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Von der dritten Liga in die erste Liga und jetzt auf den zweiten Platz – das scheint ein Fußballmärchen zu sein, ist aber die pure Realität. In Hoffenheim ticken die Uhren anscheinend anders. Aber was macht das kleine Städtchen besser als andere Klubs?
Ehrlich gesagt krieg ich echt einen Hals, wenn ich immer wieder höre, dass Hoffenheim genauso sei wie Chelsea oder Manchester City: Ein Klub mit Geld wie Heu und deswegen unbegrenzten Möglichkeiten. Schaut man sich mal das Jahresbudget aller Bundesligisten an, dann tümpelt Hoffenheim irgendwo im Mittelfeld rum. Genauso bringen mich die ständigen Schmährufe gegen Dietmar Hopp auf die Palme, die jeglicher Rechtfertigung entbehren. Für mich spricht da der blanke Neid auf etwas, was hohen Respekt gebührt!
Ich sehe die Dinge nämlich ganz anders. Für mich ist die TSG der Prototyp eines neuen Fußballklubs. Natürlich benötigt man im Fußballgeschäft das nötige Kleingeld, sonst krebst man so rum wie Cottbus und holte sich jedes Jahr wieder ein Dutzend billige Spieler aus Osteuropa. Doch der entscheidende Aspekt ist doch, wo das Geld hinfließt. Und da beginnt das Erfolgsmodell Hoffenheim zu greifen. Blickt man auf die Transfers der letzten Jahre, dann kamen vor allem junge, hungrige Spieler und keine altgedienten Stars, die nur Kohle scheffeln wollen. Die meisten von ihnen waren auch noch sau günstig: Sejad Salihovic kam 2006 für mickrige 250.000 Euro von Hertha BSC, Tobias Weiß 2007 für 150.000 Euro von Stuttgart und Vedad Ibisevic 2007 für 1.000.000 Euro von Aachen. Natürlich waren auch teurere Einkäufe dabei, wie der von Carlos Eduardo (7 Millionen) oder Chinedu Obasi (5 Millionen), doch es ist eine klare Einkaufspolitik zu erkennen und die zahlt sich heute aus. Die Ausgaben haben sich längst amortisiert, weil die Spieler ihre hohen Ablösesummen mit Leistung zurückzahlen.
Auch ein Verdienst von Trainer Ralf Rangnick, der für mich einer der besten Trainer in Deutschland ist. Er versteht es wie kein anderer, junge Spieler in eine Mannschaft zu integrieren und sie zu formen. Auch Problemfälle wie Ibisevic kriegt er hin: letztes Jahr spielte der Bosnier kaum und dieses Jahr führt er die Torschützenliste an. Da ist ganz klar die Handschrift des Trainers erkennbar und der Erfolg gibt ihm recht.
Ich kann nur denen sagen, die Hoffenheim als Gefahr für den deutschen Fußball sehen. Macht die Augen auf! Freut euch lieber, dass es Menschen gibt, die dem Fußball finanziell unter die Arme greifen, damit die Bundesliga wenigstens ein bisschen sein ramponiertes Image im Vergleich zur Premier League aufpoliert.
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