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TTTV Landesmeisterschaften Jugend - Meine Sicht der Dinge

13.12.2009
TTTV Landesmeisterschaften Jugend - Meine Sicht der Dinge
Foto: keine Quelle wurde angegeben
 

Ich weiß, dass man solche Artikel eigentlich neutral schreiben sollte, aber aus gegebenem Anlass möchte ich diesmal einfach das ganze aus meiner persönlichen Sicht beschreiben. Ich hoffe, dass ihr es trotzdem lest.

Am 12.12.2009 fanden in Großbreitenbach die Thüringer Landesmeisterschaften der Jugend im Tischtennis statt. Wie schon die letzten Jahre hatte ich mich auch qualifiziert.

Mein Glück diesmal, dass ich beim Thüringer Top12 den zweiten Platz belegt hatte und somit an Position zwei gesetzt werden sollte. Aber mehr dazu später.

Ich fang am Besten mal ganz vorne an

Was vor dem Turnier los war

Ungefähr eine Woche vor dem Turnier musste ich mit dem Training pausieren, weil ich mir die Achillessehne gezerrt hatte. Deswegen musste ich mich in der Woche vor dem Turnier besonders reinhängen. Obwohl mein Fuß immer noch wehgetan hat, hab ich trotzdem jeden Tag trainiert um wieder ein bisschen Gefühl zu bekommen. Drei Stunden Training konnte ich damit dann relativ gut aushalten, aber was es werden sollte, wenn sich das Turnier wieder so in die Länge ziehen sollte, wie die letzten Jahre, wusste ich nicht.

Der Morgen des 12.12.2009

Das Turnier sollte 9:30 Uhr losgehen. Zieht man eine Stunde zum Einspielen ab und rechnet man dann noch 1 1/2 Stunden Fahrt ein, bedeutete das, dass mein Trainer pünktlich 7:00 Uhr bei mir sein sollte. Für mich bedeutete das 6:00 Uhr aufstehen. Ich kann mir wirklich besseres vorstellen, aber was muss, das muss. Nach dem Frühstück, was durch die Nervosität sehr reduziert ausgefallen war, habe ich dann die Zeitung gelesen um mich ein bisschen abzulenken. An der Stelle möchte ich die erste etwas lustige Sache einbringen. Ich möchte hier eindeutig darauf hinweisen, dass ich nicht an Horoskope oder sonstigen Humbug glaube, aber an dem Tag habe ich ausnahmsweise mal mein Horoskop gelesen. Darin stand: "Ihre Sternkonstellation ist derzeit so günstig, dass eigentlich gar nichts schiefgehen kann. Jetzt keinesfalls untätig herumsitzen!". Was der Witz daran war, werdet ihr später noch lesen können.

Dann noch schnell was zu Essen und den Glücksbringer eingepackt und Punkt 7:00 Uhr stand dann auch mein Trainer vor der Tür. Ich war zum Glück die erste, die eingesammelt wurde und konnte mir deshalb den heißbegehrten vorderen Platz sichern (YES!). Nachdem die anderen beiden (Paul Sichwardt und Kulbaken Fajzulin) auch eingesammelt waren, ging es endlich auf die Fahrt nach Großbreitenbach. Dort angekommen merkten wir, dass es dort reichlich kalt ist. Außerdem lag dort auch schon eine ganze Menge Schnee.

Kurz vor dem Turnier

In der Halle angekommen, habe ich versucht mich warm zu machen. Das Problem: In der Halle war es reichlich kalt und auch durch die Aufregung bin ich nicht wirklich warm geworden.

