Ein toller Marathon bei tollem Herbstwetter, bei dem man nach / vor jeder Runde ein neues Gummi zum Überziehen bekam...
Der 7. Wittenseer Quelle Stadtpark Marathon am Sonntag, dem 12.10.2008, war zweifellos wieder einmal eine sehr gelungene und schöne Laufveranstaltung. Klar: Die alte Strecke entlang der Alster während der Jahre 2002 bis 2005, als der Lauf noch Alster Marathon hieß, war sicher landschaftlich reizvoller, aber eben für die Veranstalter auch viel aufwändiger und für die Läufer auch nicht leichter zu laufen.
Am 15.10.2006 war ich den ersten Marathon auf der jetzigen Strecke zusammen mit Günter Heyer in 5.21.40 h gelaufen, am 14.10.2007 den folgenden zusammen mit Harald Wehner in 5.04.07 h. Diesmal – das stand bereits seit Tagen fest – würde ich ihn mit Christine Schroeder laufen, wobei wir eine Zeit zwischen ihrer vor zwei Wochen in Berlin aufgestellten PB (4.56.41 h) und ihrer am letzten Mittwoch an den Teichwiesen gelaufenen zweitbesten Zeit (5.10.48 h) im Visier hatten.
Das Wetter war diesmal ungewöhnlich mild: Anstelle der 3 °C vom Vorjahr herrschten bereits beim Start Temperaturen um 11 °C vor, die später auf maximal 13-14 °C steigen sollten, wobei es erfreulicherweise trocken blieb. Angenehme Laufbedingungen also!
Ich traf mit dem Auto gegen 8.05 Uhr an der Jahnkampfbahn in Hamburg-Winterhude ein und hatte Glück: Ich bekam noch einen der letzten freien Parkplätze im Linnering!
Schon nach wenigen Metern lief ich Manfred und Petra Hopp über den Weg und wurde gleich mit lautem Hallo begrüßt.
Wenige Minuten später traf auch Christine mit ihrem Fahrrad ein.
Da ich meine Startunterlagen bereits am Vortag abgeholt hatte, konnte ich die Zeit bis zum Start um 9.00 Uhr ganz dafür verwenden, Freunde und Bekannte zu begrüßen. Da waren natürlich allen voran Erika Köhn und ihr „kleiner Bruder“ Peter Kellermann, dazu die Teichwiesen-Friends Manfred Noel sowie Werner Burmeister (letzterer in Begleitung seiner Frau). Vom 100MC war (außer mir) allein Gerhard Penzel am Start, was wirklich überraschte, war der 100MC doch in den vergangenen Jahren meist sehr zahlreich vertreten.
Ansonsten waren natürlich noch Michael Baß und AUA-Chef Sven Peemöller da. Und da Michael ja seit vier Tagen (= Mittwoch) keinen Marathon gelaufen war (am Freitag und Samstag hatte er bewusst pausiert), durfte man davon ausgehen, dass er auf eine schnelle Zeit aus war.
Im Startblock trafen wir dann auch noch Jörg Tubenthal von den Endorphin-Junkies aus Henstedt-Ulzburg.
Aber dann fiel auch schon der Startschuss, und das Feld aus 105 gemeldeten Einzelläufern und rund 160 Staffeln tobte los auf die 5-Runden-Strecke durch den Hamburger Stadtpark…
In Anbetracht des offiziellen Zeitlimits von 5 Stunden (das in der Vergangenheit auch schon mal um 80-90 Minuten Toleranz erweitert worden war) waren heute offenbar nur schnelle Läufer und Läuferinnen am Start. Jedenfalls ging die Post ganz schön ab!
Obwohl wir versuchten, uns zurückzuhalten und lieber ein wenig zum Ende des Feldes durchgereicht zu werden, liefen Christine und ich unsere ersten Kilometer in 6.31, 6.20, 6.27 und 6.14 min/km. Doch auch wenn wir eigentlich gar nicht so schnell laufen wollten, so fühlten wir uns doch beide so sehr wohl.
