Volleyballmänner gewinnen erstes Spiel in der EM - Zwischenrunde gegen Spanien mit 3:1.
Männer-EM: DVV-Männer wahren Chancen auf Platz fünf
Spanien wird den EM-Titel aus dem Jahr 2007 nicht verteidigen! Dafür sorgten die DVV-Männer, die sich im zweiten EM-Zwischenrundenspiel gegen die Spanier 3:1 (19-25, 27-25, 25-23, 25-20) durchsetzten. Die deutsche Mannschaft kann sich mit nunmehr 2:2-Siegen und 8:8–Sätzen weiter Hoffnungen auf den wichtigen fünften Platz machen, der zur direkten Qualifikation für die EM 2011 in Österreich & Tschechische Republik berechtigt. Um dieses Ziel zu realisieren, muss auf jeden Fall am 10. September (14.00 Uhr, live auf www.laola1.tv) die Slowakei bezwungen werden. Gegen Spanien waren Georg Grozer (19), Sebastian Schwarz (12), Robert Kromm und Max Günthör (je 11) die punktbesten deutschen Akteure, Dirk Westphal und Markus Steuerwald standen nicht im Kader.
Startaufstellungen
Deutschland: Patrick Steuerwald, Jochen Schöps, Björn Andrae, Sebastian Schwarz, Georg Wiebel, Max Günthör, Ferdinand Tille
Spanien: Miguel Falasca, Guillermo Falasca, Sergio Noda, Israel Rodriguez, Alberto Salas, Julian Garcia-Torres, Jose Lobato
Bundestrainer Raúl Lozano nahm ganz früh eine erste Auszeit, seine Spieler wirkten zu Beginn lethargisch und brachten den Ball nicht auf den Boden (0-3). Besserung stellte sich jedoch nicht ein, die Angriffe blieben fehlerhaft bzw. zu wenig durchschlagskräftig (2-8). Nach und nach fingen sich die DVV-Männer, die Spanier machten einige Fehler und der Rückstand betrug nur noch zwei Zähler (8-10). Dann riss jedoch wieder der Faden, Wiebel setzte einen Ball hinter die Grundlinie und auch die anderen Angreifer blieben vieles schuldig. Tischer, später Kromm sowie Grozer wurden ins Spiel gebracht, den klaren Satzverlust konnten aber auch sie nicht verhindern.
Lozano ließ Tischer, Kromm und Grozer auf dem Feld, an ihnen hatte es am wenigsten gelegen, dass der erste Satz verloren ging. Und die Spielweise wie auch die Körpersprache änderte sich: Wiebel servierte ein Ass, Grozer blockte Noda – die Punkte wurden lautstark bejubelt (5-2). Auch wenn der deutschen Mannschaft – in dieser Konstellation erstmals auf dem Feld - einige Fehler unterliefen, der Wille war spürbar. Als die Spanier bis auf einen Punkt heran kamen, servierte Kromm im richtigen Moment ein Ass (16-13), doch dann war es passiert: Grozer brachte keinen Ball auf den Boden, die Spanier verwerteten ihre Punktchancen – der erste Rückstand im zweiten Satz (17-18). Es folgte aber kein Bruch im Spiel, das Team blieb ruhig und nutzte seine Chancen. Zunächst gelang der Ausgleich, dann hieß es Satzball Deutschland, als Kromm Diagonalspieler Falasca blockte (24-23). Diesen und einen weiteren wehrten die Spanier ab, beim dritten packte sich Schwarz Spaniens Hauptangreifer und drehte jubelnd ab.
Wie in Satz eins erwischten die deutschen Spieler einen kapitalen Fehlstart, Rodriguez servierte drei Asse in Folge (1-4). Lozano nahm eine Auszeit und schien die richtigen Worte gefunden zu haben, denn auf einmal war es die deutsche Mannschaft, die den Ton vorgab: Grozer glich mit zwei Angriffen aus (4-4), Angriffe von Schwarz und Kromm aus der Abwehr brachten die Führung (9-7), Günthör erhöhte durch zwei Blockpunkte auf einen komfortablen Vorsprung (15-10), der jedoch kurze Zeit später wieder aufgebraucht war: Tille hatte Probleme in der Annahme, Grozer brachte die Notbälle nicht unter – Ausgleich (19-19). In Führung gingen die Spanier aber nicht, Tischer bedient seine Schnellangreifer Böhme und Günthör und die punkteten ohne Kompromisse. Und als die Spanier ihre Punktchance hatten, griff der Doppelblock Schöps/Günthör zu (23-22). Schöps, kurz vorher eingewechselt, hielt den Minimal-Vorsprung per Angriff und holte Satzball, Schwarz gelang wie im zweiten Satz der finale Blockpunkt.
Die DVV-Männer begannen mit der Anfangsformation des dritten Satzes – lediglich Böhme für Wiebel – und gingen nach einem „Abtasten“ durch einen Grozer-Block in Führung (8-6). Diese wurde ausgebaut, weil die Spanier keinen Weg am deutschen Block vorbei fanden: Tischer (1x), Günthör (2x) packten erfolgreich zu, Grozer servierte mit einer starken Aufschlagserie u.a. zwei Asse (18-10). Das war die Vorentscheidung in einem Spiel, in das die deutsche Mannschaft sehr schwer startete, sich aber über den Kampfgeist hinein „biss“. Zudem stachen die Spieler, die bislang nicht so viele Einsätze bei der EM hatten. Günthör machte den letzten Punkt – abermals per Block, einem der stärksten Elemente heute.
