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Der Irak wird mit vier Athleten bei den Olympischen Spielen in Peking vertreten sein. Das ist nicht gerade viel aber immerhin mehr als null. Denn vor wenigen Tagen noch war der Irak aus dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und damit von den Wettkämpfen in China ausgeschlossen gewesen.
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Rückblick: In Athen wurde der Einzug des Iraks bei der Eröffnung gefeiert. Nach mehr als zehn Jahren war der Staat wieder bei Olympischen Spielen vertreten. IOC-Präsident Jacques Rogge hatte sich dafür eingesetzt und der aus seinem britischen Exil zurückgekehrte ehemalige General Ahmed Al Samarrai die Führung des neugegründeten Olympia-Komitees von Udai Hussein, dem Sohn des gestürzten Diktators, übernommen.
Die Qualifikation des Fußballteams war eine große Überraschung, dass die Mannschaft dann bis ins kleine Finale kam und um Bronze spielte, eine Sensation. Beinahe hätte das Land seine zweite Medaille geholt, nachdem 1960 ein Gewichtheber Bronze gewonnen hatte.
Rätsel um Förderungen
Vier Jahre sind vergangenen und die innige Beziehung zwischen dem IOC und dem Irak ist empfindlich abgekühlt. Vor zwei Jahren war praktisch die gesamte Führung des irakischen NOK von Unbekannten entführt wurden. Auch Ahmed Al Samarrai, ein Sunnit, wurde verschleppt und vermutlich ermordet.
Er hatte noch Förderungen vom IOC und auch von den USA erhalten, um den Sport im vom Krieg zerstörten Land aufzubauen. Was mit diesem Geld passierte, ist freilich unklar.
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet von einem Konto in der Schweiz, auf dem zumindest Teile dieser Förderungen liegen sollen. "Wir untersuchen das gerade", wird Basam Ridha Al Husaini, ein wichtiger Berater von Ministerpräsident Nuri Al Maliki zitiert.
Im Mai dieses Jahres setzte die irakische Regierung dann die Führung des NOK ab und stellte den Sport unter die Administration des Sportministeriums. Das IOC wertete dies als unzulässige Einmischung der Politik und damit als klaren Verstoß gegen die IOC-Charta. Der Irak flog aus dem IOC.
Nach schwierigen Verhandlungen genehmigte das IOC dem Irak nun doch vier Athleten. Ein hoffnungsvoller Gewichtheber sowie ein Bogenschütze, der ebenfalls ein Medaillenspirant gewesen wäre, dürfen aber nicht nach Peking. "Wir freuen uns auf die irakische Flagge in Peking", sagt Rogge.
Mehr als 100 Sportler und Funktionäre wurden laut "FAZ" in den vergangenen Jahren im Irak ermordet. Mit der Last-Minute-Einigung sind die Probleme noch lange nicht gelöst.
[SIMON ROSNER/ WIENER ZEITUNG]
Quelle: www.sportlive.at
Stichwörter:
Olympische Spiele