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(Kanu)
Der deutsche Kanu-Verband ist der erfolgreichste bei den Olympischen Spielen, doch woran liegt das?
Der deutsche Kanu-Verband ist der erfolgreichste bei den Olympischen Spielen, wieder einmal! Insgesamt 8 der 41 Medaillen gehen alleine auf das Konto der Erfolgs-Kanuten. Da verwundert nicht, dass Deutschlands erfolgreichste Sportlerin aller Zeiten mit Birgit Fischer (6 Olympia-Gold-Medaillen) aus dem Kanu-Verband kommt. Auch die langersehnte erste Gold-Medaille in Peking gewann ein Kanu-Slalom-Fahrer: Alexander Grimm.
Das freut mich als Kanute natürlich ganz besonders, doch was sind die Gründe dafür? Haben wir nur im Kanu super Talente? Gibt es eine besondere finanzielle Förderung? Gehen wir dem Ganzen mal auf den Grund…
Eins ist sicher: Deutschland ist „Vereins-Weltmeister“, es gibt 88.000 Vereine in Deutschland, der Sport ist also organisiert und die vielen Talente können entsprechend gefördert werden. Doch wo liegt die Besonderheit im Kanu? Denn Talente gibt es ja in allen Sportarten…
An der monetären Motivation und der finanziellen Förderung kann es nicht liegen, denn die meisten Kanuten sind entweder Studenten, leben von der Stiftung Deutsche Sporthilfe oder sind Sportsoldaten. Kanu ist somit eher ein Amateursport als ein Beruf - das große Geld ist hier nicht zu verdienen.
Kanufahren hat in Deutschland jedoch eine große Tradition, man misst sich von Beginn der Sportlerkarriere schon bei nationalen Wettkämpfen mit den Besten. Denn wer in Deutschland top ist, der wird auch in der Weltspitze ganz oben dabei sein. Das motiviert ungemein und sorgt für eine hohe Leistungsdichte!
Ein weiterer Faktor ist die Professionalität der Leistungsdiagnostik. Was Jürgen Klinsmann „revolutionär“ beim FC Bayern eingeführt hat, ein individuelles Stärken/Schwächen-Profil zur Erstellung eines angepassten Trainingsplans, existiert im Kanu-Sport schon lange! Das gilt zwar auch in anderen olympischen Sportarten wie beispielsweise im Schwimmen, jedoch muss hier der relative Vergleich zwischen den Nationen berücksichtigt werden. Während Australien und die USA im Schwimmsport enorme Summen investieren und deshalb deutlich professioneller arbeiten können, liegt der deutsche Kanu-Verband im relativen Vergleich an der Spitze! Deutschland arbeitet vermutlich am professionellsten von allen Nationen.
Das liegt allerdings nicht an übermäßigen Finanzmitteln, die der Kanu-Verband zur Verfügung hat. Im Gegenteil, wenn man sich vor Augen führt, wie wenig Mittel für den Kanusport ausgegeben werden, dann sind die Medaillen im Kanusport sogar die „günstigsten“ für Deutschland. Dieser sensationell geringe Aufwand pro Medaille ist zum einen darauf zurückzuführen, dass ein Sportler oft bei mehreren Rennen an den Start geht, und zum anderen, dass ein Kanu-Werbepartner für einen lediglich fünfstelligen Betrag nicht etwa einen Sportler, sondern die gesamte Nationalmannschaft sponsern kann. Kanu ist hierbei allerdings nicht der einzige Sport für den das gilt - man denke nur an Sportarten wie Feldhockey, Judo oder Schießen.
Es ist also ein Zusammenspiel der verschiedenen Bedingungen, die den Kanu-Sport so erfolgreich machen: die Tradition des Kanufahrens, sowie die vielen Möglichkeiten im Verein den Sport zu betreiben führen zur Entdeckung vieler Talente. Die Leistungsdiagnostik fördert die Talente. Finanziell sind die Kanuten Amateure, aber das macht nicht viel aus, weil das international nicht anders ist. Ein Zahnrad greift also ins andere und treibt den Kanusport an. Und wie wir wieder einmal gesehen haben: mehr als erfolgreich!
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