Einspielen wollte ich mich eigentlich mit jemand anderes als ich es dann doch getan hab. Das war aber kein Problem, weil ich hauptsächlich jemanden wollte, mit dem man sich beim Einspielen ein bisschen unterhalten kann, und der auch mal einen kleinen Scherz macht. Nach dem Einspielen erst einmal die Gruppen anschauen. Nicht unbedingt schwer, aber auf jeden Fall nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Die Gruppenphase

Mein erstes Spiel hatte ich gegen die wohl schlechteste Spielerin der Gruppe. Bis auf den dritten Satz, den ich durch Dummheit abgegeben habe, habe ich eigentlich ganz gut gespielt und gewonnen. Gegen die beiden stärkeren Gegner habe ich dann relativ souverän mit 3:0 gewonnen. Erwähnen möchte ich hier noch die Leistung von Paul Sichwardt, der in seiner Gruppe einen gesetzten Spieler geschlagen hat und somit als Gruppenerster ins Achtelfinale gekommen ist.

Der Doppelwettbewerb

Bei unseren Landesmeisterschaften ist es so, dass nach den Gruppenspielen die Doppel ausgespielt werden. Hier spielte ich mich mit meiner Partnerin ohne große Probleme bis ins Finale. Dort unterlagen wir aber ziemlich deutlich gegen Sophie Schädlich/Marie Rost (Zeulenroda/Mühlhausen), die an dem Tag richtig gut gespielt haben und somit auch verdient den Titel geholt haben.

Die KO-Runde

Aufgrund meiner Platzierung beim Top 12 und dem ersten Platz in der Gruppe wurde ich an Position zwei gesetzt. Das bedeutete im Achtelfinale ein Freilos. Im Achtelfinale scheiterte auch schon eine mögliche Gegnerin, die zugleich meine Angstgegnerin war. Da ich nicht spielen musste, schaute ich mir das Spiel meiner eventuellen Gegner an. Im Viertelfinale spielte ich dann gegen Antonia Seeland (Mühlhausen). Ich verstehe mich mit ihr sehr gut und deshalb war es für uns beide kein einfaches Spiel. Nach verschlafenem ersten Satz und einem Timeout im dritten Satz, was eher mir als ihr weiterhalf gewann ich dieses Spiel mit 3:1. Unerwartet war hier das Ausscheiden der Favoritin Kulbaken Fajzulin (Zeulenroda) die mit 3:0 gegen Theresa Kalies (Schwarza) verlor. Somit standen sich im ersten Halbfinale Marie Rost (Mühlhausen) und Theresa Kalies (Schwarza) gegenüber. Im zweiten Halbfinalspiel traf ich auf Sophie Schädlich (Zeulenroda). Unerwartet, vorallem in der Höhe gewann ich mit 3:0 und war somit relativ schnell im Finale. So hatte ich noch Zeit mir das andere Halbfinale anzuschauen. Meine Gegnerin im Finale sollte Theresa Kalies sein, die ihr Spiel knapp mit 3:2 gewann.

Jetzt kam auch mein Trainer zu mir, der meine Aussetzer in solchen großen Spielen nur allzu gut kennt und sagte mir, dass ich einfach so spielen sollte, als ob es um eine Kreismeisterschaft geht.

Danach ging es dann endlich ins Finale. Vorher noch ein bisschen Doping eingeworfen (DextroEnergy, Cola und eine halbe Banane) ging es dann an den Tisch. Ein bisschen Angst machte mir die Atmosphäre. Die Jungs hatten ihr Finale schon beendet als wir anfingen und so schauten alle auf unser Spiel, das auch noch in der Mitte der Halle stattfand. Den Start des ersten Satzes verschlief ich wiedermal total, was mir aber erstaunlicherweise nicht viel ausmachte und meinem Spiel wahrscheinlich noch gut getan hatte. Die nächsten beiden Sätze gewann ich knapp und jeweils nur durch den glücklichen Einsatz meiner Aufschläge. Im letzten Satz zog ich regelrecht davon und als ich dann beim Stand von 10:3 auf einmal Matchbälle hatte, musste ich mich sehr konzentrieren um nicht doch noch etwas falsches zu machen. Nachdem ich diesen Punkt dann auch noch gemacht hatte, war ich überglücklich.

