womensoccer.de "Immer auf Ballhöhe" |
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2553 Aufrufe | 27.01.2010 |
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© Foto: netzathleten.de
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(Fußball) Mit dem überraschenden zweiten Platz beim DFB-Hallenpokal in Magdeburg ist der FC Bayern München erfolgreich ins Fußballjahr 2010 gestartet. Doch das soll erst der Anfang gewesen sein, denn der Vizemeister will in der Frauenfußball-Bundesliga zur Aufholjagd blasen.
„Wir wollen 2010 wieder richtig angreifen und das war schon einmal die richtige Antwort“, freute sich Bayern-Trainer Günther Wörle im Gespräch mit Womensoccer, nachdem sein Team erst im Finale des DFB-Hallenpokals von Meister 1. FFC Turbine Potsdam gestoppt wurde. Und auch die Spielerinnen, die die Reise nach Magdeburg nicht antreten konnten, waren begeistert ob der Leistung ihrer Teamkolleginnen. „Das ist Teamgeist pur und genau das brauchen wir auch“, so Wörle.
Denn gleich zu Beginn der Rückrunde der Frauenfußball-Bundesliga warten auf die Münchnerinnen schwere Brocken: Jena, Potsdam, Frankfurt und Bad Neuenahr heißen die ersten vier Gegner. „Da haben wir so ein Erfolgserlebnis gebraucht“, so Wörle, der in der Leistung von Magdeburg das Startsignal für eine fulminante Aufholjagd sieht. „Trotz des 12-Punkte-Rückstands wollen wir die Rückrunde so erfolgreich spielen, dass es richtig spannend wird.“
Soll heißen, selbst eine erneute Champions-League-Teilnahme hat Wörle noch nicht gänzlich abgeschrieben. „Auch wenn die Chance nicht besonders groß ist, besteht eine kleine Möglichkeit, mit Platz 3 in die Champions League einzuziehen.“ Und so will man die Topteams der Liga in der Rückrunde nicht nur ein wenig ärgern, sondern bis zum Schluss ganz vorne mitspielen. Der neue Optimismus speist sich auch aus der Tatsache, dass sich das Bayern-Lazarett zusehends lichtet, auch wenn die Verletzung von Katharina Baunach ein neuerlicher Rückschlag ist.
Doch derzeit sieht es danach aus, dass Europameisterin Melanie Behringer zu Beginn der Rückrunde wieder ins Geschehen eingreifen kann. Und auch Sylvie Banecki und Corinna Paukner sind in der Reha und werden bereits wieder an den Kader herangeführt, so dass auch hier ein Comeback in absehbarer Zeit bevorstehen wird. Wörle freut sich über die zunehmende Vielfalt an Optionen und den wachsenden Konkurrenzkampf. „Die Spielerinnen wissen, dass sie ihren Platz nicht sicher haben, das ist eine schöne Voraussetzung.“ Positiv bewertet der Bayern-Coach auch, dass sich Isabell Bachor nach auskurierter Verletzung „der Form nähert, in der wir sie erwartet haben.“
Nach Abschluss der Vorbereitung wird dann auch eine Entscheidung fallen, wer die Nummer 1 im Bayern-Tor sein wird. Neuzugang Kathrin Längert dürfte nach ihrer Auszeichnung zur besten Torhüterin beim DFB-Hallenpokal mit neuem Selbstvertrauen in das Duell mit Ulrike Schmetz gehen. Ein Hauptaugenmerk der Vorbereitung gilt der Verbesserung des Defensivverhaltens. Denn in der Vorrunde kassierte Bayern gleich 24 Gegentreffer, mehr als in der gesamten vorherigen Saison.
Die ungewohnte Mehrfachbelastung aus Liga, DFB-Pokal und Champions League sowie der damit verbundene verfrühte Trainingsbeginn forderten im Laufe der Saison ihren Tribut. „Das Team war in der gesamten Rückwärtsbewegung nicht gut, weil wir teilweise ausgelaugt waren. So waren wir nicht mehr in der Lage, lange Wege zu gehen und die Räume eng zu machen. Mit so vielen Gegentreffern kann man keinen Blumentopf gewinnen.“ Ohne Verletzungsmisere, glaubt Wörle, „hätten wir uns wohl in der Phase durchgeschlängelt, wo wir in DFB-Pokal und Champions League ausgeschieden sind.“
Mit Blick in die Zukunft denkt man in München über eine qualitative Verbreiterung des Kaders und eine Steigerung von Trainingsintensität und Trainingshäufigkeit nach. „Da sind Überlegungen im Gange“, bestätigt Wörle. „Um mit Spitzenvereinen wie Potsdam, Duisburg oder Frankfurt mithalten zu können, muss man wohl den Weg des Halbprofitums gehen. Man muss sehen, dass man die Spielerinnen finanziell besser ausstattet, um sie etwas aus ihrem Job freizustellen.“ Ein Weg, der mit großen Umwälzungen verbunden sein könnte.
„Man muss Verständnis haben für Spielerinnen, die diesen Weg nicht mitgehen können. Aber sie müssen dann auch verstehen, wenn man mit ihnen dann nicht weiterarbeiten kann.“ Doch noch sind derartige Überlegungen Zukunftsmusik, genauso wie ein möglicher Umzug nach München ins Grünwalder Stadion, der früheren Wirkungsstätte von Zweitligist TSV 1860 München, den die Stadt München ins Spiel gebracht hat.
Wörle ist sich aber sicher, dass sein Kader bereits jetzt wieder konkurrenzfähig ist, wenn die verletzten Spielerinnen nach und nach zurückkommen und Heimkehrerinnen wie Sonja Spieler den Konkurrenzkampf weiter beleben werden. „Der FC Bayern wird in alter Stärke auflaufen, auch mit unseren bisherigen Möglichkeiten werden wir das 2010 zeigen.“
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