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(Olympia 2008)
Deutsches Olympia-Team will in Peking endlich den Abwärtstrend stoppen!
Kanuten, Reiter, Hambüchen: Die größten Gold-Hoffnungen des deutschen Olympia-Teams ruhen in Peking auf erfahrenen Leistungsträgern. Von Aussichten wie vor 16 Jahren, als Deutschland in Barcelona gleich 33 Mal Gold holte, kann nach langer «Durststrecke» auch diesmal kaum geträumt werden.
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„Wir haben ein schlagkräftiges Team und sind guter Hoffnung, dass wir nun in China den seit 1992 anhaltenden Abwärtstrend endlich stoppen können“, sagte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der 1976 als Fechter selbst in den Genuss von Olympia-Gold kam.
Auf hartnäckiges Nachfragen ließ sich der deutsche Sportchef unlängst auch zu einer kaum gewagten Prognose hinreißen. „Die Kanuten und die Fußball-Frauen haben aus meiner Sicht die besten Chancen, aber auch in anderen Sportarten hoffen wir auf positive Überraschungen.“
Seit 1992 bilden die Kanuten das erfolgreichste Segment der deutschen Olympia-Teams. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Cheftrainer Reiner Kießler auch diesmal mit den Erwartungen nicht hinter den Berg hält. „Wir streben sechs bis sieben Medaillen an, darunter sollten schon drei goldene sein“, sagte der Leipziger. Vor allem der seit 2000 ungeschlagene Kajak-Zweier mit Ronny Rauhe/Tim Wieskötter aus Potsdam gilt als sichere Bank, auch der Canadier-Zweier Christian Gille/Tomasz Wylenzek, beide waren ebenso wie Andreas Dittmer schon in Athen vorn, gehen als Top-Favoriten ins Rennen.
Die von Meredith Michaels-Beerbaum und Ludger Beerbaum angeführten Springreiter hegen ebenso goldene Träume wie die Equipe der Dressur-Reiter. Mit großen Erwartungen fahren zudem die Handball-Weltmeister und die Fußball-Weltmeisterinnen nach China. Auch ihren Hockey-Kollegen wird viel zugetraut. Fünf Medaillen hat der Radsportverband für seine Akteure auf Bahn, Straße und Mountainbike als Ziel ausgegeben.
Den größten Sprung nach vorn haben die Turner in den vergangenen vier Jahren vollzogen. Welt- und Europameister Fabian Hambüchen ist nicht nur der Favorit am Reck. „Wenn alles optimal läuft, müsste ich oben stehen. Denn keiner turnt momentan so schwer wie ich. Aber im Turnen weiß man nie“, geht der 20-Jährige sein Ziel trotz chinesischer Übermacht selbstbewusst an. Auch im Mehrkampf – dort war er schon Vizeweltmeister –, am Barren und in der Team-Konkurrenz gibt es weitere Medaillenchancen. Ob das Ausspielen bisheriger Stärken reicht, um den sechsten Platz in der Nationenwertung von Athen (13 Gold/16 Silber/20 Bronze) zu wiederholen, scheint fraglich. „Ich wäre mit dem Erreichen der Athen-Bilanz schon sehr zufrieden“, zeigte DOSB-Vize Eberhard Gienger eher gedämpften Optimismus. Unübersehbar, dass Ruderer, Judokas, Ringer, Boxer und Gewichtheber an die Top-Leistungen früherer Jahre nicht mehr herankommen. Wie sich das Schwimm-Team um die Berlinerin Britta Steffen präsentieren wird, scheint momentan ebenso offen wie die Bilanz der Sportschützen. Medaillenchancen gibt es allemal.
Eher düster sieht es bei den Leichtathleten aus, obwohl der leitende Bundestrainer Jürgen Mallow immer noch davon spricht, die Bilanz der WM von Osaka mit sieben Medaillen (2/2/3) wiederholen zu wollen. Die Gold-Chancen des 63-köpfigen Teams sind dünn gesät, die bisherigen Saisonleistungen selbst von den Leistungsträgern im Wurfbereich geben kaum zu größeren Hoffnungen Anlass.
Die goldenen Zeiten wie noch vor 16 Jahren in Barcelona, als das wiedervereinte deutsche Team 82 Medaillen, darunter 33 goldene, erkämpfte, scheinen vorbei. Nach Atlanta (65 Medaillen/20 Gold) ging der Abschwung in Sydney (56/13) und Athen (49/13) weiter. Nach Peking würde es wohl niemand mehr verwundern, wenn sich die deutsche Mannschaft auf dem Niveau des bundesdeutschen Teams 1988 in Seoul wiederfinden würde, als insgesamt 40 Medaillen (11/14/15) heraussprangen.
Fechten Peter Joppich (Koblenz) war mit dem Florett bereits dreimal Einzelweltmeister, mit dem Degen ist Weltmeisterin Britta Heidemann (Leverkusen) eine Kandidatin.
Fußball Die Weltmeisterinnen greifen natürlich nach dem Titel.
Gewichtheben Im Superschwergewicht hat Europameister Matthias Steiner (Chemnitz) Goldchancen.
Handball
Gelingt dem Männer-Nationalteam nach dem WM-Coup die nächste Sensation?
Und auch die Damen, die bei der WM Bronze holten, haben Medaillen-Chancen.
Hockey Die Männer fahren als Weltmeister nach Peking.
Kanu Im Einer-Canadier darf man wie immer auf den dreimaligen Olympiasieger Andreas Dittmer (Neubrandenburg) hoffen. Im Zweier sind Christian Gille/Tomas Wylenzek (Leipzig/Essen) Titelverteidiger, ebenso wie im Kajak-Zweier Ronald Rauhe und Tim Wieskötter (Potsdam). Auch ohne Birgit Fischer könnte das Vierer-Kajak der Frauen gewinnen.
Rad Weltmeisterin Hanka Kupfernagel (Werder) hofft im Zeitfahren auf ihren Triumph.
Reiten Die Dressurmannschaft sowie Isabell Werth (Rheinberg) im Einzel werden wieder eine Bank sein. Im Springen ist Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) die größte Hoffnungsträgerin, der Vielseitigkeitsmannschaft ist ebenfalls der Titel zuzutrauen.
Schießen Pistolenschütze Ralf Schumann (Stockheim) könnte sein viertes Gold erkämpfen. Im Trap ist Karsten Bindrich (Eußenhausen) ebenso ein Kandidat wie mit dem Gewehr Sonja Pfeilschifter (Ismaning).
Schwimmen Langstreckenschwimmer Thomas Lurz (Würzburg) ist hier die größte Hoffnung.
Triathlon Weltmeister Daniel Unger (Mengen) war 2004 in Athen verletzt.
Wasserspringen Turmspringer Sascha Klein (Aachen) gewann schon den Weltcup 2008 in Peking.
Turnen Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen (Niedergirmes) setzt auch bei Olympia auf Sieg.
Segeln Steffi Rothweiler und Vivien Kussatz
Taekwondo Daniel Manz
Quelle: Berliner Morgenpost
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