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Peking 2008 - Deutsche Medaillen-Hoffnungen, Teil IV

07.08.2008
Judo: Peking 2008 - Deutsche Medaillen-Hoffnungen, Teil IV
Foto: keine Quelle wurde angegeben
 

(Judo) Im vierten Teil wird Judo-Champion Yvonne Bönisch vorgestellt.

Der Begriff mündiger Athlet ist für Judo-Olympiasiegerin Yvonne Bönisch keine hohle Phrase. Als der Konflikt um Tibet im April eskalierte, bezog die Potsdamerin klar Position.

"Ich werde ein Zeichen setzen und nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen", sagte die Weltklasse-Athletin. Allerdings machte sie auch deutlich, dass sie nicht die Spiele generell boykottieren und natürlich in der 57kg-Kategorie an den Start gehen werde. Sie wolle vielmehr ein Zeichen gegen Menschenrechtsverletzungen in Tibet setzen und deshalb dem Auftakt der Sommerspiele fernbleiben. Der Deutsche Judo-Bund (DJB) kündigte an, die Entscheidung der deutschen Medaillenhoffnung respektieren zu wollen.

Absolute Weltspitze

Vor vier Jahren in Athen sorgte Yvonne Bönisch mit dem Olympiasieg für einen Überraschungserfolg. Die 27-Jährige möchte natürlich auch in Peking mit Gold dekoriert die Heimreise antreten, allerdings ist die Ausgangslage nun eine andere. Damals konnte sie ziemlich unbeschwert in den Wettkampf gehen, diesmal ist die Erwartungshaltung mit viel mehr Druck verbunden. Yvonne Bönisch gehört zum Favoritenkreis.

Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Rio de Janeiro musste sich die Olympiasiegerin mit Platz sieben zufrieden geben. Allerdings war sie damals aufgrund eines Bänderrisses auch stark gehandicapt und nicht in bester Verfassung. Zuvor hatte Yvonne Bönisch mit zweiten WM-Plätzen 2003 und 2005 ihre Zugehörigkeit zu absoluten Weltspitze unterstrichen, der Triumph von Athen war somit kein Zufallsergebnis. Die von Trainer Axel Kirchner betreute Athletin kletterte auch schon bei Europameisterschaften auf das Treppchen. 2002 und 2007 gewann sie jeweils Silber. Hinzu kommen fünf Weltcupsiege.

Optimale Konzentration

Um sich optimal auf die Wettkämpfe in Peking vorbereiten zu können, ließ sie nichts unversucht. Sie nutzte deshalb auch die Höhenkammer in Berlin-Hellersdorf und hielt ein Trainingslager in Japan ab. Ein besonderes Ritual gibt es vor den Wettkämpfen. Um die Konzentration zu stärken, legt sich Yvonne Bönisch auf den Rücken, schließt die Augen und setzt die Kopfhörer ihres MP3-Players ein. Bei Rock und Pop entspannt sie, sammelt Energien und mentale Stärke für den Kampf auf der Matte.

Als große Stärke bezeichnet sie deshalb auch, sich "auf den Moment konzentrieren zu können". Dann setzt sie vorzugsweise ihre Spezialtechniken Uchi mata und Ko soto gake ein und legt, im Idealfall, die Gegnerinnen auf die Matte. Und wenn dann der Wettkampf vorbei ist, entspannt sie sich am liebsten mit "einem guten Kaffee in netter Gesellschaft".

Eurosport



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