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Deutschlands Tischtennis-König Boll spielt bei den Deutschen Meisterschaften traumwandlerisch sicher, "Kronprinz" Ovtcharov kämpft weiter mit starken Leistungsschwankungen
Während sich Europas Tischtennis-König bei den deutschen Meisterschaften schon in WM-Form präsentieren konnte, offenbarte der Kronprinz erneut seine gravierenden Probleme.
Sieben Wochen vor dem ersten Saisonhöhepunkt in Yokohama ist im deutschen Team leider nur der Star sorgenfrei: "Ich bin jetzt schon eine ganze Weile in Top-Form, das stimmt mich sehr zufrieden. Ich muss das Niveau halten, dann ist eine WM-Medaille drin", konnte Boll nach seinem neunten nationalen Titel verkünden.
Das mit diesem Sieg einhergehende Prädikat „Deutscher Rekordmeister“ kümmerte ihn wenig: "Die Statistik ist erst nach der Karriere interessant, wenn man zurückblickt."
In Bielefeld spazierte Boll durch die Konkurrenz. Er musste nicht einmal sein ganzes Können zeigen und geriet in keiner Situation in Bedrängnis. Auf die German Open im März und die kommende WM möchte er sich dennoch durch ein zusätzliches Konditionsprogramm in noch bessere Form bringen.
Was Boll momentan so stark macht, ist jedoch weniger die Fitness als vielmehr sein truamwandlerisch sicheres Spiel. Der Linkshänder von Borussia Düsseldorf hat sein System weiterentwickelt und neue Varianten eingebaut. Und sein Trainer und Entdecker Helmut Hampl meint sogar: "Timo kann locker noch zwei Gänge hochschalten". Der Ausnahmeathlet wird wohl erst bei der WM gegen Chinas Asse voll gefordert werden.
Dagegen wirkt Jungstar Dimitrij Ovtcharov momentan etwas überfordert. Der 20-Jährige schied im Halbfinale sang- und klanglos mit 0:4 gegen Süß aus. "Ich habe schlecht gespielt. Christian war unglaublich aggressiv. Er hatte sich richtig gut auf das Spiel vorbereitet. Mir fehlte die Spritzigkeit", sagte Ovtcharov nach seiner Niederlage. Der EM-Dritte von 2007 wirkte dabei fast ratlos. "Mal spiele ich wie ein Top-5-Spieler und mal verliere ich gegen Leute, die in der Rangliste weit hinter mir stehen", klagte "Dima". Eine mögliche Ursache sei das etwas zu intensive Training (bis zu drei Einheiten) in der letzten Woche gewesen.
Seine extremen Leistungsschwankungen ziehen sich schon seit Monaten hin. Doch Ovtcharov analysiert seine Schwächen und versucht, daraus seine Stärke zu ziehen. Seine Jahresplanung ist ohnehin nicht auf die WM ausgelegt: "Der Höhepunkt ist ganz klar die EM in Stuttgart. Das ist vom Stellenwert her wie Olympia im letzten Jahr."
Quelle: sport1
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