Zudem hatten wir auch viel Spaß mit den Staffelläufern: So entdeckten wir einen, der seinen Staffelstab einfach hinten in die Hose gesteckt hatte, was auf meine Bemerkung „Guck mal, der hat seinen Stab in der Hose!“ für einige Heiterkeit bei allen in Hörweite befindlichen Einzel- und Staffelläufern sorgte. Vor allem auch, als ich ihn fragte, ob er den Stab nicht mal für ein Foto vorn in die Hose stecken wollte. Was er aber nicht wollte.
Zum Rundenende hin bauten dann immer mehr Staffelläufer ab, so dass wir eine ordentliche Anzahl wieder „einfangen“ konnten. Woraufhin wir kommentierten, wir hätten gern wieder einen Satz frische Staffelläufer, diese hier seien inzwischen zu „abgenutzt“!
Nachdem wir die erste Runde in 0.54.25 h beendet hatten, bekamen wir diesen neuen Satz, aber deren Frische hielt auch nicht allzu lange vor, so dass wir auch von ihnen wieder einen gehörigen Teil versägen konnten.
Wobei wir etwa bei km 11 einen ganz besonderen Spaß hatten: Da nämlich bummelte eine Staffelläuferin träumerisch vor uns her, und auch sie hatte ihren Staffelstab hinten in der Hose stecken. Da der Gag aus der ersten Runde zu einer Frau nicht passte und ja außerdem verbraucht war, musste ich mir etwas Neues einfallen lassen. So schlich ich mich leise an sie heran, zog ihr den Staffelstab aus der Hose, hielt ihn vor ihr waagrecht hin und ließ sie hinter ihrem Stab herlaufen und ihn zurückerobern.
Glücklicherweise hatte sie dieselbe Menge Spaß an dieser Aktion wie Christine und ich, und zumindest solange wir in ihrer Nähe waren, hielt sie den Stab auch mit beiden Händen ganz fest…
Lustig verlief auch unsere erneute Begegnung mit der Nummer 47, Heiner Lemmer von Fitworx. Ihn hatten wir in Runde 1 etwa bei km 4 überholt, wobei er mit einer Staffelläuferin (es muss die 214 – Wiebke Maureschat – gewesen sein) zusammen lief, auf deren Trikotrückseite der Spruch „1 von 5“. In Runde 2 überholte nun er uns mit einer neuen Begleiterin mit identischem Laufshirt, wobei es diesmal die 215 – Caroline Lemmer – gewesen sein muss. Jedenfalls wechselte er jede Runde seine „Haremsdame“ aus, was nun einige der in Hörweite mitlaufenden Läuferinnen im kommenden Jahr mit einer persönlichen Männer-Begleitstaffel übernehmen wollen…
Auch Christine fand diese Idee durchaus reizvoll, begnügte sich jedoch freundlicherweise weiterhin mit ein und demselben Begleitläufer für alle fünf Runden. Hatte ich ja noch einmal Glück gehabt!
Runde 2 beendeten wir in 0.55.12 h, was also einer Zwischenzeit von 1.49.37 h entsprach, und da wir für Runde 3 (in 0.55.14 h) auch kaum mehr Zeit benötigten, passierten wir Halbmarathon bei etwa 2.17-2.18 h!
Gute Güte, - würde Christine eine Zeit um 4.40 h +/- 5 Minuten laufen können?
Sicherheitshalber reduzierten wir zu Beginn der vierten Runde etwas unser Tempo, was sich auch als sehr richtig erwies, denn nach dem Verpflegungspunkt bei Rundenmitte schien Christine zunehmend kämpfen zu müssen.
Aber sie kämpfte! Und wie! – Wir passierten das Ende der vierten Runde nach 3.41.53 h, was eine Rundenzeit von 0.57.02 h ergab, und nahmen unsere „ultimo giro“ in Angriff.
