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© Foto: getty images
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Der niederländische Konzern Rabobank wird seine Sponsorenaktivitäten im Radsport beenden. Ende dieses Jahres wird der Rennstall aus dem Geschäft aussteigen. Dadurch nehmen die Folgen der aufgedeckten Doping-Skandale neue und erschreckende Ausmaße an.
Letzte Woche war ein Bericht der US-Anti-Doping-Agentur (USADA) erschienen, der diesen Schritt unvermeidbar machte, gibt Rabobank-Vorstandsmitglied Bert Bruggink zu Protokoll. Im Rahmen der USADA-Untersuchung wurde Lance Armstrong, sowie sein gesamtes ehemaliges Team von US-Postal, des professionellen Dopings überführt. Dabei wird dieser Verstoß von der USADA wörtlich als „das hochentwickeltste, professionellste und erfolgreichste Dopingprogramm“ bezeichnet, das „die Sportwelt jemals gesehen hat“.
Die logische Konsequenz hat der Rennstall jetzt gezogen. „Wir vertrauen nicht mehr darauf, dass der internationale Profiradsport in der Lage ist, einen sauberen und ehrlichen Sport durchzuführen“, so Bruggink weiter. Dabei sprach er von einem „schweren und schmerzlichen, wenn auch notwendigen“ Schritt. Vor allem für „die Fans und die Fahrer, die damit nichts zu tun haben“, tut es Bruggink leid.
„Wir verlieren einen der größten Sponsoren der Radsport-Geschichte, ich habe keine Worte dafür aber das ist eine der schlimmsten Dinge, die passieren konnten“, zeigte sich Fahrer Robert Geesink schockiert von dem Rückzug der Rabobank. „Es fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht“, erklärte Geesink weiter. Er hatte den Rennstall als Kapitän bei der diesjährigen Tour de France angeführt.
Angesichts der vielen Dopingskandale, die dem Radsport in den letzten Jahren einen immensen Imageschaden zugefügt haben, erscheint der Rückzug von Rabobank mehr als konsequent. Das scheint auch der Radsport-Weltverband (UCI) erkannt zu haben. Dieser nahm die Entscheidung mit Verständnis auf und zeigte sich erkenntlich angesichts der langen Zusammenarbeit. „Der Radsport ist dankbar für die vielen Jahre der Partnerschaft mit Rabobank, von der alle profitiert haben. Ihr Engagement hat das Leben vieler Fahrer verändert“, zollte UCI-Präsident Pat McQuaid dem niederländischen Unternehmen Tribut.
Seine Dankbarkeit könnte auch darauf fußen, dass die Rabobank den Amateursport mit den Cross- und Jugend-Teams trotzdem weiter unterstützen wird. Mit dem Rabobank-Ausstieg aus dem Profiradsport endet eine Ära, denn schon seit 1996 ist der Straßen-Rennstall weltweit mit dabei gewesen und investierte jährlich rund 15 Millionen Euro in das eigene Radsportteam.
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