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© Foto: Nora Kruse, ff-archiv.de; Die Erwartungen an England sind gestiegen.
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(Fußball)
Englands Nationaltrainerin Hope Powell habe ein Lächeln auf dem Gesicht, sagte Tatjana Haenni, bei der Gruppenauslosung im vergangenen November. In der späteren Berichterstattung kam Gruppe B mangels eines Frauenfußball-Schwergewichts etwas kurz – zu Unrecht, denn dort wird es eng zugehen.
„Es hätte schlimmer kommen können“, wiederholte Powell nach der Auslosung. Der Vize-Europameister bekommt es in Gruppe B mit Japan, Neuseeland und Mexiko zu tun. Die Teams haben erst selten gegeneinander gespielt, und dabei war es stets knapp. Alles scheint möglich.
Favoriten England und Japan
Die Engländerinnen, die in den vergangenen Jahren enorme spielerische Fortschritte gemacht haben, gehören mit Japan im Feld sicherlich zu den Favoriten. Allerdings haben die „Three Lions“ gegen jede der drei Mannschaften erst ein einziges Mal gespielt. Die Ergebnisse waren knapp, doch zumindest ist der Vize-Europameister auch das einzige Team, das gegen keinen der Gegner bislang verloren hat.
Strauchelt England?
Darüber hinaus hat die Powell-Elf in der Vorbereitung sowohl gegen die USA als auch gegen Schweden gewonnen. Die Erwartungen sind gestiegen – doch die Leistung muss im Turnier bestätigt werden. England tut sich mit dem Start in ein Turnier traditionell schwer, selbst bei der EM 2009 wurde die Gruppe nur auf Platz drei beendet. Bei der WM würde dies das Aus bedeuten.
Vor vier Jahren hatte die Mannschaft das Viertelfinale auch durch Taktik in der Gruppenphase erreicht, als man Deutschland ein Unentschieden abrang. Doch für taktische Spielchen wird in dieser Gruppe kein Platz sein, denn jeder kann jeden schlagen. England könnte ein prominentes Vorrunden-Opfer werden.
Mexiko will CONCACAF-Erfolg bestätigen
Zum Auftakt spielen die „Lionesses“ gegen Mexiko. Die Mexikanerinnen haben mit dem zweiten Platz bei der CONCACAF-Meisterschaft im vergangenen Jahr ein Ausrufezeichen gesetzt. Dennoch bleibt abzuwarten, ob sie diese Form auch bei einem Turnier durchhalten können, bei dem die Leistungsdichte weit höher ist als in Nord- und Mittelamerika, wo nur drei Mannschaften über echte internationale Stärke verfügen. Aber die Leistungskurve zeigt nach oben.
Bei der letzten Weltmeisterschaft waren sie nicht dabei, da sie in den Playoffs nur knapp an Japan gescheitert waren. Einem 2:1-Erfolg im Hinspiel stand eine 0:2-Niederlage im Rückspiel gegenüber.
Japan längst im Kreis der Großen
Japan hat in den vergangenen Jahren eine ähnliche Entwicklung durchgemacht wie England. Die technisch versierten Asiatinnen haben den Chinesinnen, die die 1990er Jahre dominierten, den Rang abgelaufen. Mittlerweile muss man sie auf Großereignissen zum Favoritenkreis zählen, wie nicht zuletzt der vierte Platz bei den Olympischen Spielen 2008 deutlich machte.
Neuseeland will Erfahrungen sammeln
In der Rolle des „Underdogs“ findet sich wohl Neuseeland wieder. Die Mannschaft hat sich als Ozeanien-Meister souverän für die WM qualifiziert, hat jedoch seit dem Wechsel der Australierinnen zum Asiatischen Fußballverband keine Konkurrenz mehr. Exemplarisch ist das Finale der kontinentalen Titelkämpfe, das Neuseeland mit 11:0 gegen Papua Neuguinea gewann.
Durch den Wechsel Australiens dürfte Neuseeland zum Dauergast auf Weltmeisterschaften werden – dennoch ist es für das Team etwas Besonderes. „Das ist eine wunderbare Herausforderung“, sagt Trainer John Herdman. Mit der Auslosung ist auch er hochzufrieden, denn „wir wollten Gruppe C unbedingt aus dem Weg gehen.“
Entscheidet auch das Torverhältnis?
Bei den vergangenen Olympischen Spielen holte Neuseeland zum Auftakt immerhin ein Unentschieden gegen Japan, was einmal mehr unterstreicht, wie eng es in dieser Gruppe zugehen könnte. Ein Überflieger ist nicht zu erwarten sein – vielleicht entscheidet im Kampf um die ersten beiden Plätze am Ende das Torverhältnis.
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