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(Gewichtheben)
Gewichtheben: Athlet vom Chemnitzer AC kämpft in Heidelberg um Ticket für Peking
Chemnitz/Leimen.Mit Matthias Steiner, der im April bei den Europameisterschaften in Lignano einen kompletten Medaillensatz gewann, steht bereits ein Gewichtheber des Chemnitzer AC für Peking fest. Somit reißt auf alle Fälle die erfolgreiche Kette nicht ab, dass es seit den Sommerspielen 1972 ununterbrochen Teilnehmer aus Karl-Marx-Stadt oder Chemnitz gibt. Für die Premiere hatte 1960 Werner Arnold in Rom gesorgt, danach konnte nur 1964 und 1968 kein Athlet gestellt werden. Mit dem Gewinn der Goldmedaille schrieb Joachim Kunz 1988 in Seoul (erster Heber-Olympiasieger der DDR)genauso besondere Geschichte wie Ingo Steinhöfel, der 1988 Silber gewann und insgesamt fünf Mal dabei war.
Vielleicht gelingt es nun beim entscheidenden Qualifikationswettkampf am Sonnabend in Heidelberg noch einem zweiten CAC-Akteur, das Ticket zu buchen. Tom Schwarzbach gehört neben Jürgen Spieß (Neulußheim) und Artyom Shaloyan (Speyer) zu den drei Kandidaten, die um die zwei noch offenen Plätze kämpfen. Für die Zweikampfnorm in seiner Klasse bis 85 kg von 355 kg muss er sich aber um insgesamt 14 kg steigern. Ein schwieriges Unterfangen, obwohl der Eibauer schon mehrfach gerade in entscheidenden Situationen über sich hinauswachsen konnte. "Das Training lief zuletzt ganz gut. Eine kleine Chance sehe ich schon. Ich hoffe, dass mir ein guter Wettkampf gelingt und ich Bestleistungen schaffe," blickte der 21-Jährige gestern voraus. Er weilt bereits seit Anfang dieser Woche am Bundesstützpunkt in Leimen in unmittelbarer Nähe von Heidelberg. Am Dienstag wurde er in Bruchsal in die Bundeswehrsportfördergruppe aufgenommen, künftig wird der Auswahlakteur deshalb auch seinen Trainingsort nach Leimen verlegen.
In den zurückliegenden Jahren war es dem starken Sachsen gelungen, neben seiner Ausbildung als Anlagenmechaniker bei den Stadtwerken sich mit stetigen Steigerungen an den Hanteln für die Nationalmannschaft anzubieten. Würde er sich nun sogar für Peking qualifizieren, käme das schon einer kleinen Sensation gleich.
Außer Matthias Steiner konnten bisher die Görlitzerin Julia Rohde und der Superschwere Almir Velagic (Kaufbeuren) die Normen zur Hochstrecke bringen. Insgesamt fünf Startplätze stehen dem deutschen Verband zur Verfügung. Mit Jörg Mazur fiel in dieser Woche ein heißer Kandidat wegen einer Ellbogenverletzung kurzfristig aus. Den Obrigheimer scheint dabei stets im Olympiajahr das Pech zu verfolgen. 2004 hatte er sich für Athen qualifiziert. Sein Gepäck war schon in Griechenland, doch wegen Knieproblemen konnte er selbst die Reise nicht antreten. Nun hatte er nochmals vier Jahre für sein großes Ziel, einmal Olympia zu erleben, geackert. Doch wieder platzt für den 30-Jährigen kurzfristig der Traum, den er sich nun wohl nie mehr erfüllen kann.
Von Martina Martin, freiepresse.de
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