Stefan |
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1527 Aufrufe | 25.01.2012 |
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© Foto: wikipedia.de/Armin Kuebelbeck
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Es hat nicht sollen sein. Die deutschen Handballer haben das Halbfinale der EM in Serbien verpasst und müssen damit auch die Olympischen Spiele in London abschreiben. Nach hartem Kampf unterlag man im entscheidenden Spiel gegen Polen mit 32:33 (17:18).
Schade, Deutschland. Aufopferungsvoll hatten sie gekämpft, aber im entscheidenden Moment fehlte die Abgeklärtheit und auch das Quäntchen Glück. Die Polen zogen durch den Sieg an Deutschland vorbei, am Abend konnten ihnen die Dänen mit einem Sieg gegen Schweden das Halbfinalticket aber wieder abknöpfen.
Vor spärlicher Kulisse in der größten Handball-Halle Europas durfte Lars Kaufmann wieder für Kapitän Pascal Hens starten, der im Spiel gegen Dänemark eine schlechte Leistung geboten hatte. Darüber hinaus war Martin Strobel zum ersten Mal im Kader von Trainer Martin Heuberger. Auf der anderen Seite stand ein Bekannte an der Seitenlinie: Bogdan Wenta, lange Jahre in Deutschland aktiv, vertraute auf fünf Legionäre aus der Bundesliga.
Es entwickelte sich anfangs ein ausgeglichenes Spiel. Die Polen verteidigten Holger Glandorf mit einer offensiven 5-1 Deckung, was dem deutschen Team im Laufe der ersten Halbzeit immer mehr zu schaffen machte. Nach einem zwischenzeitlichen 2:2 zogen die Polen dank einer Zeitstrafe für Oliver Roggisch auf 4:2 davon. Dabei zeigte der polnische Keeper, eigentlich nur Ersatzmann, ein paar gute Paraden, während Silvio Heinevetter blass blieb und die Hände einfach nicht an den Ball bekam.
Polen setzt sich ab, Deutschland kommt wieder ran
Deutschland holte zwar auf und schaffte den 7:7 Ausgleich, aber die Polen waren insgesamt quirliger und schneller, während in der deutschen Defensive die Aggressivität fehlte. Drei schnelle Gegentore in Folge ließen den Bundestrainer die Auszeit nehmen, und beim Stand von 9:12 wurde Heinevetter durch Carsten Lichtlein ersetzt. Dieser kam um einiges besser ins Spiel, aber beim Stand von 14:10 und einer Zweiminutenstrafe für Kaufmann drohte Polen davonzuziehen.
Das ihnen das nicht gelang, lag auch an Dominik Klein, der eine starke erste Hälfte spielte und mehrmals Pässe der Polen abfing und den Gegenstoß vollendete. Die polnischen Schützen zielten jetzt auch öfter daneben, und den Rest erledigte Lichtlein im Tor, so dass Deutschland den Ausgleich zum 15:15 schaffte. Das Spiel wurde hitziger und schneller, mit vielen Nickligkeiten, aber Deutschland konnte die entscheidenden Tore zur Führung nicht machen. 18:17 für Polen hieß es zur Pause.
Insgesamt taten sich die Deutschen schwer, gegen eine geordnete polnische Defensive hochkarätige Chancen herauszuspielen – auch bedingt durch die enge Deckung gegen Glandorf. Hens kam in der ersten Hälfte nicht zum Einsatz. Auf polnischer Seite überzeugen die Legionöre Jurecki und Lijewski.
Zweite Hälfte – Deutschland läuft hinterher
Die Deutschen kamen gut aus der Kabine, konnten die Lücke zu den Polen aber nicht schließen. Immer, wenn das Spiel zu Gunsten der Deutschen hätte kippen können, machten leichte Fehler und unnötige Ballverluste die Aufholjagd zunichte. 25:22 stand es nach 40 Minuten für das polnische Team, bei dem auch Bilecki von den Rhein Neckar Löwen durch wuchtige Würfe aus dem Rückraum ein ums andere Mal zum Erfolg kam.
Aber Deutschland ließ sich nicht entscheidend abhängen, obwohl die Polen zwischendurch sogar mit 4 Toren führten. Und endlich zeigte auch Pascal Hens, was eigentlich in ihm steckt und verwandelte aus dem Rückraum. Die Polen zeigten wieder Unsicherheiten, verwarfen einen Siebenmeter und Deutschland kam acht Minuten vor Schluss durch Spielmacher Haaß zum Ausgleich, 29:29.
So nah – und doch so fern
Der Sieg war greifbar nahe, auch weil die Polen unglaubliche zehn Minuten ohne eigenen Treffer blieben – und das, obwohl Deutschland sie durch wiederholte unnötige Zeitstrafen in Überzahl brachte. Teilweise standen nur noch vier Verteidiger gegen sechs polnische Angreifer auf dem Feld, aber in doppelter Unterzahl machte Sprenger das Tor zum 31:29 für Deutschland durch einen Tempogegenstoß. Man war so nah dran...
Schwere Verletzung von Haaß
Aber letztendlich machte sich die Überzahl der Polen bemerkbar, die nach einem Fehlwurf von Hens den Ausgleich schafften. Ein weiterer Fehler von Hens zwei Minuten vor dem Ende ermöglichte einen Tempogegenstoß der Polen und führte zur hässlichsten Szene der Partie. Dominik Klein foulte den Polen Lijewski kurz vor dessen Wurf von hinten, so dass dieser heftig stürzte und dabei den Knöchel von Haaß unter sich begrub. Beide blieben minutenlang liegen, Haaß schrie vor Schmerzen – er hatte sich am Sprunggelenk schwer verletzt.
Dominik Klein musste für seine Aktion mit Rot vom Feld, Deutschland war wieder einmal in Unterzahl. Kaufmann konnte 75 Sekunden vor Schluss zwar noch zum 32:32 ausgleichen, aber der nächste polnische Treffer brachte die Entscheidung, weil die Deutschen kurz vor Schluss einen weiteren Ballverlust zu verzeichnen hatten. Bitter enttäuscht schlichen sie vom Feld, während die Polen kurzzeitig auf das Halbfinale hoffen können.
Deutschland ist damit Vierter in der Gruppe B und spielt gegen Ungarn um den siebten Platz. Um noch eine Chance auf Olympia zu haben, hätte man besser abschneiden müssen als die Slowenen, die aber durch das Unentschieden Ungarns gegen Kroatien Dritter in der Gruppe A wurden und damit mindestens Sechster werden.
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