Übrigens: Jeweils am Rundenende bekam jeder Einzelläufer (und natürlich auch jede Läuferin) ein rotes Gummiband gereicht, das wir dann am Handgelenk über den Rest der Strecke trugen. – Man könnte also sagen: Nach und vor jeder Runde mit Christine bekam ich ein neues Gummi zum Überziehen…
Runde 5 sollte für Christine richtig schwer werden! Und zudem gingen uns nun auch noch die Staffelläufer aus, mit denen wir uns zur Ablenkung hätten beschäftigen können!
Na ja, eine Staffelläuferin trafen wir noch, nämlich NDR-Lady Erika Köhn, die als Schlussläuferin der Mix-Staffel LT Eilbeker Apotheke unterwegs war. Allerdings konnte auch ihre 47er Runde nicht verhindern, dass ihr Team in 4.33.35 h als 76. (und letztes) Mix-Team im Ziel eintraf, aber immerhin konnte sie das 14. (und letzte) Frauen-Team „Freischwimmer“ (4.34.31 h) auf Abstand halten bzw. diesen Abstand um 42 Sekunden ausbauen.
„Zur Abwechslung“ hatten wir dafür ab Runden-Kilometer 3 nun ein paar Einzelläufer (plus offenbar mindestens zwei Begleitläufer) im Visier, die wir dann kurz vor dem Verpflegungspunkt bzw. auf Höhe des Freibades überholten und denen wir auf den letzten rund 4 km denn auch rund 4 Minuten „abnehmen“ sollten. Na ja, egal ob wir wirklich „sollten“, wir machten es einfach.
Wobei dies für Christine nicht wirklich einfach lief. Bereits vor dem Einfangen unserer letzten Konkurrenten hatte sie an den kleinen, aber zunehmend spürbaren Anstiegen immer wieder kurze Gehpausen eingelegt, die sie dann anschließend zumeist wieder durch zügiges Lauftempo herauslaufen konnte.
Jedenfalls kämpfte sie sich so tapfer bis zur Jahnkampfbahn durch, wo wir dann in 4.40.45 h bzw. 4.40.47 h (technisch bedingt, weil das Zeitmesssystem von STGK nicht zwei Chips gleichzeitig erfassen konnte) zum fünften und letzten Mal die Ziellinie erreichten!
Was bedeutet, dass Christine im 2-Wochen-Takt ihre Bestzeiten von 5.12.09 h (13.09.08 in Gardelegen) über 4.56.41 h (28.09.08 in Berlin) auf nunmehr 4.40.47 h gesteigert hat, und dies ganz einfach über ihre gesteigerten Kilometerumfänge, nämlich mit zwei Marathons pro Woche (jeweils einer mittwochs und einer am Wochenende)!
Chapeau!!!
Womit sich allerdings die Frage stellte: Wenn sie ja – wie gerade eben gesehen – 4.40 h laufen kann, was hatte sie dann „so lange“ zwischen Start und Ziel in Berlin gemacht???
Übrigens, - auch HSV-Edelfan und Teichwiesen-Friend Manfred Hopp hatte heute einen Super-Tag und dementsprechend auch einen Super-Lauf erwischt: Zwar behielt er – nach offenbar zahlreichen Ausfällen unterwegs, die Ergebnisliste weist nur 72 Finisher bei 105 gemeldeten Läufern aus – die „rote Laterne“, aber eine 5.08.21 h läuft unser M65er auch nicht alle Tage!
Logisch, dass seine Petra nur so vor Glück und Mit-Freude strahlte…!
PS: Michael Baß wurde übrigens Gesamtvierter und M40-Sieger in 3.05.24 h, während Sven Peemöller in 3.28.39 h Gesamt-Rang 12 und M40-Platz 3 belegte.
Stichwörter:
Christine Schroeder,
Erika Köhn,
Hamburg,
Manfred Noel,
Marathon,
Stadtpark Marathon,
Teichwiesen Friends