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© Foto: central Pro Team
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Miriam Welte und Kristina Vogel konnten ihr Glück kaum fassen.Zuerst waren sie durch die Disqualifikation der Briten ins Finale gelangt. Dort unterlagen sie den Chinesinnen und wurden Olympiasiegerinnen,nachdem ihre Finalgegnerinnen nach einem Wechselfehler auf den zweiten Platz zurückgesetzt wurden
Hand in Hand standen die beiden mit Tränen in den Augen auf dem Podium. "Wir sind jetzt Olympiasieger. Ein Traum ist wahr geworden. Und das aufgrund von zwei Wechselfehlern, das ist Wahnsinn", sagte Welte und Vogel ergänzte: "Auf der einen Seite ist es nicht der Weg, wie man gewinnen möchte. Auf der anderen Seite sind die Regeln für alle da. Weltmeister ist man nur einmal, Olympiasieger bleibt man für immer. Wir haben ein Stück Geschichte geschrieben." .
Als wenige Minuten später auch noch die deutschen Herren-Teamsprinter gegen Australien zur Bronzemedaille rasten, hatte sich für die deutschen Bahn-Asse ein gleichermaßen chaotischer wie spektakulärer Auftakttag endgültig zum Guten gewendet. Dabei hatte alles mit der tragischen Lendenwirbelverletzung und Absage von Stefan Nimke mehr als schlecht begonnen.
Was dann die gut 6.000 Zuschauer, darunter auch die Prinzen William und Harry im ausverkauften Velodrom zu sehen bekommen hatten, war an Dramatik, Spannung und Spektakel kaum zu übertreffen. Auf der Anzeigentafel stand die Aufschrift "World Record". Als krönender Abschluss waren die britischen Team-Sprinter mit der Fabelzeit von 42,600 Sekunden über die drei Runden gegen die Franzosen zu Gold gerauscht und die Halle tobte.
Gold hatten sich ursprünglich auch die deutschen Sprinter vorgenommen, doch mit dem Ausfall Nimkes war das Unterfangen zum Scheitern verurteilt und Bronze ein Gewinn. "Das ist total bedauerlich, dass so etwas kurz vor dem Start passiert. Stefan ist am Boden zerstört", sagte Patrick Moster, der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). Kurzfristig musste Bundestrainer Detlef Uibel umdisponieren und Ersatzfahrer Robert Förstemann ins Team einbauen. Das deutsche Trio in der Besetzung René Enders (Erfurt), Förstemann und Maximilian Levy (Cottbus) steigerte sich nach Platz fünf in der Qualifikation und fuhr schließlich zu Bronze.
Dabei hatte auch ein Deutscher mitgewirkt. Der Krefelder Philip Hendes, in seinem Heimatland chancenlos, hatte sich dem Geburtsland seines Vaters angeschlossen und ist nun Olympiasieger zusammen mit Jason Kenny und Chris Hoy, der seine fünfte Goldmedaille einfuhr und damit neben dem Ruderer Sir Steve Redgrave der - gemessen an den Goldmedaillen - erfolgreichste Brite bei Olympischen Spielen ist.
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