zusammenarbeit unter neuen Vorzeichen. Er ist ein Teamplayer mit großer Erfahrung und angenehmem Führungsstil. Ich bin sicher, dass er auch in der neuen Rolle einen engen Draht zur Nationalmannschaft halten und unsere Arbeit optimal unterstützen wird."
Bis zur Bekanntmachung von Niersbachs Kandidatur waren kurzzeitig verschiedene Namen gehandelt worden, darunter Erwin Staudt, der frühere Präsident des VFB Stuttgart, und die ehemalige Nationalspielerin Steffi Jones. Andere Fußballgrößen wie Uli Hoeneß und Karlheinz Rummenigge hatten zuvor schon abgesagt. Staudt kündigte an, nicht gegen Niersbach anzutreten, dessen Wahl im nächsten Jahr gilt damit als reine Formsache.
Von 1988 an fungierte Niersbach viele Jahre lang als Pressesprecher des DFB, ehe er 2001 ins Organisationskomitee der Weltmeisterschaft wechselte und nach der WM Generalsekretär wurde. Der bekennende Fortuna Düsseldorf-Anhänger gilt innerhalb der Fußballszene als gut vernetzt und hat ein gutes Verhältnis zu FIFA-Präsident Sepp Blatter.
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