„Spielfilm“
1. Satz: 0-3 (Auszeit GER), 1-6 (Schwarz aus), 2-8, 4-8 (Angriff Schöps), 6-9, 8-10, 9-13 (Wiebel aus), 11-15, 12-15 (Tischer für Steuerwald), 12-17, 13-19 (Auszeit GER), 14-22 (Kromm für Andrae), 15-22 (Grozer für Schöps), 16-22 (Ass Tischer), 17-22 (Auszeit ESP), 18-24,
2. Satz: 4-2 (Ass Wiebel), 5-2 (Block Grozer, Auszeit ESP), 5-4, 7-4, 8-6, 10-7 (Wiebel Angriff), 12-9, 13-12 (Kromm in Block, Auszeit GER) 16-13 (Ass Kromm), 16-15 (Grozer in Block), 17-18 (GER Auszeit), 19-18, 19-20, 20-22, 22-22, 23-23, 24-23 (Kromm Block, Auszeit ESP), 24-24 (Steuerwald/Schöps für Tischer/Grozer), 25-24 (Kromm Angriff), 25-25 (Bakumovski für Kromm), 26-25 (Schöps Block), 27-25 (Schwarz Block)
3. Satz: 1-4 (3x Ass ESP, Auszeit GER), 4-4 (2x Grozer Angriff), 7-6 (Angriff Schwarz), 9-7 (Angriff Kromm), 10-8 (Böhme für Wiebel), 13-10 (Block Günthör), 15-10 (Block Günthör), 16-13, 18-14 (Bakumovski für Kromm), 19-18 (Auszeit GER), 21-20 (Kromm zurück), 22-22 (Steuerwald/Schöps für Tischer/Grozer), 23-22 (Schöps/Günthör Block, Auszeit ESP), 24-23 (Schöps Angriff), 25-23 (Schwarz Block)
4. Satz: 2-0 (Günthör Block), 2-2, 4-4, 6-6, 8-6 (Grozer Block), 11-8, 13-10 (Tischer Block), 14-10 (Günthör Block, Auszeit ESP), 15-10 (Grozer Ass), 16-10 (Günthör Block), 18-10 (Grozer Ass), 18-13 (Auszeit GER), 20-13 (Grozer Angriff), 21-15 (Tischer Block, Andrae für Kromm), 23-17 (Schwarz Angriff, Kromm zurück),
Statistik
GER: Aufschlag: 5 Asse, 11 Fehler / Block: 15 Punkte / Angriff: 45%
ESP: Aufschlag: 6 Asse, 10 Fehler / Block: 8 Punkte / Angriff: 47%
Stimmen zum Spiel
Bundestrainer Raúl Lozano: „Die Mannschaft besteht nicht nur aus sechs Spielern, sondern aus 14. Der Unterschied der Akteure ist nicht sehr groß und wenn ich wechsele, dann immer, um das Team zu verbessern. Das hat heute mit Kromm, Böhme, Grozer und vor allem Tischer geklappt, sie haben sehr gut gespielt. Ich schaue nicht aufs Halbfinale, auch wenn es rechnerisch vielleicht noch möglich ist. Wir wollen morgen gewinnen. Es ist einfach wichtig für das Team, eine Mentalität zu entwickeln, dass jedes Spiel wichtig ist .“
Marcus Böhme: „Schön. Zum einen, weil ich gespielt habe, zum anderen, weil wir gewonnen haben. Mit meiner Leistung heute bin ich zufrieden, weil ich die Chance, die ich bekam, genutzt und die gute Leistung gezeigt habe, dich ich von mir erwarte.“
Sebastian Schwarz: „Wir sind schwach gestartet, die Aggressivität fehlte, und dann geht das schnell nach hinten los. Zum Glück haben wir noch die Kurve gekriegt. Wir hatten vor dem Turnier gesagt, dass man ein solches Turnier nicht mit einer Stammformation spielen kann. Umso höher ist es zu bewerten, dass sie nach einer so langen Zeit des Wartens so gut gespielt haben. Hut ab!“
Simon Tischer: „Der Start sah so aus, als ob wir noch im Bett liegen würden – verschlafen. Es war wichtig, mehr Atmosphäre aufs Feld zu kriegen, dabei wollte ich helfen. Es wird immer gesagt, dass wir eine Mannschaft von 14 Spielern haben – heute war das der Fall. Schön, mal wieder länger gespielt zu haben, auch wenn ich noch lange nicht da bin, wo ich mal war. Das Spiel war aber ein guter Anfang und gibt mir Selbstvertrauen.“
Der deutsche EM-Kader: Patrick Steuerwald, Ferdinand Tille, Eugen Bakumovski, Max Günthör, Sebastian Schwarz (alle Generali Haching), Georg Grozer, Marcus Böhme, Markus Steuerwald (alle VfB Friedrichshafen), Robert Kromm (Verona/ITA), Georg Wiebel (z.Zt. ohne Verein), Jochen Schöps (Odintsovo/RUS), Simon Tischer (Piräus/GRE), Björn Andrae (Valentia/ITA), Dirk Westphal (Taranto/ITA)
Bundestrainer Raúl Lozano
Co-Trainer: Juan Manuel Serramalera
Delegationsleiter: Tom Schwenk
Teamarzt: Dr. Dieter Heinold
Physiotherapeut: Oliver Klenk
Spielbeobachter: Nicola Vettori, Dr. Bernd Zimmermann
Quelle: http://www.volleyball-verband.de/index.php?dvv=webpart.pages.report.ReportViewPage&navid=14420&coid=15678&cid=15&dvvsid=okj34gbh9q0hfj9bdl2u5n3pfnlh40oc
Stichwörter:
Deutsche Nationalmannschaft