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(Tischtennis)
Tischtennis-Ass Timo Boll, der im Gastgeberland China Kultstatus genießt.
Wenn es eine olympische Sportart gibt, die wirklich allen Chinesen am Herzen liegt, dann ist es das Tischtennis. Seit Jahrzehnten wird die Sportart von den Spielern aus dem Reich der Mitte beherrscht. Es gibt rund 100 Millionen aktive Tischtennisspieler im Land des Olympia-Gastgebers.
Dabei fürchten die Chinesen vor allem einen europäischen Spieler, der möglicherweise in Peking in ihre Phalanx einbrechen kann. Der Deutsche Timo Boll genießt in China Kultstatus.
Mehrere Wochen im Jahr verbringt der Profi von Borussia Düsseldorf in Asien, vor allem in China. Immer wieder misst er sich mit den Besten der Besten, und dies sind ohne Frage die chinesischen Zelluloid-Artisten. Das 1,3-Milliarden-Volk erwartet bei den Sommerspielen, dass ihre Helden alle Goldmedaillen im Tischtennis einheimsen. Zu den Wenigen, denen eine Chance eingeräumt wird, diese chinesischen Festspiele auf sportlichem Gebiet zu beeinträchtigen, zählt Boll.
"Boll-Kopien" im Training
Inzwischen wurde sogar bekannt, dass etliche chinesische Asse aus der zweiten Reihe quasi zur Kopie des Deutschen mutieren müssen, damit sich die chinesischen Olympiastarter im Vorfeld von Olympia noch besser auf die Spielweise ihres Widersachers Boll einstellen können! Präzision, Schnelligkeit und Variabilität kennzeichnen das Spiel des achtmaligen deutschen Meisters.
Fast jedes Kind in China kennt den in Erbach im Odenwald geborenen Ausnahmespieler, der schon dreimal Europameister war. Allerdings wartet er immer noch auf eine olympische Medaille. In Peking nimmt er zum dritten Mal an Sommerspielen teil. 2000 in Sydney zog er ins Achtelfinale ein, vier Jahre später in Athen schaffte er im Einzel das Viertelfinale. Bei Weltmeisterschaften holte er immerhin 2004 Silber mit dem Team, 2005 Silber im Doppel mit Christian Süß und 2006 Bronze mit der Mannschaft.
Knieblessur sorgte für Probleme
Große Hoffnungen setzt Boll auch auf die Teamwertung. Die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) gehört zum erweiterten Favoritenkreis - dank Boll. Sollte in dieser Disziplin bereits Edelmetall geholt werden, dann steigen auch Bolls Chancen im Einzelwettbewerb: "Der große Druck ist dann weg, ich kann in diesem Fall etwas gelassener aufspielen", äußerte sich die unumschränkte deutsche Nummer eins.
Das Olympiajahr verlief aus Sicht Bolls allerdings keineswegs störungsfrei. Eine Knieblessur warf ihn weit zurück, das deutsche Ass musste sich beharrlich wieder in Form bringen. Sogar die Teilnahme an der Mannschafts-WM opferte Boll für sein großes Ziel Olympia in Peking.
"Wahnsinnig viele Medientermine"
Boll, trotz seiner hessischen Herkunft ein heißblütiger Anhänger von Borussia Dortmund, stand bis unmittelbar vor Beginn der Spiele in ständigem Kontakt zu seinen chinesischen Tischtennisfans mit Blogs und Kolumnen auf www.sohu.com und in der großen chinesischen Sportzeitung Titan Sports.
Seit dem 1. August ist es aber Olympia-Startern untersagt, Kolumnen zu veröffentlichen. Somit ruhen derzeit die Aktivitäten von Timo Boll auf diesem Gebiet. "Ich habe wahnsinnig viele Medientermine und Interviews mit deutschen Zeitungen gehabt. All das zeigte, wie bedeutend Tischtennis bei diesen Olympischen Spielen sein wird", sagt er und streicht damit nochmals die Bedeutung seiner Sportart bei den Spielen in Peking heraus.
Eurosport
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