Nach dem Turnier

Meine Doppelpartnerin, die das Spiel gezählt hatte, kam als erste auf mich zugerannt. Ich hatte auf einmal ein riesiges Grinsen drauf, was den ganzen Tag nicht mehr aufhören wollte. Als zweiter folgte mein Trainer, der mich im Finale betreut hatte und ein weiterer Betreuer, der mich im Viertelfinale gecoacht hatte Danach gratulierten mir Leute, die ich entweder gar nicht kannte, oder mit denen ich noch nie etwas zutun hatte kamen zu mir und gratulierten mir. Sogar Trainer aus anderen Vereinen. Viele sagten, dass sie es mir gegönnt haben, dass ich endlich auch mal was gewonnen habe. Das war schon ein richtig schönes Gefühl.

Danach folgte die Siegerehrung, und davor die Kaderberufung. Einige Leute zeigten Unverständnis darüber, dass ich auch aufgrund meiner Leistungen in dieser und der letzten Saison nicht im Kader war. Ich hatte mich damit bereits abgefunden und hatte diesen Leuten nur gesagt, dass ich wüsste, wonach dieses System eigentlich funktioniert und nur deshalb heute so befreit gespielt hatte, weil ich wusste, dass es egal ist welchen Platz ich mache. Es würde mir eh nichts bringen.

Passend dazu waren dann die Worte des Landestrainers, der mir bei der Siegerehrung sagte: " Glückwunsch, im letzten Jugendjahr nochmal den Titel geholt. Toll!". Ob ich ihm das glaube sage ich erst, wenn ich sehe, wer für die weiteren Turniere (Südwestdeutsche Meisterschaften und Deutschlandpokal) nominiert ist.

Zu Hause

Als ich zu Hause ankam musste ich feststellen, dass meine Eltern meine SMS nicht erhalten hatten und zeigte ihnen nur meine Urkunde. Auch meine Oma und mein Opa haben sich riesig für mich gefreut.

Ich hoffe mal, dass ihr den Artikel trotzdem gelesen habt. Auch wenn er ziemlich lang war und diesmal nicht so unparteiisch wie er eigentlich sein sollte.

Mia



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Kommentare
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Eintrag vom 20.12.09, 19:53
Gratulation zu der souveränen Leistung!
Eintrag vom 18.12.09, 15:10
ich sag dazu mal GRATULATION !!!!!!!!!!!!!!!!
Sauber gemacht Mia !!!
*applaus*
Eintrag vom 17.12.09, 21:04
Hey Andreas, richtig lesen
Eintrag vom 16.12.09, 12:23
Schöner Bericht und GLückwunsch zum Titel!
Und natürlich auch viel Erfolg dann bei den Südwestdeutschen ;)
Eintrag vom 14.12.09, 11:32
Bis auf die Sache mit der Cola 100Punkte !!!
Danke für den tollen Bericht, ganz herzlichen Glückwunsch und weiter so !!!
Eintrag vom 13.12.09, 22:06
Mia,herzlichen Glückwunsch ... super Leistung.

Wie immer gut geschrieben.

Für mich, der nicht dabei war,
alles das, was Du erlebst sehr nachvollziehbar beschrieben.

Über Deine "sogennante" nicht neutral gewählte Form,
solltest Du keinen Kopf machen:

Denn wer will es Dir verübeln,
dass Du mit Herzblut geschrieben und den Erfolg zu recht feierst.
Eintrag vom 13.12.09, 19:22
Super. Ich gratuliere.
Eintrag vom 13.12.09, 19:13
Herzlichen Glückwunsch Landesmeisterin Mia! Dein Bericht ist ehrlich, so ehrlich gut wie Deine Leistung. Ich wünsche Dir für die nächsten Wettkämpfe eine ebenso gute Einstellung und Leistung.

VG
Wilhelm
Erwähnte Sportler
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