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Mit seinen Aussagen bei der Pressekonferenz vor einer Woche, bei der der Abgang von Trainer Michael Biegler verkündet worden war, hatte Stefan Kretzschmar den amtierenden Manager Holger Kaiser stark kritisiert, dieser trat nun am Montag zum Saisonende zurück.
(dpa)In einer Stellungnahme erklärte der frühere Nationalspieler die Beweggründe für seine Kritik und betont, dass es ihm nicht um einen Machtkampf gegangen sei. Zu Aufsichtsratschef Johannes Kempmann erklärte der Sportdirektor des SCM "davor ziehe ich den Hut". Zudem stellte Kretzschmar klar: "Ich habe mich geäußert, weil es um den Sport, den Handball in dieser Stadt geht." Der Name Holger Kaiser fällt in der Erklärung dabei nicht.
Stefan Kretzschmar hat zwei Tage nach der öffentliche Schelte gegen seine Person seine Kritik an Führungsgremien des Bundesligisten SC Magdeburg verteidigt. "Einige von denen, die meine Kritik jetzt so unerhört fanden, werden sich sicher noch daran erinnern, dass ich bestimmte Dinge schon mehrmals intern angesprochen habe und es gibt eben einen Punkt wenn man sich nicht zu schade ist, für etwas zu kämpfen - da muss die Gretchenfrage eben auch mal laut gestellt werden", teilte der Sportdirektor am Mittwoch in einer Presse- Erklärung mit. "Ich habe mich geäußert, weil es um den Sport, den Handball in dieser Stadt geht."
Am Montag war nur fünf Tage nach dem angekündigten Weggang von Trainer Michael Biegler bekanntgegeben worden, dass Geschäftsführer Holger Kaiser den Traditionsclub zum Saisonende verlassen wird, Aufsichtsratschef Johannes Kempmann stellt sein Amt zum Monatsende zur Verfügung. Beide sehen sich als Opfer eines von Kretzschmar angezettelten Machtkampfes. "Es hat nur die Entscheidung gegen Kaiser oder Kretzschmar gegeben. Es ist schwer, ein Sportidol wie Kretzschmar in die Schranken zu weisen. Dafür braucht man eine klare Linie, und die gab es nicht", hatte Kempmann gesagt. "Die Situation ist uns eingebrockt worden von einem Stefan Kretzschmar, der als erstes nur sich sieht, als zweites sich und als drittes auch."
Kretzschmar gab zu, im Zusammenhang mit Bieglers Entscheidung "zu emotional" Kritik geäußert zu haben. Er sei enttäuscht gewesen, die vom Coach angeführten Probleme nicht beseitigen zu können. Dazu habe er keine Chance gehabt. "Wer mich kennt weiß, ich hasse nichts mehr als Ohnmacht und zu verlieren", erklärte der frühere Weltklasse- Linksaußen. Der Verlust Bieglers sei für ihn wie eine "große Niederlage. Und mit dieser Niederlage fühlte ich mich etwas alleingelassen."
Zugleich wies Kretzschmar Vorwürfe zurück, er habe seinen Rauswurf provozieren oder Kempmann beleidigen wollen. Für die Form seiner Kritik habe er sich bereits entschuldigt: "Aber ist Kritik, auch öffentlich geübte Kritik über etwas, was fast ausschließlich durch die Öffentlichkeit lebt, immer gleich ein Machtkampf?" Die letzten Tage hätten ihn "echt mitgenommen", aber zeitgleich freue er sich, dass das Präsidium und der Aufsichtsrat der Handball Magdeburg GmbH ihm auch weiterhin das Vertrauen ausgesprochen haben.
Gerüchten, er würde mit einem Weggang nach Berlin oder Hamburg liebäugeln, erteilte er eine Absage. "Die Stadt des Sports ist Magdeburg und hier bin ich zu Hause. Ich werde meine ganze Kraft dafür einsetzen, um vorhandene Gräben zuzuschütten, Vertrauen und Verlässlichkeit zur Maxime dieses Vereins zu machen, die Kommunikation nach außen und innen zu verbessern und erfolgreichen Sport erlebbar zu machen", kündigte Kretzschmar an.
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