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Gaensehaut pur bei der Eroeffnungsfeier
Tolle Eroeffnungsfeier
Ein Traum ist für viele Sportler und Trainer der Deutschen Paralympischen Mannschaft in Beijing in Erfüllung gegangen. Eine der erhabendsten Momente in einem Sportlerleben ist ohne Zweifel der Einmarsch in ein Stadium der Olympischen oder Paralympischen Spiele. In Peking warteten über 90000 Menschen auf uns. Bereits um 16:00 Uhr hieß es fertig machen. Duschen war angesagt, einige mussten sogar zweimal Duschen. Das Bügeln unserer Kleidung war für viel Hochleistungstraining, schweißtreibend, wollte wir doch ordentlich vor die Weltöffentlichkeit treten. Uns war bewusst, dass wir unser Land vertreten und das sollte in gebührender Form geschehen. Jede Bügelfalte war am richtigen Ort, perfekt. Fast. Harald Hack sei Dank. Der Junge bügelt was ihm unter die Finger kommt.
Mit über Dreihundert Teilnehmern waren wir eine der größten Delegationen, angeführt vom Chef de Mission, Dr. Karl Quade. Eine kurze Busfahrt brachte uns ganz in die Nähe des Vogelnestes. Übringens mit einer vergleichbar kurzen Verweildauer. Wir sind von ca. vier Stunden Wartezeit bis zum eigentlichen Einmarsch ausgegangen, die Chinesen meinten es aber gut mit uns. Perfekt organisiert sind wir recht zeitnah vor dem Stadion eingetroffen.
Die Stimmung im gesamten Team war überschwänglich. Jeder strahlte Freude aus, was sich auf anderen Menschen übertrug. Überall nur lächelnde Gesichter. War das der Lohn für die harte Arbeit der vergangenen Jahre?
Mit der Aufstellung der Nationen in alphabetischer Reihenfolge hat eine große Party begonnen. Nur steht Deutschland im chinesischen Alphabet fast ganz hinten. Wir mussten also warten, was der tollen Stimmung aber keinen Abbruch getan hat. Die Erwartungshaltung stieg immer mehr, konnten wir doch den Applaus der vielen Tausend Menschen im Stadium über Großbildleinwände mit verfolgen, nur der Ton fehlte. Man konnte es kaum noch erwarten, aber dann war es soweit. Wir, Germany, wurden aufgefordert in eines der schönsten Stadien einzumarschieren. Mir wurde richtig flau im Magen.
In diesem Augenblick habe ich meinen Co-Trainer Manfred Gohres gefragt, ob er mich mal zwicken könnte. Es war überwältigend, fast nicht zu begreifen. In diesem Moment habe ich realisiert, dass die Paralympischen Spiele 2008 in Beijing in wenigen Augenblicken eröffnet werden.
Wir liefen durch einen gigantischen Torbogen in das „Vogelnetz“, begleitet von einer Begeisterung, die sich sofort auf uns übertragen hat. Man, war das ein tolles Gefühl.
Uwe Knapp
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