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© Foto: r.reinhard
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(Stabhochsprung)
"Ihr wisst doch, ich hab ein schwaches Herz!", brüllt Karsten Bober vom LAZ Soest in sein Mikro. Gerade hat der "junge Wilde" mit der schwarzen Sonnenbrille und dem roten Trikot die Latte wieder zehn Zentimeter höher legen lassen.
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24.05.2009 · SOEST - "Ihr wisst doch, ich hab ein schwaches Herz!", brüllt Karsten Bober vom LAZ Soest gegen hunderte jubelnder Zuschauer in sein Mikro. Gerade hat der "junge Wilde" mit der schwarzen Sonnenbrille und dem roten Trikot die Latte wieder zehn Zentimeter höher legen lassen.
Er ist der einzige, der überhaupt noch im Wettkampf ist. Tim Lobinger und Danny Ecker sind längst ausgeschieden. Am Ende scheitert Malte Mohr vom TSV Bayer Leverkusen erst an der 5,90-Meter-Marke. Die 5,80 Meter hat er zuvor zwar erst im dritten Versuch, aber dennoch fast locker übersprungen und sich damit in die Geschichte der Stabhochsprung-Anlage am Schulzentrum eingetragen."Sensationell, das sind Höhen." Karsten Bober konnte es kaum fassen, dass der 22-jährige das Stabhochsprung-Finale der Männer gleich eine ganze Reihe von Höhepunkten verlieh. Nicht nur, dass Malte Mohr mit seinen übersprungenen 5,80 Meter das Finale für sich entschied: Mit dieser Höhe übertraf der gebürtige Bochumer, der in der Vergangenheit schon so oft bei Wettkämpfen in Soest war, seine eigene Bestleistung um vier Zentimeter. Die für die WM-Qualifikation erforderliche Norm von 5,70 erreichte er ebenfalls locker - und außerdem als einziger Athlet beim gestigen Wettkampf. Ob es für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August in Berlin reicht, entscheiden die Bundestrainer zwar erst nach insgesamt vier Wettkämpfen, mit einem Bein hat der Mohr das Ziel schon erreicht. Und nicht zuletzt hat der Stabhochsprung-Profi eine neue Marke auf der LAZ-Anlage gesetzt: Bislang lag der Stadion-Rekord bei 5,62 Metern, jetzt ist er satte 18 Zentimeter höher.Malte Mohr war auch der geheime Favorit eines Soester Urgewäches: Hendrik Gruber musste bereits bei 5,40 Meter die Segel streichen. Mit seinen 5,30 Meter landete der 22-Jährige, der mittlerweile für Leverkusen startet, nur auf dem achten Rang. "5,50 Meter und höher hatte ich mir schon vorgestellt", erzählte Gruber nach seinem Wettkampf und suchte gleichzeitig nach den Ursachen für sein frühes Ausscheiden. "Ich habe zum ersten Mal längere und härtere Stäbe benutzt." Ob es für ihn in diesem Sommer noch für die WM-Quali reicht, kann Gruber nur schwer einschätzen. Stattdessen will sich der Sportstudent lieber auf die Universiade - also die Olympiade für Studenten - im Juli in Belgrad konzentrieren.Bei der Einschätzung der Favoriten hatte Gruber übrigens auch noch einen zweiten Namen als Tipp. Alexander Straub von der LG Filstal gehörte für Gruber ebenfalls zu den Anwärtern auf die WM-Norm. Geklappt hat es für den Athleten von der LG Filstal mit übersprungenen 5,60 Metern aber genauso wenig wie für Danny Ecker vom TSV Bayer Leverkusen. Gemeinsam mit Mohr hatten Straub und Ecker in den letzten Durchgängen aber für die größte Spannung unter den vielen Zuschauern gesorgt, weil die Latte teilweise erst im dritten Versuch liegen blieb. An 5,70 Meter scheiterten jedoch beide.Ein weiterer großer Name im Starter-Feld kam erst gar nicht in solche Höhen. Für Tim Lobinger war der Wettkampf schon nach 5,40 zu Ende, am Ende reichte es für den Weltklasse-Stabhochspringer aber immerhin noch zum vierten von insgesamt zehn Plätzen.In einem waren sich aber alle Sportler einig: "Die Bedingungen waren super", sagte Sieger Malte Mohr. Zwar wehte der Wind anfangs etwas von der Seite, später beflügelte er die Stabhochspringer dann aber eher von hinten. Und: "So viele Zuschauer wären sicherlich nicht nach Köln gekommen", ergänzte Mohr. Dort sollte die WM-Qualifikation nämlich ursprünglich stattfinden. Als der Hauptsponsor kurzfristig absprang, zog der Wettkampf kurzerhand nach Soest um.
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